Update vom 31. Juli 2019:

Nvidia hat zum Start der Siggraph die offizielle Projektseite sowie das wissenschaftliche Forschungspapier online gestellt.

Ursprünglicher Artikel vom 13. Juli 2019:

Auf der Computergrafik-Fachkonferenz Siggraph 2019 zeigt Nvidia eine prototypische AR-Brille mit blickgesteuertem Doppeldisplay.

Nvidia-Forscher entwickeln einen vielversprechenden Prototyp für eine neue AR-Brille, die eine Bildschärfe nahe an der menschlichen Sehschärfe und ein deutlich weiteres Sichtfeld als aktuelle AR-Brillen bieten soll.

Das maximale Sichtfeld der Nvidia-Brille liegt pro Auge bei 85 mal 78 Millimeter – und das bei einem Formfaktor, der zwar nicht unbedingt alltagstauglich, aber für eine Industriebrille zum Beispiel durchaus brauchbar sein könnte.

Kompakte AR-Brille mit Foveated Display “ist machbar”

Nvidias Innovation ist ein Doppeldisplay samt Eye-Tracking-Verfahren: Ein hochauflösendes Spiegeldisplay mit kleinem Sichtfeld und hoher Bildschärfe wird ergänzt durch ein niedrig aufgelöstes, großes Display mit weitem Sichtfeld für die Bildränder.

Der Aufbau der Nvidia-AR-Brille. Das Display wird entlang der Blickrichtung des Brillenträgers bewegt. Bild: Nvidia

Der Aufbau der Nvidia-AR-Brille. Micro-Display und Linse werden entlang der Blickrichtung des Brillenträgers bewegt. Bild: Nvidia

Linse und Displays werden durch eine motorisierte Schraube nach links und rechts bewegt, sodass sie dem mit der Eye-Tracking-Kamera gemessenen Blickverlauf des Brillenträgers folgen.

Die motorisierte Schraube, die das Display nach links und rechts verschiebt. Bild: Nvidia

Die motorisierte Schraube, die das optische System im Verhältnis 1:3 zur Blickrichtung verschiebt. Bild: Nvidia

Einen ähnlichen Displayaufbau bietet auch die VR-Brille VR-1 von Varjo, allerdings ohne Eye-Tracking und bewegliche Screens und einem für VR-Verhältnisse engem Sichtfeld unter 90 Grad.

Die Nvidia-AR-Brille hingegen erreicht ein diagonales Sichtfeld von mehr als 100 Grad. Zum Vergleich: Aktuelle AR-Brillen wie Magic Leap One oder Hololens 2 schaffen circa 50 Grad. Der digitale Tunnelblick schränkt die Anwendungsszenarien ein.

Ergänzend unterstützt die Nvidia-Brille dank Eye-Tracking zwei Fokusebenen: Schaut der Nutzer auf die vordere Ebene, sind nur digitale Objekte im Vordergrund scharf und umgekehrt. Diese Blickumschaltung bieten auch Hololens 2 und Magic Leap One.

Wie beim echten Sehen existieren unterschiedliche Schärfeebenen. Bild: Nvidia

Wie beim echten Sehen existieren unterschiedliche Schärfeebenen. Bild: Nvidia

Der Prototyp zeige, so die Forscher, dass eine kompakte AR-Brille mit weitem Sichtfeld, hoher Auflösung und dynamischem Fokuswechsel machbar sei. Die Forschungsarbeit wird auf der Fachkonferenz Siggraph 2019 vorgestellt, die am 28. Juli in Los Angeles startet. Weiter Informationen zum Projekt stehen hier.

Titelbild: Josef Spjut

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