VR-Theater „Event“ feiert Premiere in Augsburg

VR-Theater „Event“ feiert Premiere in Augsburg

Das Staatstheater Augsburg erweitert sein VR-Repertoire. John Clancys „Event“ stellt die Frage: Welchen Mechanismen ist das Theatermachen unterworfen?

Die virtuelle Theater-Saison in Augsburg geht in die nächste Runde: Das Staatstheater Augsburg präsentiert John Clancys „Event“. Die 360-Grad-Inszenierung ist ab dem 2. Oktober für sämtliche VR-Brillen abrufbar. Wer keine hat, kann auf einen VR-Brillen-Lieferservice zurückgreifen.

„Event“: Ein sezierender Monolog in VR

In der 360-Grad-Aufzeichnung „Event“ schlüpft der deutsch-amerikanische Darsteller Patrick Rupar in die Rolle eines Schauspielers, der über sich und das „Ereignis“ Theater spricht. Dabei hinterfragt er die scheinbar festen Mechanismen, die dem Theatermachen zugrundeliegen. Was ist eigentlich Theater? Wer ist Schauspieler, wer das Publikum?

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Patrick Rupar in der Rolle des Schauspielers in John Clancys "Event" als VR-Theateraufführung

In „Event“ spielt Patrick Rupar einen Schauspieler, der das Theater hinterfragt. | Bild: David Ortmann

Regisseur John Clancy verwebt einen vielschichtigen Text über Schein und Sein mit der 360-Grad-Perspektive der VR-Brille (Übersicht). Dabei entsteht ein Verwirrspiel, das den Zuschauer herausfordern und gleichzeitig durch faszinierende Aufnahmen an ungewöhnlichen Drehorten fesseln soll.

Erstmals bringt das Augsburger Staatstheater eine seiner Produktionen auch auf Englisch in die Virtual Reality (Guide). Damit sollen die bislang ausschließlich deutschsprachigen VR-Inszenierungen einem internationalen Publikum zugänglich gemacht werden.

Staatstheater Augsburg liefert VR-Brillen ins Wohnzimmer

Im Mai dieses Jahres musste das Staatstheater Augsburg wegen der Corona-Pandemie die geplante Aufführung von „Orfeo ed Euridice“ absagen. 500 VR-Brillen hätten dabei im Publikum verteilt werden sollen, die den Zuschauern eine zusätzliche erzählerische Ebene in der Virtual Reality geboten hätten.

Ausblick in die VR-Unterwelt von Orfeo ed Euridice

Die Unterwelt der VR-Version von „Orfeo ed Euridice“ erinnert an ein dystopisches Cyberpunk-Szenario. | Bild: Heimspiel Agentur

Aus dieser Not heraus entstand das virtuelle Theater und das Staatstheater Augsburg führte einen VR-Lieferservice ein. Interessierte wurden von Mitarbeitern des Theaters für eine geringe Leihgebühr mit einer VR-Brille beliefert und konnten darauf das Stück „Judas“ erleben.

Dieser Service kann auch bei „Event“ in Anspruch genommen werden. Die Lieferung übernimmt dieses Mal der Fahrradkurierdienst boxbote. Die Auslieferung erfolgt nach Corona-konformen Hygienestandards. Derzeit können allerdings nur VR-Theatergänger in Augsburg beliefert werden.

Das Staatstheater arbeitet noch an einem deutschlandweiten Versand für künftige Aufführungen. Wer selbst eine VR-Brille besitzt, kann sich „Event“ im Pay-per-View-Verfahren auf der Webseite des Augsburger Staatstheater bestellen.

Titelbild: David Ortmann, Quelle: Staatstheater Augsburg

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