Brink Traveler Test: Die VR-Reise-App, die ihr haben wollt

Brink Traveler Test: Die VR-Reise-App, die ihr haben wollt

Brink Traveler ermöglicht fotorealistische 3D-Reisen. Ich habe die VR-App ausprobiert, die es ab sofort für Oculus Quest und PC-VR-Plattformen gibt.

Ich habe in den letzten fünf Jahren eine Vielzahl an VR-Reise-Apps getestet. Die virtuellen Expeditionen führten mich unter anderem in den Palast von Versailles, in die dreitausend Jahre alte Gruft der Pharaonengemahlin Nefertari, in die Tiefen des deutschen Kohlebergwerks Prosper-Haniel, in die Wüste des Death Valley, auf die Spitze des Mount Everest und in die Tschernobyl-Geisterstadt Pripjat.

All diese Apps greifen auf das gleiche Verfahren zurück, um Orte und Sehenswürdigkeiten in begehbare digitale Umgebungen zu verwandeln: Fotogrammetrie. Hierbei wird der Ort aus möglichst vielen Perspektiven fotografiert und das Bildmaterial von einer Software anschließend zu einem fotorealistischen 3D-Modell vernäht.

Brink Traveler ist die neueste VR-Reise-App und die zweite, die für Oculus Quest erscheint. Kann sie sich gegen die Konkurrenz behaupten?

Brink Traveler: Review in aller Kürze

Makellose Fotogrammetrie-Umgebungen, ein durchdachtes Interface und viel Liebe zum Detail machen virtuelles Reisen zu einem rundum schönen Erlebnis. 

Brink Traveler wird euch gefallen, wenn ihr …

  • virtuell einzigartige Sehenswürdigkeiten besuchen wollt,
  • tolles VR-Design schätzt und
  • eure Familie und Freunde beeindrucken möchtet.

Brink Traveler wird euch nicht gefallen, wenn ihr …

  • auf virtuelle Wanderungen gehen wollt,
  • eine Vielzahl internationaler Sehenswürdigkeiten erwartet
  • mehr tun wollt als schauen und lesen.

Zwölf einzigartige Destinationen

Um das Wichtigste gleich vorwegzunehmen: Das Besondere an Brink Traveler ist der Feinschliff, den das Entwicklerstudio an den Tag legte. Das gilt sowohl für die visuelle Darbietung der Reiseziele als auch für das Interface und die Art und Weise, wie VR-Nutzer:innen an die Hand genommen werden. Doch der Reihe nach.

Brink Traveler bietet zum Launch 18 Umgebungen, die sich über folgende zwölf Reiseziele erstrecken:

  • Horseshoe Bend
  • White Pocket
  • Mount Morrison
  • Mount Whitney
  • Alabama Hills
  • The Wave
  • Arches National Park
  • Death Valley National Park North
  • Death Valley National Park South
  • Antelope Canyon
  • Crystal Crag
  • Haifoss Iceland

Die Umgebungen beeindrucken durch den Grad ihrer Optimierung: Sie weisen keinerlei Naht-, Bruch- und Leerstellen oder andere Artefakte auf und sehen atemberaubend auf der Oculus Quest 2 (Test) aus, der erklärten Zielplattform des Studios. Wer einen Rechner zu Hause hat und die PC-VR-Version kauft, profitiert zusätzlich von besseren Texturen sowie einer höheren Bildwiederholrate und Auflösung.

Brink Traveler unterstützt Cross-Buy: Wenn ihr die Quest-App kauft, erhaltet ihr die PC-VR-Version kostenlos dazu.

Virtueller Tourismus: Reisen im Käfig

Da fehlerfreie Fotogrammetrie auf diesem Niveau ein aufwendiges Unterfangen ist und die Umgebungen für Oculus Quest stark optimiert werden müssen, ist der Bewegungsspielraum recht eingeschränkt: In den meisten Umgebungen kann man sich nur ein paar Meter in jede Richtung bewegen. Virtuelle Wanderungen und freie Erkundung sind deshalb leider nicht möglich.

