Der Tod eines Schauspielers ist dank moderner CGI für Filmstudios kein Problem mehr. Handelt es sich dabei um die Erhaltung schöner Erinnerungen oder um makabre Geldmacherei?

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Worldwide XR ist ein neu gegründetes Unternehmen von CMG Worldwide und Observe Media. Während sich letzteres darauf spezialisiert hat, mediale Inhalte auch und vor allem im Bereich XR zu produzieren, liefert CMG die Rechte an vielen verstorbenen Schauspielern, Sportlern und Künstlern. Durch die Fusion sollen die beiden Bereiche vereint und tote Personen des öffentlichen Lebens für diverse Produktionen wieder lebendig gemacht werden.

Worldwide XR: Der Tod soll nicht vor Wiederverwendung schützen

Ein Projekt von Worldwide XR ist bereits bekannt. Dabei handelt es sich um den Kriegsfilm Finding Jack. In der Hauptrolle: James Dean, verstorben 1955 im Alter von 24 Jahren.

Um Dean wiederzubeleben, wird modernste CGI-Technik in Kombination mit vorhandenem Filmmaterial genutzt. Eine alternative Möglichkeit ist es, einen lebenden Schauspieler die Rolle übernehmen zu lassen und anschließend das Gesicht des Verstorbenen darüberzulegen. So wurde beispielsweise Prinzessin Leia in Star Wars: Rogue One (Amazon-Link) erschaffen.

Während sich Anton Ernst, Regisseur von Finding Jack, bei der Familie von Dean für die Kooperation bedankt, ist Mark Roesler, der Gründer von CMG Worldwide, der Meinung, dass diese gar nicht erst notwendig sein sollte.

Laut Roesler sollten Name und Aussehen nach 64 Jahren nicht mehr von der Familie geschützt werden können. Der Job von Worldwide XR sei es, die Erinnerungen an beliebte Persönlichkeiten am Leben zu erhalten – und dieses Ziel erreiche es auch.

Digitale Tote im Klassenzimmer

Das Unternehmen hält auch die Rechte an Verstorbenen aus anderen Branchen. So ist es vorstellbar, dass Schüler eine VR– oder AR-Anwendung nutzen, um historischen Persönlichkeiten näherzukommen. Diese könnten dann persönlich ihre Geschichte erzählen und lebhafte Einblicke in ihr Werk geben. Weitere Anwendungsmöglichkeiten seien Ausstellungen in Museen oder Konzerte.

Viele Schauspieler melden sich aktuell mit Bedenken oder offener Ablehnung über Twitter zu Wort. Darunter Chris Evans und Elijah Wood. Dylan Sprouse, bekannt aus der Kinderserie Hotel Zack & Cody, bezeichnet Worldwide XR als Grabräuber und ist der Meinung, dass sie sich lediglich das Geld für echte Schauspieler sparen wollen.

Tatsächlich steht die Entertainment-Branche vor neuen ethischen Fragen, auf die es noch keine allgemeingültigen Antworten gibt – zumal sich vor dem 21. Jahrhundert verstorbene Schauspieler vermutlich nie gefragt haben, ob sie nach ihrem Tod digital wiederverwertet werden möchten.

Quelle: cnbc, Rollingstone

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