In der dritten Ausgabe der Deep-Dive-Artikelreihe gibt Valve Einblick in die Entwicklung der Valve-Index-Ohrlautsprecher.

Die VR-Brille nutzt eine ungewöhnliche Audiolösung. Valve verzichtete bewusst auf integrierte Lautsprecher, wie sie bei neueren Oculus-Brillen zum Einsatz kommen oder herkömmliche Kopfhörer wie bei der Original-Rift. Das Unternehmen setzte stattdessen auf spezielle Lautsprecher, die den Ohren vorgelagert sind und diese nicht berühren. Im nunmehr dritten Deep-Dive-Artikel erklärt Valve, weshalb.

Zum einen könnten aufliegende Kopfhörer nach längerer Zeit als unbequem empfunden werden oder eine unangenehme Wärme erzeugen, zum anderen würden sie das natürliche Hörerlebnis einschränken, da die individuelle Form des Kopfes und der Ohren beim Hören nicht berücksichtigt werden, wenn die Kopfhörer direkt aufliegen.

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Valves erster Prototyp. BILD: Valve

Um die Idee der Ohrlautsprecher zu testen, baute Valve einen ersten Prototyp, der aus einem Skateboard-Helm und daran montierten Lautsprechern bestand. Interne Tests waren positiv. Valve stieß jedoch auf mehrere Probleme wie schwache Tiefen, klangliche Variationen je nach Ohrpositionierung sowie ein hohes Gewicht und die Größe der Geräte.

Um verschiedene Lautsprecher zu testen, konstruierte Valve eine modulare, kopfhörerähnliche Halterung, mit der unterschiedliche Minilautsprecher ausprobiert werden konnten. Das Unternehmen nannte diese Prototypen “Hummingbirds” (Deutsch: Kolibris.)

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Einer von vielen “Hummingbird”-Prototypen. BILD: Valve

Als besonders vielversprechend erwies sich eine besondere Sorte Lautsprecher, sogenannte Balance Mode Radiators (BMRs). Sie reduzieren Audioverzerrungen bei unterschiedlicher Ohrpositionierung durch spezielle Materialien und Klangsimulationen, waren näher an Valves Idealgewicht für Ohrlautsprecher, besaßen einen guten Klang und waren sehr viel dünner als herkömmliche Minilautsprecher.

Valve begann daraufhin mit der Entwicklung von BMR-Ohrlautsprechern und holte sich als Partner den Lautsprecherhersteller Tectonic an Bord.

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Für Klangmessungen wurde ein Puppenkopf eingesetzt. BILD: Valve

 

Dass die Ohrlautsprecher nach außen abstrahlen sowie externe Geräuschquellen durchlassen, nahm Valve in Kauf, da die Vorteile des Systems  insgesamt überwiegen: namentlich das natürliche Hörerlebnis und der Umstand, dass die Lautsprecher nicht auf die Ohren drücken.

Zu den letzten Entwicklungsschritten gehörte die Implementierung der Ohrlautsprecher in den Formfaktor der Valve Index sowie Klangmessungen für das Optimieren der Soundqualität. Die Mühe hat sich gelohnt: In Index-Tests wird die Audioqualität der VR-Brille besonders gelobt.

Titelbild und Quelle: Valve

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