Gebührt digitalen Menschen mehr Respekt als einem Foto oder Video?

Das US-Unternehmen Holodexxx VR hat sich auf die Kreation digitaler Menschen fokussiert. Genauer: Es scannt Pornostars so realistisch wie möglich als 3D-Figur in die Virtual Reality ein. Jedes Detail der Sexdarsteller wird mit mehr als 100 Kameras aus allen Winkeln eingefangen. Sogar die Intimzone.

Die Holodexxx-Gründer kommen ursprünglich nicht aus der Pornobranche. Es sind Programmierer, Spieleentwickler, Künstler. Mit ihrer Plattform wollen sie Menschen in einem geschützten Raum die Möglichkeit geben, mit ihrer Sexualität zu experimentieren. Außerdem: Die eingescannten Pornostars werden nicht älter.

In den letzten zwei Jahren fokussierte sich das hauptsächlich durch Nutzer finanzierte Startup auf die Qualität des Scanning-Prozesses. Eine Veröffentlichung der Holodexxx-Plattform bei Steam ist für die nahe Zukunft angedacht.

VR-Menschen: Mehr als ein digitales Abbild?

Doch umso realistischer die eingescannten Damen und Herren werden, desto mehr stellt sich die Frage: Darf man mit diesen Figuren wirklich jede Phantasie ausleben – sie sind ja nur Computercode – oder gebührt ihnen mehr Respekt?

“Virtuelle Menschen sind ein kniffliges Unterfangen – sie sind keine Menschen, aber sie sind nicht vollständig maschinell”, schreibt Holodexxx im eigenen Blog. Und weiter: “Wir denken wirklich über die möglichen Auswirkungen dessen nach, was wir schaffen; Auswirkungen auf uns, die Benutzer und alle, die mit Holodexxx verbunden sind. Die Technologie für virtuelle Menschen war und wird sich weiterhin schnell ändern, ebenso wie unsere ethischen Grenzen.”

Aus diesem Grund habe man sich entschlossen, zunächst drei ethische Leitlinien aufzustellen und in Programmiercode umzusetzen:

Keine Gewalt

Holodexxx VR-Figuren spüren zwar nichts, dennoch dürfen Nutzer keine Gewaltfantasien an ihnen ausleben. Schläge seien eine klare rote Linie. “Den Hintern versohlen? Cool. Schlagen? Nicht so sehr.”

Auch verbale Gewalt via Sprachchat ist nicht möglich: Entsprechende Kommentare ignoriert der Avatar einfach.

Keine Diskriminierung

Umgekehrt sichert Holodexxx zu, selbst keine unangemessenen Inhalte in die Sprachfunktion der Avatare zu integrieren. Politische Meinungen, religiöse Ansichten oder soziale Einstellungen hätten in den Geschichten der Charaktere nichts verloren.

Ziel sei eine urteilsfreie Erfahrung für alle Nutzer. “Um ehrlich zu sein: Inzest-, Vergewaltigungs- und Lolita-Geschichten sprechen uns als Schöpfer nicht an.”

Faire Bezahlung

Die goldenen Zeiten der Pornoindustrie sind lange vorbei – zumindest bei den Darsteller*innen. Wohl deshalb hält es Holodexxx für notwendig, eine faire Bezahlung der Körperverleiher in die ethischen Leitlinien zu integrieren. Die Models sollen über den eigentlichen Körperscan hinaus bezahlt werden. Details dazu sollen beschlossen werden, sobald die Plattform offiziell startet.

Quelle und Titelbild: Holodexxx

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