KOMMENTAR

VR-Brillen müssen zum „ultimativen Bildschirm“ werden

VR-Brillen müssen zum „ultimativen Bildschirm“ werden

VR und AR müssen neue Erfahrungen und Anwendungen schaffen, aber auch eine Brücke schlagen zu 2D-Inhalten, wollen sie Erfolg haben.

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Meine Lieblings-News der Meta Connect 2022 betrifft nur indirekt Virtual Reality: dass Xbox Cloud Gaming für Meta Quest 2 kommt.

Dank der entsprechenden VR-App wird es möglich sein, hunderte hochwertige 2D-Spiele direkt in die Meta Quest 2 zu streamen und auf einer großen Leinwand zu erleben. Ein Game-Pass-Abo und Xbox-Controller reicht.

Diese Nachricht kam überraschend und freute mich, weil ich daheim weder eine Spielkonsole noch einen Gaming-Monitor stehen habe. An meinem Fernseher hängt nur ein Google Chromecast. Wenn ich keine Filme schaue oder lese, dann bin ich in VR unterwegs. Mit 2D-Gaming habe ich mich seit Jahren nicht mehr auseinandergesetzt.

Was nicht heißt, dass ich gelegentlich nicht gerne wieder etwas in die Richtung ausprobieren würde. Mit Xbox Cloud Gaming für Meta Quest 2 könnte ich dieser Tätigkeit innerhalb meines gewohnten Medienkonsums nachgehen und dank Virtual Reality im Großformat und an jeder beliebigen Wand.

Das Alte ins Neue integrieren

Mir ist klar, dass meine Mediennutzung von dem der großen Masse abweicht und dass Xbox Cloud Gaming allein kein Kaufgrund für eine VR-Brille ist.

Aber Xbox Cloud Gaming zu unterstützen, ergibt Sinn im Rahmen einer umfassenderen Strategie, 2D-Inhalte in VR zugänglich zu machen. Weil diese enormen kulturellen und ökonomischen Wert haben, auf den die Verbraucher:innen nicht verzichten sollten, wenn sie ein Headset aufsetzen.

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Ein Dashboard zeigt Titel von Xbox Cloud Gaming auf der Quest 2.

Eine Betaversion der Xbox-App in VR. | Bild: Meta, Microsoft

Das gilt nicht nur für Unterhaltungsmedien wie Spiele, Filme und Musik (Hallo, wo bleibt Spotify VR?!). Wie praktisch wäre es, wenn man in VR vollen Zugriff auf das eigene Smartphone hätte oder auf den Arbeitscomputer, um nach einem VR-Spiel noch schnell eine Schularbeit in VR fertig zu tippen oder auf eine E-Mail zu antworten, ohne die VR-Brille absetzen zu müssen.

Gleichzeitig mit Xbox Cloud Gaming kündigten Meta und Microsoft an, Windows 11 und Office-Apps für Meta Quest 2 und Meta Quest Pro herauszubringen. Damit wäre ein weiterer, wichtiger Schritt in eine Zukunft getan, in der das 2D-Ökosystem im VR-Ökosystem aufgeht und VR-Headsets zu Allzweckgeräten werden. Netflix VR, Youtube VR und eine Handvoll 2D-Apps reichen nicht. Da geht noch viel mehr.

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Carmack: VR muss „universelle Plattform“ werden

Eine Brücke zu schlagen zwischen alten und neuen Paradigmen des Medienkonsums und Datenverarbeitung: Das ist unabdingbar für die breitere Aneignung von VR und AR.

Ein großer Verfechter des Vorhabens, 2D-Inhalte in VR zugänglich zu machen, ist der ehemalige Oculus-Technikchef John Carmack, der heute in beratender Funktion für Meta arbeitet. Schon 2019 meinte Carmack bei einem Connect-Vortrag zu diesem Thema:

„Es gibt Inhalte im Wert von einer Billion Dollar, die für andere Bildschirme entwickelt wurden. Und ich halte es für völlig unvernünftig, so zu tun, als würden die Leute den gesamten Wert dieser Inhalte in VR-spezifischen Anwendungen nachbilden. [VR] sollte die universelle Plattform sein. Man sollte in der Lage sein, alles in VR zu tun.“

Und Carmack geht noch weiter in seiner Vision: Das VR-Headset solle „der beste Bildschirm im Haus“ sein, der „egal, welche anderen Tablets, Telefone, Bildschirme oder Fernseher man nutzt, eine VR-Version davon bietet, die auf eine Weise signifikant besser ist.“

Auf diese Zukunft freue ich mich.