Das ist der erste Wermutstropfen. Der zweite ist, dass die VR-App derzeit nur ein einziges Reiseziel außerhalb der USA bietet: den Háifoss-Wasserfall in Island. Das liegt laut des Entwicklerstudios auch an coronabedingten Reisebeschränkungen.

Das Studio will in Zukunft regelmäßig neue Umgebungen hinzufügen, mindestens zwei kostenlose sollen bis Ende des Jahres folgen. Es bleibt zu hoffen, dass die Zahl internationaler Sehenswürdigkeiten mittelfristig steigt.

Brink_Traveler_Kompass

Mit einem Kompass aktiviert und sammelt ihr Infotexte. | Bild: Brink XR

Intuitives VR-Design

Ein Beispiel nehmen könnte sich das Studio an der ebenfalls für Oculus Quest erhältlichen Reise-App Blueplanet VR Explore (Test), die eine beeindruckende Vielfalt an Destinationen aus unterschiedlichsten Ländern und teilweise auch mehr Bewegungsfreiheit innerhalb der Umgebungen bietet.

Dafür schlampt Blueplanet VR Explore in Sachen Interface und Nutzerführung. In diesen Bereichen hingegen trumpft Brink Traveler auf. Die VR-App nimmt Nutzer:innen von der ersten Sekunden an der Hand, führt schrittweise in Bedienung und Features ein und nutzt intuitive 3D-Interfaces.

Eine kleine spielerische Note bietet der Titel außerdem: Wissenswerte Fakten zu den Umgebungen müssen mit einem Kompass erst gefunden und anvisiert werden, worauf sie auf einem persönlichen Notizblock erscheinen. Rund drei solcher Punkte von Interesse bietet jede Umgebung.

Brink_Traveler_Postkarten

Das Hauptmenü ist hübsch gestaltet und erlaubt eine natürliche Navigation. | Bild: Brink XR

Toll: Jeder Text wird von einer freundlichen Stimme vorgelesen, allerdings nur in englischer Sprache. An Lokalisierungen wird noch gearbeitet.

Virtuelle Fotos schießen leichtgemacht

Das Hauptmenü ist wunderschön gestaltet: Die einzelnen Sehenswürdigkeiten erscheinen als Postkarten, zwischen denen man intuitiv mit Wischgesten wechselt. Hat man eine Destination ausgewählt, erscheinen darüber zusätzliche Informationen und eine Karte. In das Hauptmenü und die Einstellungen wechselt man, indem man ganz einfach auf die virtuelle Uhr am Handgelenk tippt.

Eine weitere coole Funktion von Brink Traveler ist die Möglichkeit, Fotos zu schießen und zu teilen. Auch hier glänzt die VR-App durch tolles Interface-Design mit den eigenen Händen: Um ein Foto zu machen, führt man die abgespreizten Zeigefinger und Daumen zu einem Bildrahmen zusammen. Schon ist das Foto fertig. Optional kann man den Rahmen greifen und hat anschließend einen Echtzeitsucher vor sich, mit dem man den Bildausschnitt direkt kontrollieren kann.

Jede Umgebung kann außerdem per Knopfdruck in einen Nachtmodus wechseln. Der sorgt für noch mehr Atmosphäre.

Fazit: Rundum gelungenes VR-Reisen

Wer eine VR-Reise-App im eigenen App-Regal will, ist mit Brink Traveler an der richtigen Adresse. In Kombination mit Oculus Quest 2 war es noch nie so leicht und schön, in Virtual Reality einzigartige Orte dieses Planeten virtuell zu besuchen.

Ausgedehnte Wanderungen sind zwar nicht möglich, dafür eignet sich die VR-App hervorragend für Entspannung oder Meditationen.

Ich hoffe, dass Brink XR für regelmäßigen Nachschub an Umgebungen sorgt und mehr internationale Sehenswürdigkeiten in die Virtual Reality bringt. Für den Preis von 9,99 Euro kann ich Brink Traveler aber schon jetzt uneingeschränkt weiterempfehlen.

Hier könnt ihr Brink Traveler kaufen

Unterstützte Geräte Store Preis
Oculus Quest (2), Oculus Rift (S) Quest Store, Rift Store (Crossbuy) 9,99 Euro
PC-VR-Brillen Steam 9,99 Euro

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