Apple patentiert Warnsystem für Mixed-Reality-Brillen

Apple patentiert Warnsystem für Mixed-Reality-Brillen

Ein neues Patent bestätigt, dass Apple an ausgeklügelten Warnsystemen für Mixed-Reality-Brillen arbeitet.

Wer in eine VR-Simulation eintaucht, nimmt seine physische Umwelt meist nur noch sehr eingeschränkt war. Das kann gefährlich werden – für die Einrichtung, andere Menschen oder die VR-Nutzer selbst. Unzählige Meme zeugen davon.

Um Unfällen vorzubeugen, haben VR-Brillen (Vergleich) in der Regel ein Warnsystem integriert. VR-Nutzer definieren zuerst einen Spielbereich. Treten sie beim Spielen an dessen Grenze, wird ein digitales Schutzgitter eingeblendet, dass sie auf diesen Umstand aufmerksam macht. So können sie sicher in die Mitte des Spielbereichs zurückkehren.

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Ein im März 2020 eingereichtes und diesen Monat gewonnenes US-Patent zeigt, dass sich Apple viel Gedanken über entsprechende Warnsysteme gemacht hat. Apples Konzepte erinnern an bestehende Systeme wie Valves Chaperone oder Oculus‘ Guardian, aber gehen technisch über diese hinaus.

Dynamische Objektererkennung

Ein Unterschied besteht darin, dass Apples MR-Brille eigenständig erkennt, wenn sich Nutzer einem physischen Objekt nähern. Die oben genannten Warnsysteme reagieren lediglich auf vorab festgelegte Spielfeldgrenzen.

Das Patent beschreibt zwei Näherungsstufen, die unterschiedliche visuelle Warnhinweise triggern. Bewegen sich VR-Nutzer aus mittlerer Distanz auf ein physisches Objekt zu, wird dies in der MR-Brille an der betreffenden Stelle im Sichtfeld visuell verdeutlicht, etwa durch das Hervortreten einer künstlichen Oberfläche (siehe Fig. 3B).

Stehen sie in unmittelbarer Distanz zu diesem Objekt, wird die Kameradurchsicht partiell oder ganz aktiviert, sodass die Nutzer das physische Objekt oder die gesamte Umgebung vor sich sehen (siehe Fig. 5C).

Oculus‘ Guardian funktioniert nach einer ähnlichen, zweistufigen Systematik. Zuerst wird ein Schutzgitter angezeigt. Tritt man durch dieses, wechselt die VR-Brille in den Durchsichtmodus und zeigt die physische Umgebung an, allerdings nur vollständig und nicht partiell.

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Apples Warnsystem triggert zwei unterschiedliche Warnhinweise, je nachdem, wie nahe man am physischen Objekt steht. | Bild: USPTO / Apple

Eine Tür zurück in die VR-Welt

Im Patent werden außerdem mehrere Strategien beschrieben, VR-Nutzer in den sicheren Spielbereich zurückzuführen. Eine besonders interessante Variante sind Portale.

Hierbei schrumpft die Sicht auf die VR-Simulation zu einer Art Tür (siehe Fig. 3D), die die VR-Nutzer automatisch in den Spielbereich zurücklenkt.

Eine mögliche Alternative hierzu wäre, dass in den dunklen Bereichen stattdessen die physische Umgebung dargestellt wird (siehe Fig. 6B). In diesem Fall stünde das Portal inmitten der physischen Umgebung.

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Portale führen zurück in die VR-Simulation. | Bild: USPTO / Apple

Aktuelle VR-Warnsysteme sind technisch nicht so weit fortgeschritten, wie in Apples Patent beschrieben.

Sie können zum einen nicht dynamisch auf physische Objekte hinweisen. Oculus Quest erkennt während der Einrichtung des Guardian-Systems, ob sich Objekte im Spielbereich befinden, weist beim Spielen jedoch nicht auf sie hin. Zum anderen können aktuelle VR-Brillen digitale wie physische Umgebung noch nicht mischen.

Mixed-Reality-Technologie, die im Gehäuse integrierte Kameras nutzt, dürfte sich in den nächsten Jahren rasch weiterentwickeln und solche Szenarien ermöglichen. Apple forscht an solchen Geräten, wie ein anderes, kürzlich gewonnenes Patent belegt. Für Facebook wiederum ist Durchsicht-Mixed-Reality der nächste große Entwicklungsschritt in Sachen XR-Technik.

Quelle: USPTO / Apple, via: AppleInsider, Titelbild: MIXED.de

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