Probate Displaytechnologie für eine massentaugliche AR-Brille muss erst noch erfunden werden. Daniel Wagner, Technikchef beim AR-Unternehmen DAQRI, glaubt nicht, dass das in naher Zukunft gelingt.

Wagners Unternehmen DAQRI stellt AR-Brillen speziell für die Industrie her. Geräte wie Hololens, Magic Leap One oder DAQRIs eigene Datenbrillen legten nahe, dass Augmented Reality bald reif sein könnte für ein Massenpublikum, erklärt Wagner in einem umfangreichen Beitrag bei Linkedin.

Das Potenzial der Brillen würde jedoch durch unausgereifte Displaytechnologie limitiert. Verbessert werden müssten eine ganze Reihe von Parametern, vorneweg die Sichtfeldweite, die Breite des Fokusbereichs, die Helligkeit, der Kontrast und viele andere.

Es sei einfach, einen dieser Parameter zu verbessern. Aber das würde automatisch auf Kosten eines anderen gehen. Beispielsweise könne das Sichtfeld leicht erweitert werden, dafür würde aber der Fokusbereich enger und die Brille klobiger. Für einige Probleme, beispielsweise die Darstellung komplett schwarzer Pixel, um undurchsichtige AR-Objekte darzustellen, existierten noch keine brauchbaren Lösungen.

Das Sichtfeld aktueller AR-Brillen ist viel schmaler als das menschliche Sichtfeld insgesamt. Der daraus resultierende Tunnelblick beschränkt die sinnvollen Anwendungsszenarien. Bild: Wagner

Das Sichtfeld aktueller AR-Brillen ist viel schmaler als das menschliche Sichtfeld insgesamt. Der daraus resultierende Tunnelblick beschränkt die sinnvollen Anwendungsszenarien. Bild: Wagner

Kleine Schritte statt großer Durchbruch

Der Anspruch, eine AR-Brille so schlank zu bauen wie eine Sonnenbrille, stehe im Widerspruch zur Forderung, das Sichtfeld zu erweitern und weitere Parameter zu optimieren. Anderes als bei Elektronik sei Miniaturisierung bei optischen Komponenten keine Option oder ein Vorteil, da diese die Bildqualität verschlechtere.

Laut Wagner ist es unwahrscheinlich, dass eine neue Technologie eine Reihe von AR-Display-Problemen grundlegend verbessert. “Die Technologie bei optischen Systemen wird sich wahrscheinlich nicht drastisch verändern”, schreibt Wagner.

Keine Empathie für Visionäre

Es würde daher “eine ganze Weile” dauern, bis AR-Brillen mit dem Formfaktor einer Sonnenbrille gebaut werden könnten, die noch dazu ein weites Sichtfeld haben, eine hohe Helligkeit, die draußen funktionieren und “all die anderen Aspekte bieten, von denen Visionäre träumen”.

Wagner sieht eher kleine Verbesserungen Jahr für Jahr. Er vergleicht die zu erwartenden Fortschritte mit jenen bei Batterie-Technologie.

Ähnlich skeptisch äußerte sich der Optikspezialist Barmak Hesmat über die Zukunft der AR-Brille für jedermann. Entsprechende Geräte sollen noch mindestens fünf bis zehn Jahre entfernt sein. Hesmat arbeitete als Optiker für den pleitegegangenen AR-Brillenhersteller Meta.

Titelbild: DAQRI

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