Die VR-Spielergemeinde rief nach einem hochklassigen Spiel, das Hardcore-Gamer mitreißt und für viele Stunden auf hohem Niveau Unterhaltung bietet. Mit dem umfangreichen Rollenspiel-Epos “Asgard’s Wrath” hat sie es jetzt bekommen. Sorgt das für ein neues VR-Hoch?

Im Rollenspiel Asgard’s Wrath für Oculus Rift (S) bekommt die laute VR-Spielergemeinde das, wonach sie jahrelang gerufen hat: Eine riesige Spielewelt mit umfangreicher Handlung, komplexe Game-Mechaniken, tolle Grafik – und das alles von Grund auf für die VR-Brille gedacht.

Asgard’s Wrath ist von der nordischen Mythologie inspiriert und erzählt von Göttern, die um ihre Macht in einer im Wandel befindlichen Sagenwelt kämpfen. Im Spiel begegnet man nordischen Gottheiten wie Loki, Odin und Heimdall.

Der VR-Spieler schlüpft in die Rolle eines von Loki geförderten menschlichen Gottesanwärters. Bevor man den Gottesstatus erreicht, muss man eine Reihe von Prüfungen durchlaufen. Das Ziel ist es, der Menschheit zu helfen und damit den Glauben in die Götter zu stärken. So hangelt sich der Spieler von Mission zu Mission und durch abwechslungsreiche, epische Gefechte und Szenen.

Ästhetisch eifert Asgard’s Wrath in einigen Szenen Sonys-Überhit “God of War” nach – der Spielablauf ist allerdings nicht vergleichbar. Asgard’s Wrath ist ein recht klassisches RPG. Bild: Oculus

Kritiker und Spieler feiern Asgard’s Wrath

Die Resonanz auf Asgard’s Wrath ist für ein VR-Spiel außergewöhnlich positiv: Bei Metacritic liegt Asgard’s Wrath derzeit mit einer Durchschnittswertung von 92 Prozent bei sieben Kritiken knapp hinter dem VR-Überhit Beat Saber mit 93 Prozent aus sechs Kritiken – und kann sich so durchaus mit Genregrößen für den Monitor messen.

In der Gesamtwertung PC-Spiele 2019 liegt der Titel bei Meacritic derzeit sogar auf dem ersten Platz – was Facebooks Spielemanager Jason Rubin freut.

Gleich mehrere Tester bezeichnen Asgard’s Wrath als bislang bestes VR-Spiel und als neuen Referenztitel für Virtual-Reality-Gamer. Bis auf IGN hält sich die Mainstream-Spielepresse allerdings noch mit einem Urteil zurück.

Wichtiger noch als die Ansichten der Spielekritiker ist das Urteil der Gamer selbst: Im Oculus Store heimste der Titel innerhalb weniger Tagem mehr als 660 Bewertungen ein – das allein ist schon überdurchschnittlich viel Feedback. Noch dazu fallen diese Bewertungen mit 4,6 von 5 Sternen äußerst positiv aus.

Gelobt werden alle Aspekte des Spiels: Grafik, Spielmechanik, Atmosphäre, Immersion. Ein Spieler beschreibt sogar, dass er sich in Asgard’s Wrath Welten zurückzieht, nur um sich zu entspannen – wie bei einem Mini-VR-Urlaub.

Das Entwicklerstudio Sanzaru Games veröffentlicht weitere Spielszenen zu "Asgard's Wrath".

Asgard’s Wrath kann in vielen Szenen mit einer tollen Atmosphäre punkten, die mit der VR-Brille besonders einnehmend wirkt. Bild: Oculus

Bringt Asgard’s Wrath Bewegung in den PC-VR-Markt?

Bis zu einem Erfolg Marke Beat Saber hat Asgard’s Wrath allerdings noch einen weiten Weg vor sich: Das außergewöhnliche Rhythmusspiel schafft es derzeit auf eine Durchschnittswertung von 4,8 Punkten bei fast 10.000 Bewertungen. Oculus’ bisheriger Vorzeigetitel “Lone Echo” liegt bei 4,7 Punkten aus rund 3.500 Bewertungen.

An den Erfolg von Beat Saber wird das komplexe RPG wohl ohnehin nicht anknüpfen können – eben weil es komplex ist. Hinzu kommt, dass es Asgard’s Wrath exklusiv nur für die Oculus-Brille gibt. Das Game läuft zwar über Umwege auch mit anderen PC-VR-Brillen, allerdings schränkt genau dieser Umweg die potenzielle Kundschaft schon wieder ein.

Einen signifikanten Verkaufsanstieg für PC-VR-Brillen wie bei Beat Saber wird Asgard’s Wrath daher eher nicht bringen. Aber der Titel ist ein weiterer Achtungserfolg für Oculus’ VR-Gaming-Ambitionen und ein Mosaikstein in Facebooks langfristigem Bauplan, VR für möglichst viele Menschen interessant zu machen. Denn wenn in Zukunft Hardcore-Gamer nach einem VR-Kaufgrund fragen, ist Asgard’s Wrath eine gute Antwort.

Letztes Update am 15. Oktober 2019

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