Das Wiener Start-up ACTVR hat ein VR-Laufband entwickelt, das erstaunlich viel Bewegungsfreiheit bietet.

In 2021 scheint die Zeit für VR-Laufbänder  gekommen: Mit dem Kat Walk C und der Virtuix Omni One gibt es dieses Jahr gleich zwei Geräte für Endverbraucher zur Auswahl. Mit den Geräten soll man sich natürlich durch virtuelle Welten bewegen können. So wie Wade Watts aus Steven Spielbergs Ready Player One.

Die Idee klingt toll, hat aber einen Haken und das nicht nur im übertragenen Sinne: Die Sicherheitsmechanismen der Laufbänder schränken die Bewegungsfreiheit so stark ein, dass einem die Lust an der Bewegung vergeht. Das habe ich vor einigen Jahren selbst erlebt, als ich auf der Gamescom ein VR-Laufband ausprobierte.

Natürlicheres Gehen und Rennen

“Unser Ziel war es, ein Laufband zu bauen, mit dem man in der virtuellen Welt richtig laufen kann”, sagt Elmar Rudelstorfer gegenüber Futurezone. Rudelstorfer ist CEO des österreichischen Start-ups ACTVR und entwickelte mit seinem Vater Ernst Rudelstorfer ein VR-Laufband, das Nutzern viel Freiheit lässt und schon recht nahe an Spielbergs Vision ist.

Ein Video zeigt das “Cyber Mill One” genannte Gerät in Aktion: Ein junger Mann trägt eine leichte Sicherheitsausrüstung und bewegt sich davon relativ unbehindert in verschiedene Richtungen. Spezialschuhe werden nicht benötigt.

Selbst leicht rennen kann man auf dem VR-Laufband, das Geschwindigkeiten von bis zu 10 Stundenkilometern erlaubt. “Längerfristig eventuell auch mehr”, sagt Rudelstorfer. Ein entsprechender Algorithmus sei in Entwicklung.

Investoren zeigen Interesse

Die Bewegungen werden durch schmale Bandeinheiten ermöglicht, die auf Schienen rollen und durch Krafteinwirkung auf die Endlosbänder die Richtung ändern können, heißt es im Futurezone-Artikel. Zur Erfassung der Laufrichtung dient ein Vive Tracker.

Das Institut für Konstruktionswissenschaften und Produktentwicklung der TU Wien hat bei der Entwicklung geholfen. Finanziert wurde das Start-up, das schon mehrere Patente für das Gerät in Europa und den USA gewonnen hat, mit Förderungen des Austria Wirtschaftsservice.

Die Hardware-Entwicklung sei kapitalintensiv, sagt Rudelstorfer, weshalb man das Start-up erste Kontakte mit potenziellen Investoren geknüpft hat.

VR-Laufbänder bleiben teuer

Noch seien die Produktionskosten sehr hoch. Mit steigenden Stückzahlen werde sich das ändern, meint der CEO. Für Endkonsumenten sei das Laufband aber auch dann noch zu teuer. Rudelstorfer hofft, irgendwann in die Preisregion eines Motorrads vorzudringen.

Wegen der hohen Anschaffungskosten zielt das Start-up auf VR-Arcades als Kunden. Der Einsatz in Fitnesscentern, für Architektursimulationen oder im Gesundheitsbereich seien ebenfalls denkbar.

Langfristig werden sich VR-Laufbänder durchsetzen, davon ist der CEO überzeugt. “Wir haben eine Lösung gefunden, die funktioniert und auch leistungsfähig ist.”

Die Cyber Mill One kann ab sofort auf der Website des Start-ups bestellt werden.

Quelle: Futurezone, Titelbild: ACTVR

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