Virtual Reality hilft im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Virtual Reality hilft im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Nevada kämpft mit hoher Jugendarbeitslosigkeit. Für die Wiedereingliederung der „disconnected youth“ setzt der US-Bundesstaat auf Virtual Reality.

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Las Vegas ist hierzulande vor allem als glamouröse Glücksspieloase bekannt, in der wilde Partynächte oder stilvolle Shows namhafter Künstler:innen an der Tagesordnung stehen. Die Stadt in der Wüste des US-Bundesstaats Nevada besteht allerdings aus mehr als nur Glitzer und Glamour. Viele Jugendliche und junge Menschen sind beschäftigungslos oder haben keinen Platz an einer Schule.

Ein Virtual Reality-Programm soll helfen, sie wieder einzugliedern.

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Arbeitslosigkeit in Nevada trifft primär junge Menschen

Clark County ist mit 2,3 Millionen Einwohner:innen der bevölkerungsreichste Bezirk im Bundesstaat Nevada. Die regionale Verwaltungseinheit, vergleichbar mit einem deutschen Landkreis, beheimatet 72 Prozent aller Einwohner:innen des Bundesstaats. Auch Las Vegas liegt in diesem Gebiet.

Allein in Clark County gibt es derzeit etwa 46.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 24, die der sogenannten „disconnected youth“ zugeordnet werden. Das sind junge Menschen, die an keiner Schule eingeschrieben oder arbeitssuchend sind.

Einem Report des gemeinnützigen Instituts Guinn Center zufolge, das sich mit den wichtigsten gesellschaftspolitischen Herausforderungen des Bundesstaats Nevada befasst, steigen diese Zahlen weiter an. In dieser Altersgruppe liegt die Arbeitslosenquote in Nevada über dem nationalen Durchschnitt. Keine andere Altersgruppe in Nevada hat stärker mit Beschäftigungslosigkeit zu kämpfen.

Virtual Reality soll Perspektiven bieten

Um Jugendlichen wieder eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten, setzt die West Charleston Library in Las Vegas Virtual Reality ein. Vor Kurzem wurde dort das Employ NV Youth Hub and Teen Zone gegründet.

„Der neue Employ NV Youth Hub wird unseren jungen Leuten zusätzliche Einstiegsmöglichkeiten in die Arbeitswelt bieten, indem er Zugang zu Praktika, Vorlehrstellen, Mentoring, Gehaltsschulungen und Jobs bietet“, sagte der Abgeordnete Steven Horsford während der Eröffnung.

Das Zentrum will jungen Menschen Kompetenzen für den Berufseinstieg vermitteln. Wichtiger Bestandteil des Programms ist eine VR-Simulation, die Teilnehmende in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen soll. In der VR-Brille erleben die Jugendlichen reale Berufsszenarien und bekommen einen Einblick in verschiedene Tätigkeiten. Dadurch sollen sie herausfinden, welche Berufszweige sie interessieren.

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Soft-Skill-Training für Berufseinsteiger:innen

Neben dem reinen Einblick in den Berufsalltag von Feuerwehrmännern und -frauen, Handwerkenden oder Ver- und Entsorgenden, lernen die Besucher:innen des Youth Hubs auch verschiedene Fertigkeiten in VR, wie den korrekten Einsatz eines Feuerlöschers.

Gerade für Tätigkeiten, die in der realen Umgebung aufwendig nachzustellen oder gefährlich zu erlernen sind, setzt die Industrie auf VR-Trainings. In Deutschland lernen Holz- und Forstarbeitende den Umgang mit der Kettensäge in VR und in Florida übt eine Polizeiwache gefährliche Einsätze in Virtual Reality.

Das VR-Training im Youth Hub macht die Teilnehmenden auch mit den immer wichtiger werdenden immersiven Technologien Virtual Reality und Augmented Reality vertraut. „Ich denke, dass wir in den nächsten 20 Jahren vieles virtuell machen werden. Einfach, weil die Technologie auf dem Vormarsch ist und der Einzelne definitiv wissen muss, wie man mit diesen Systemen umgeht, um sich im Arbeitskräftesystem zurechtzufinden“, so Christopher Williams vom Employ NV Youth Hub.

Immersives Lernen auf dem Vormarsch

Lernen in der Virtual Reality profitiert hauptsächlich von der Immersion. Lerninhalte werden nicht nur kognitiv begriffen, sondern auch physisch verinnerlicht. Die VR-Umgebung ermöglicht das tatsächliche Ausführen einer Tätigkeit und unterstützt die menschliche Erinnerungsleistung durch visuelle Reize. Das belegten Forschende der Universität Maryland schon 2018.

Die Studie zeigt, dass Virtual Reality-Umgebungen das Erinnerungsvermögen fördern. Die Wissenschaftler:innen bewiesen anhand der Memory Palace-Methode (Erklärung), dass sich Menschen mit VR-Brille Dinge aufgrund der verbesserten räumlichen Orientierung und Immersion leichter merken können.

Auch für Hochschulen werden immersive Medien immer interessanter. Das Start-up Bodyswaps bietet Soft-Skill-Training in Virtual Reality an, mit dem etwa Einstellungsgespräche geübt werden können. Gemeinsam mit 10.000 Studierenden an Universitäten in den USA, Kanada und Europa führt das Unternehmen aktuell eine Studie durch, um herauszufinden, wie VR optimal an Universitäten eingesetzt werden kann.

Quellen: The Nevada Independent, Guinn Center