Oculus Quest (2): Fotorealistische VR-Reisen mit „Blueplanet VR“

Oculus Quest (2): Fotorealistische VR-Reisen mit „Blueplanet VR“

Blueplanet VR Explore ist die erste Photogrammetrie-App für Oculus Quest und eine Portierung der gleichnamigen PC-VR-App. Kann die Quest-Version den Charme der PC-Variante beibehalten?

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Blueplanet VR Explore ist die umfangreichste Reise-App für Virtual Reality auf dem Markt. Mehr als 40 Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt hat das Studio in den letzten Jahren besucht und per Photogrammetrie digital verewigt, wobei der Fokus auf Naturwundern und Kulturdenkmälern liegt. Urbane Szenen oder außergewöhnliche Räume gibt es bis auf wenige Ausnahmen nicht zu sehen.

Die App erschien im Sommer 2020 für PC-VR-Brillen (Vergleich) und hat vor kurzem den Sprung auf die Oculus Quest geschafft. Ich wollte wissen, ob man mit der Version für Oculus Quest 2 (Infos) ebenso schön virtuell reisen kann wie mit der PC-Version.

Lest den Test der PC-VR-Version von Blueplanet VR, falls ihr mehr über die Stärken und Schwächen der VR-App erfahren möchtet. Inhaltlich sind die beiden Versionen identisch.

Blueplanet VR: Ebenso beeindruckend mit Oculus Quest

Die größte Überraschung gleich vorweg: Die Quest-Version steht der PC-VR-Version in Sachen Detailreichtum in nichts nach. Ich habe eine Handvoll Gegenden verglichen und der größte Unterschied ist die niedrigere Auflösung, was sich auf Oculus Quest 2 in etwas unschärferen Umgebungen niederschlägt. Nur am PC kommt das hochauflösende Display der Quest 2 voll zur Geltung und zeigt ein bestechend klares Bild.

In manchen Gegenden fehlen außerdem Animationen: In der Crowley Lake-Umgebung sieht man in der PC-VR-Version animiertes Seewasser und Vögel, während die Quest-Version ohne solche grafischen Schmankerl auskommen muss.

Die Texturen und 3D-Modelle wurden allem Anschein nach kaum oder nicht angepasst – eine außerordentliche Leistung. Dafür schlägt die Installation auf Quest mit satten 17 Gigabyte zu Buche. Die PC-VR-Version kommt auf 22 Gigabyte.

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„Die Steam-, Rift- und Quest-Version sind inhaltlich identisch, aber ich musste die Polyzahl auf der Quest stark reduzieren sowie Flare- und Wassereffekte weglassen. Das Stereopanorama des Hängegleiters musste ebenfalls dran glauben“, sagt Chefentwickler Eric Hanson.

Er sei trotz dieser kleinen Kompromisse beeindruckt, dass der XR2-Chip die „massive Texturlast“ der fotorealistischen Umgebungen tragen könne. „Wenn man die Geometrie auf Oculus Quest genauer anschaut, bemerkt man geringere geometrische Details, aber auch hier helfen die Texturen, dies zu verbergen“, sagt Hanson.

Grafisch hat die Quest-Version kaum gelitten. Das erkennt man, wenn man sich Objekte aus der Nähe ansieht. Links die Quest-Version, rechts die PC-VR-Version. | Screenshots: MIXED.de

Grafisch hat die Quest-Version kaum gelitten. Das erkennt man, wenn man sich Objekte aus der Nähe ansieht. Links die Quest-Version, rechts die PC-VR-Version. | Screenshots: MIXED.de

VR-Ausflug: Ideal für Meditation und Entspannung

Die gute Nachricht ist, dass Blueplanet VR Explore Cross-Buy unterstützt. Das heißt: Wer die Oculus Quest-Version kauft, erhält die Rift-Version gratis dazu und umgekehrt.

VR-Nutzer, die eine Oculus Quest 2 und einen Spiele-PC besitzen, können folglich jederzeit auf die PC-VR-Version wechseln und die App in voller Display-Auflösung erleben. Wer nur eine Quest besitzt, kommt dennoch in den vollen Photogrammetrie-Genuss und muss keine starken Abstriche bei der Grafik hinnehmen.

