Bei den Fantastischen Vier ist Smudo der VR-Freak. Er leierte sogar die weltweit erste vollwertige, interaktive VR-Erfahrung seiner Band an. Aber wie kam es eigentlich dazu?

“Ich bin ein Gamer, seit ich denken kann”, sagt Smudo. Er erinnert sich an eine Tankstelle mit einem Pong-Automaten, an dem er als Neunjähriger gemeinsam mit seinem Vater zockte. “Seitdem begleitet mich Gaming.”

Später codete Smudo Beat-Maschinen und sogar ein Adventure-Spiel, probierte in den 90ern die ersten VR-Simulatoren. “Damals hat man schon den Thrill gemerkt, der in so einem Ding stecken könnte, wenn es mal richtig gut wird.”

Smudo: “Die ersten richtig geilen Sachen” in VR

Jetzt gibt’s laut Smudo “die ersten richtig geilen Sachen”. Das Spielemedium könne VR kulturell komplett umwälzen: “Was ist überhaupt ein Spiel, was ist unterhaltsam.”

Beim VR-Hit Beat Saber muss man sich bewegen. Und das verbraucht Kalorien. Bei einigen Spielern purzeln so die Pfunde.

Der VR-“Hammer” für Smudo von den Fantastischen 4: Beat Saber. BILD: Beat Games

Der VR-Superhit Beat Saber ist für Smudo “der Hammer”, aber auch “Rumspielsachen” wie Job Simulator findet er gut. Seine Kinder hätten besonders viel Spaß am 3D-Malprogramm “Tilt Brush” oder am virtuellen Balancieren bei “Richie’s Plank Experience”.

“Manche Sachen funktionieren, manche noch nicht so, es ist ein sehr spannendes Feld”, sagt Smudo.

Mit Apollo 11 zum Mond: Fast nackt und verschwitzt auf der Couch

Ein VR-Erlebnis bliebt Smudo besonders gut im Gedächtnis. Auf der Suche nach “neuem Scheiß” für coole Musik-Experimente befasste er sich gerade intensiv mit Virtual Reality.

“Es war ein heißer Sommertag. Ich saß nur in der Unterhose völlig verschwitzt auf dem Sofa in meinem Büro und habe die VR-Brille auf und schaue mir die Apollo 11 VR-Erfahrung an”, sagt Smudo.

Speziell die Anfangsszene im 60er-Jahre-Wohnzimmer löste Kindheitserinnerungen aus: “Es war spät, ich hatte ein bisschen Cognac getrunken und dann wurde ich ganz melancholisch in dieser pixeligen Welt.”

Auch in anderen VR-Erfahrungen erlebte Smudo besonders emotionale Momente, in denen er “laut lachen oder weinen” musste. “Das waren so Momente, wo ich dachte, jetzt passiert was, die ich so nicht kannte.”

Auf dem Weg zum Mixed-Reality-Arbeitsplatz

Trotz all seiner Begeisterung für VR schätzt Smudo das Durchsetzungspotenzial der Brillen realistisch ein: “Es wird eine Nischentechnik sein”, sagt Smudo. Mit Partnern wie der Telekom, SEAT und MFG Filmförderung Baden-Württemberg entwickelten die Fantastischen Vier eine aufwändige, interaktive VR-Erfahrung, die in der Qualität und Umfang weltweit noch keine andere Band stemmte.

Voraussichtlich im Oktober erscheint die App bei Steam, eine Oculus-Quest-Version ist auch in Planung, wenn sie technisch machbar ist. Eine 360-Grad-Version gibt es kostenlos bei Magenta VR. Dennoch sagt Smudo: “Das werden nicht viele Leute sehen.”

Auf lange Sicht werde VR ein normales Eingabemedium, speziell für die Vernetzung. “Ich glaube, wir müssen noch zehn Jahre warten, bis das durch die Decke geht, bis dieser Mixed-Reality-Arbeitsplatz kommt”, sagt Smudo.

Seine Kinder würden ganz natürlich mit VR-Technologie umgehen. “Die haben einen guten Zugang dazu, die machen das einfach. Das ist etwas anderes als 3D-Filme gucken, das hat sie nie gekickt.” Am liebsten würden seine Kinder jedoch mit der Schwarz-Weiß-Kameradurchsicht der VR-Brille durch die Wohnung laufen …

Weiterlesen über VR und Musik:


MIXED-Podcast #165: Die Zukunft von Oculus | Alle Folgen


Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.