Oculus Quest ist knapp ein Jahr alt. Einem Bericht des Wirtschaftsblatts Bloomberg zufolge könnte Facebook noch Ende 2020 eine verbesserte Version der autarken VR-Brille auf den Markt bringen.

Kabetec VR-Brille

Die Entwicklung und Produktion könne sich durch die Corona-Pandemie verzögern, sodass die neue Oculus Quest erst im nächsten Jahr auf den Markt kommt, schreibt Bloomberg in Berufung auf unternehmensnahe Quellen.

Ursprünglich hätte die Brille um die nächste Oculus Connect herum erscheinen sollen, die traditionell im Herbst stattfindet. Die siebte Ausgabe der Entwicklerkonferenz wurde abgesagt und findet wegen der Corona-Krise online statt. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest.

Das finale Modell ist noch offen

Oculus arbeite an mehreren potenziellen Nachfolgern gleichzeitig und habe sich noch nicht auf die finalen Spezifikationen festgelegt, heißt es im Bericht. Einige Modelle seien kleiner und leichter und hätten eine höhere Bildwiederholrate als die aktuelle Oculus Quest.

Oculus Quest ist Facebooks bislang ambitioniertester Versuch, Virtual Reality im Mainstream zu etablieren. Kann Quest das gelingen, was Rift und Go verwehrt blieb?

Facebook nimmt sich der größten Kritikpunkte an: dem geringen Tragekomfort und der niedrigen Bildwiederholrate. BILD: Facebook

Die Rede ist von einem zehn bis 15 Prozent kleineren Formfaktor und einem Gewicht, das circa 450 Gramm entspricht. Das gegenwärtige Modell bringt 571 Gramm auf die Waage. Durch die Reduzierung der Größe und des Gewichts sei die VR-Brille bequemer zu tragen. Der Tragekomfort ist einer der größten Kritikpunkte an der aktuellen Oculus Quest.

Oculus erwäge, neues, elastischeres Material für die Kopfhalterung zu verwenden und das Textil des Gehäuses durch Plastik zu ersetzen ähnlich Oculus Rift S.

Bildwiederholrate auf Industrie-Niveau

Die angepeilte Bildwiederholrate soll bei mindestens 90 Hertz liegen. Das gegenwärtige Modell bietet 72 Hertz, was unter dem Standard der PC-VR-Brillen und Playstation VR liegt. Oculus teste Displays mit einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz, könnte sich allerdings auf 90 Hertz festlegen, um den integrierten Akku zu schonen.

An der Zahl Trackingkameras soll sich nichts ändern: Die neue Oculus Quest wird nach wie vor auf vier Sensoren setzen. Einige der getesteten Modelle bieten auch weiterhin einen manuellen Regler zur Anpassung des Linsenabstands, heißt es. Die PC-Verbindung Oculus Link (alle Infos) wird weiter unterstützt.

Oculus Link: Alle Infos, Release, Preis & Leistung

Die neue Oculus Quest wird man wie das Original via USB-Kabel mit dem PC verbinden können, um VR-Spiele auf PC-Niveau zu spielen. BILD: Facebook

“Del Mar” nimmt Form an

Ebenfalls in Entwicklung sind überarbeitete VR-Controller, die besser in der Hand liegen sollen und das Problem sich öffnender Batteriefächer beseitigen. Die neuen Controller seien mit der gegenwärtigen Oculus Quest kompatibel. Noch nicht entschieden sei, ob die Original-Quest weiter verkauft oder komplett ersetzt wird, sobald die neue Version erscheint.

Im März gelangten die Codenamen einer unbekannten Oculus-Brille und neuer VR-Controller an die Öffentlichkeit. Mit der VR-Brille “Oculus Del Mar” dürfte ziemlich sicher der Prototyp der neuen Oculus Quest und mit den “Oculus Jedi Controllern” die neuen VR-Controller gemeint sein. Im April bestätigten Treiberfunde die Gerüchte um neue Oculus-Controller. Sie geben Hinweise auf verbessertes Tracking, Haptik und Fingererfassung.

Mit Facebooks AR-Brille gehe es ebenfalls voran, wenn auch vor allem softwareseitig. Aufseiten der Hardware sei die Entwicklung verzögert worden, weil einige Facebook-Angestellte keinen Zugriff mehr zum Labor haben. Es sei noch unklar, ob der angepeilte Marktstart einer AR-Brille Marke Facebook im Jahre 2023 negativ beeinflusst werde.

Quelle: Bloomberg, Titelbild: Facebook

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