Apple und VR: Markteinstieg wird "Macintosh-Moment", sagt Ex-Manager

Apple und VR: Markteinstieg wird

Bertrand Nepveu arbeitete an Apples Mixed-Reality-Headset. Er sieht den Markteinstieg des Konzerns als kritisches Metaverse-Puzzlestück.

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Der Kanadier Bertrand Nepveu war CEO und Gründer des Start-ups Vrvana, das Apple 2017 für 30 Millionen US-Dollar übernahm.

Vrvana war seiner Zeit voraus und entwickelte eines der ersten Mixed-Reality-Headsets. Damit ist ein Gerät gemeint, das sowohl VR als auch AR beherrscht. Letzteres, indem es die physische Umgebung mit integrierten Kameras einfängt und als frei manipulierbare digitale Information auf den Displays darstellt. Das Start-up entwarf einen für diese Aufgabe spezialisierten Chip, der die Bildverarbeitung fast in Echtzeit erledigt.

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Mixed-Reality-Headsets werden als nächster großer Schritt in der Entwicklung räumlicher Computer gehandelt. Eines der ersten kommerziell erhältlichen Geräte dieser Art ist Meta Quest Pro. Apple arbeitet zahlreichen Berichten zufolge seit vielen Jahren an einem Mixed-Reality-Headset, das "Apple Reality Pro" heißen und 2023 erscheinen könnte.

Der Apple-Faktor: Bringt er den Durchbruch?

Nepveu war laut seinem Linkedin-Profil zwischen 2017 und 2021 bei Apple angestellt. In einem Gespräch mit der Webseite Radio Canada erzählt der Mixed-Reality-Pionier und Metaverse-Enthusiast von seiner Zeit in Kalifornien. Rund tausend Angestellte sollen zum Zeitpunkt seines Abgangs am Headset gearbeitet haben, sagt Nepveu, der heute als Tech-Investor arbeitet.

Er verrät keine Details zum Gerät, erwartet jedoch, dass Apples Markteinstieg ein Wendepunkt wird. "Ich sage immer: Wenn Apple in Virtual Reality einsteigt, wird das ein Macintosh-Moment."

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Der Macintosh kam 1984 auf den Markt und kostete ungefähr 2.500 US-Dollar. Das Gerät habe das Potenzial eines Computers für die Kreativbranche aufgezeigt. Danach wollten ihn alle Kreativen haben, trotz des hohen Preises, meint Nepveu. Apples Mixed-Reality-Headset wird laut Berichten zwischen 2.000 und 3.000 US-Dollar kosten.

Nepveu sprüht vor Optimismus

Nepveu denkt, dass Apple gelingen könnte, woran andere wie Meta bislang scheiterten. Das wird sich zeigen müssen. Bislang hat der Konzern sein Produkt noch nicht einmal angekündigt. Doch Nepveu ist überzeugt, dass das Gerät das fehlende Puzzlestück ist, das dem Metaverse zum Erfolg verhelfen wird. Ein Begriff, der stark von Meta besetzt ist und den Apple selbst bewusst vermeidet.

Nepveu sieht äußerst optimistisch in die Zukunft der VR und AR. Er ist überzeugt, dass in zehn Jahren jeder Mensch ein individuelles Headset besitzen wird. Das Gerät werde zu einer Erweiterung des Menschen, so wie das Smartphone heute.

Solche Aussagen klingen, als wären sie aus dem Hype-Jahr 2016. Die Erfahrung zeigt, dass die Entwicklung der Industrie viel langsamer vonstattengeht. Die Frage ist, ob und wie stark der Apple-Faktor diese beschleunigen kann. Selbst Apple-Experten wie Mark Gurman sind skeptisch, dass das kommende Headset ein durchschlagender Erfolg wird, zumindest in dieser Form.

Quellen: Radio Canada, via: AR MR XR News