Schönheitssalons und Entspannungoasen in den USA entdecken Virtual Reality als neue Dienstleistung und kassieren dank saftigem Aufpreis ordentlich ab. Doch passen Technologie und Entspannung wirklich zusammen?

In Schönheitspflege und Wellness fließt viel Geld. Weshalb sollte man diesen Service nicht durch etwas Außergewöhnliches wie Virtual Reality aufwerten?

Im Kohler Waters Spa in Chicago können sich Kunden per VR-Brille an einen anderen Ort fernab der Großstadt transportieren lassen und sich die Fußnägel an einem Privatstrand oder einem idyllischen Berghang pflegen lassen, schreibt die New York Times in einem Bericht über den neuen VR-Wohlfühltrend.

95 US-Dollar kostet die VR-Pediküre, das sind 16 US-Dollar Aufpreis zu einer Standard-Nagelpflege. Wenn man für Milch und Honig im Pedikürenwasser draufzahlt, wieso nicht für einen Kurztrip ins Paradies?

Virtual Reality als Luxuserfahrung

“Unser VR-Angebot wird immer beliebter”, sagt William Engvall vom G20 Spa & Salon in Boston. Die Entspannungsoase im Herzen der Stadt bietet seit 2018 VR-Meditationen an. Fünf bis zehn Kunden pro Woche buchen eine VR-Sitzung und bezahlen 45 US-Dollar für 30 Minuten Wohlfühl-VR in virtuellen Wäldern und unter nordischen Polarlichtern.

Zum gleichen Preis bietet das VR-Massagecenter Esqapes in Los Angeles eine Alltagsflucht in eine Tropenlandschaft oder Wüste. Hier werden sogar Gerüche und Wind simuliert. “Virtual Reality und die extrasensorischen Komponenten sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung”, sagt Esqapes CEO Micah Jackson.

Im luxuriösen Qua Baths & Spas im Caesars Palace in Las Vegas zahlen Kunde 555 US-Dollar für eine Gesichtsbehandlung. 205 US-Dollar entfallen auf eine einführende zehnminütige Entspannung in Virtual Reality samt Massage.

Neue Wellness-Dienstleistung für wenig Geld

Das ist mehr als eine technisch simplere VR-Brille kostet. Da sich Kunden während der Behandlung nicht bewegen, würde eine Oculus Go (Amazon-Link) ausreichen und die kostet mittlerweile 150 US-Dollar.

Die Investition seitens der Spa ist folglich minim und viel günstiger als speziell ausgebildetes zusätzliches Personal. Die Kunden können sich die VR-Brillen selber aufsetzen und das gewünschte VR-Wohlfühlprogramm laden.

“Spas suchen aufgrund von Personalmangel nach Dienstleistungen, für die man keine lizenzierten Therapeuten braucht”, sagt Kate Mearns, Leiterin des Wellnessdienstleisters LIVunLtd Spa & Wellness.

Ist die VR-Brille fehl am Platz?

Die App-Anbieter verdienen ebenfalls gut an den VR-Spas. Die Entwickler der VR-App Guided Meditation VR lizenzieren ihre Software für monatlich 150 bis 300 US-Dollar pro VR-Brille.

“Als wir die B2B-Version der Anwendung entwickelten, dachten wir, dass Zahnärzte, Doktoren und Altenpflege einen viel größeren Markt darstellen, aber Spas sind am meisten interessiert”, sagt CEO Josh Farkas.

Doch längst nicht alle sind überzeugt von dem neuen VR-Wohlfühltrend. Wellness-Beraterin und Redaktionsleiterin der Internetseite Insider’s Guide to Spas Mary Bemis glaubt, dass Virtual Reality fehl am Platz ist.

“In einer allzu virtuellen synthetischen Welt bietet die Spa-Kultur eine durch und durch menschliche, nicht duplizierbare Erfahrung”, sagt Bemis. “In einer Welt der Fälschungen ist die Goldstandard-Spa-Erfahrung etwas Reales, nicht Virtuelles.”

Titelbild: Esqapes, Quelle: New York Times

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