Die Frage ist eher, für wen sich der Kauf lohnt, da Blueplanet VR Explore mit 25 Euro zu den eher teureren VR-Apps gehört: Die Mehrheit der Umgebungen hat man in ein paar Minuten erforscht, da der Bewegungsspielraum meist recht beschränkt ist. Größere Szenen gibt es nur eine Handvoll. Wirklich lohnen dürfte sich die Investition daher nur, sofern man regelmäßig an die virtuellen Orte zurückzukehren gedenkt, zum Beispiel für Meditation oder Entspannung.

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Das ist eine der Stärken von Virtual Reality: Man teleportiert sich an einen anderen Ort und kann so auf andere Gedanken kommen. Blueplanet VR ist gut für diesen Einsatz geeignet, was auch an der musikalischen Untermalung der Gegenden liegt. Die gehört zu den Glanzpunkten der VR-App und schafft eine tolle, beruhigende, meditative Atmosphäre.

Bei Texturen und 3D-Modellen sind kaum Unterschiede festzustellen. Links die mobile Version, rechts die PC-VR-Version. | Screenshots: MIXED.de

Bei Texturen und 3D-Modellen sind kaum Unterschiede festzustellen. Links die mobile Version, rechts die PC-VR-Version. | Screenshots: MIXED.de

Zusätzliche VR-Reiseziele sind in Planung

Die größte Baustelle der VR-App ist noch immer das Interface, das im Laufe des letzten Jahres zwar verbessert wurde, aber längst nicht elegant und intuitiv zu nutzen ist. So kann es bei der Quest-Version passieren, dass man unabsichtlich eine Umgebung lädt, weil man ungewollt die entsprechende Kugel berührt oder man eine Szene abrupt verlässt, weil man Knöpfe verwechselt.

Auch in Sachen Fortbewegung ist Blueplanet VR stark verbesserungswürdig. Das Tolle an der Quest-Version ist, dass man die Gegenden zu Fuß erkunden kann, sofern man genug Platz hat oder die VR-Brille im Freien nutzt. Ist das nicht der Fall, muss man sich von Punkt zu Punkt teleportieren. Fließende Fortbewegung wird nicht unterstützt, was die Immersion beeinträchtigt.

Die PC-Version löst höher auf, Details wie die Schrift auf folgender Glocke lassen sich jedoch bei beiden Versionen gleich gut lesen. Unterschiede im Detailgrad konnte ich nicht feststellen. | Screenshots: MIXED.de

Die PC-Version löst höher auf, Details wie die Schrift auf der Glocke lassen sich jedoch bei beiden Versionen gleich gut lesen. Unterschiede im Detailgrad konnte ich nicht feststellen. | Screenshots: MIXED.de

Wer im Sitzen erkunden will, kann lediglich zwei Höhen einstellen und sieht die Umgebung in beiden nicht optimal. Auch den einen oder anderen Bug hat die VR-App: So laden Szenen manchmal gar nicht und man muss Blueplanet VR neu starten.

Erfreulich ist, dass beide App-Versionen das gleiche Interface haben. Wer die Quest-Variante kennt, findet sich in der PC-VR-Version sofort zurecht und umgekehrt.

Falls sich Blueplanet VR gut verkauft, will das Unternehmen in Zukunft DLCs mit jeweils zehn neuen Umgebungen anbieten. Der erste DLC soll nach aktueller Planung im Herbst erscheinen.

Blueplanet VR könnt ihr hier kaufen:

Stores Unterstützte Geräte Preis
Quest Store (Crossbuy: Ja) Oculus Quest (2) 24,99 Euro / Gratis
Rift Store (Crossbuy: Ja) Oculus Rift (S), Oculus Quest (2) via PC 24,99 Euro / Gratis
Steam PC-VR-Brillen, Oculus Quest (2) via PC 20,99 Euro / Gratis-Demo

Weiterlesen über Oculus Quest 2:

Oculus Quest 2 aus Deutschland bestellen

Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

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Bei Amazon Frankreich könnt ihr die Oculus Quest 2 ganz normal kaufen. Tipp: Rechtsklick auf die Webseite und “Übersetzen” wählen.

Oculus Quest – 64 GB | Oculus Quest – 256 GB

Hinweis: Ihr könnt bei Amazon Frankreich über euren deutschen Account bestellen. Die VR-Brille unterstützt deutsche Sprache in den Menüs. Eine regionale Sperre seitens Facebook ist derzeit nicht aktiv – Quest 2 funktioniert ganz normal. Amazon Frankreich liefert innerhalb weniger Tage, zum Teil werden die Geräte sogar aus Lagern in Deutschland verschickt.