Autonomes Fahren: Dubai holt auf & in Kalifornien testen weniger Start-ups

Autonomes Fahren: Dubai holt auf & in Kalifornien testen weniger Start-ups

Immer weniger Start-ups für autonomes Fahren testen im US-Bundesstaat Kalifornien. In Dubai und Abu Dhabi hingegen könnte die Branche bald florieren. Der Robo-Auto-Wochenrückblick.

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In den Vereinigten Arabischen Emiraten könnte autonomes Fahren schon bald den Verkehr prägen. Die örtlichen Straßenverkehrsbehörden schicken sich gerade an, den rechtlichen Rahmen für umfassende Testfahrten zu setzen. Währenddessen sinkt die Zahl der testenden Unternehmen im bislang so beliebten Standort Kalifornien. Nur knapp die Hälfte der einst über fünfzig Firmen ist dort noch aktiv.

Autonomes Fahren: Cruise zieht es nach Dubai

Vor allem die USA und China gelten als Vorreiter-Standorte für autonomes Fahren. Erst kürzlich startete in San Francisco der erste Robo-Taxi-Dienst ohne Sicherheitsfahrer:in. Betreiber ist die General-Motors-Tochter Cruise, die auch von Microsoft mitfinanziert wird.

Innerhalb der nächsten sechs Jahre will Cruise profitabler als Uber werden. Dazu benötigt das Unternehmen größere Flotten und vor allem weitere Einsatzgebiete. Ein neuer Standort wird bald in den Vereinigten Arabischen Emiraten entstehen. Die Straßenverkehrsbehörde in Dubai autorisierte kürzlich Vorbereitungen, wie das Erstellen von HD-Karten, damit die autonom fahrenden Cruise-Vehikel gegen Ende des Jahres mit ihren Testfahrten beginnen können.

Ab 2023 will Dubai die erste Stadt außerhalb der USA sein, in der fahrerlose Cruise-Taxis operieren. Zunächst ist nur eine kleine Flotte vorgesehen. Bis 2030 sollen aber bis zu 4.000 fahrerlose Cruise-Taxis Personenfahrten in Dubai durchführen.

WeRide testet erfolgreich in Abu Dhabi

Cruise liefert sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Wettrennen mit WeRide. Das chinesische Start-up wird kräftig von Nissan unterstützt und begann schon 2020 mit fahrerlosen, autonomen Testfahrten in der chinesischen Metropole Guangzhou. Im Sommer letzten Jahres kaufte WeRide das Start-up für Robo-Trucks MoonX.AI und holte sich damit über fünfzig neue Experten für autonomes Fahren ins Team.

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In den Vereinigten Arabischen Emiraten arbeitet Dubai mit den Spezialisten für Künstliche Intelligenz und Datenanalyse von Bayanat zusammen. Gemeinsam wollen die Unternehmen den autonomen Taxi-Dienst TXAI aufbauen und vermeldeten letzte Woche erste erfolgreiche Tests in Yas Island, Abu Dhabi.

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Die Robo-Taxis legten innerhalb eines Monats über 16.000 gefahrene Kilometer zurück und transportierten dabei 2.733 Fahrgäste. Mitte 2022 sollen Testfahrten in weiteren Gebieten Abu Dhabis folgen.

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Autonomes Fahren in Kalifornien: Weniger Vehikel, aber mehr gefahrene Kilometer

Während in den Vereinigten Arabischen Emiraten die Zahl an Unternehmen, die autonom fahrende Vehikel testen, steigt, werden es in Kalifornien immer weniger. Das vermeldete das dortige Department of Motor Vehicles (DMV), das gerade in einen Rechtsstreit mit Waymo verwickelt ist. Während 2020 noch 58 Unternehmen eine Lizenz für autonome Testfahrten in Kalifornien besaßen, sank die Zahl im letzten Jahr auf fünfzig. Davon waren allerdings nur 22 wirklich aktiv.

Die Zahl der gefahrenen Testmeilen stieg allerdings auf knapp das Doppelte an. Zwischen dem 1. Dezember 2020 und dem 30. November 2021 fuhren autonome Testfahrzeuge demnach 4.091.500 Meilen (ca. 6.584.631 km) auf Kaliforniens öffentlichen Straßen. Das entspreche laut DMV über zwei Millionen Meilen mehr als im Vorjahr. Weitere 25.000 Meilen (ca. 40.234 km) legten autonom fahrende Vehikel ohne Sicherheitsfahrer im Cockpit zurück.

Cruise und Waymo dominieren Kalifornien

Mit Abstand am häufigsten unterwegs waren die Robo-Taxis von Waymo (2,3 Millionen Testmeilen), gefolgt von Cruise mit 882.471 gefahrenen Meilen. Danach kommen Pony.AI, das erst kürzlich seine Lizenz für fahrerlose Tests verloren hat, mit 305.617 Meilen (ca. 491.843 km) und Amazons Zoox mit 155.125 Meilen (ca. 249.649 km).

Neben den gefahrenen Meilen pro lizenziertem Betreiber veröffentlicht die DMV in dem jährlichen Bericht auch die Anzahl der technisch notwendigen Abschaltungen („Disengagements“) während dieser Fahrten. Waymo-Taxis mussten demnach insgesamt 292 Mal abschalten (einmal alle 7.800 Meilen), während Cruise nur 27 Mal den Betrieb eines Fahrzeugs abstellen musste (einmal alle 42.022 Meilen). Die GM-Tochter verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr (27 Abschaltungen), während Waymo 2020 mit 21 Abschaltungen nur einmal alle 30.000 Meilen unterbrechen musste.

Die Zahl der Abschaltungen gibt allerdings kaum Aufschluss auf die Sicherheit oder den Entwicklungsstand der Systeme. Experten kritisieren die Herausgabe dieser Daten durch die DMV immer wieder, da es keinen einheitlichen Standard dafür gibt. So obliegt es den Unternehmen beispielsweise selbst zu definieren, was als Abschaltung gilt und was nicht.

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