Valve Index wird ab dem 28. Juni an Frühbesteller ausgeliefert. In einer “Deep Dive” genannten Artikelserie erklärt Valve die technischen Vorzüge der VR-Brille. Im ersten Artikel geht es um das ungewöhnliche weite Sichtfeld.

Valve führt zunächst aus, weshalb es schwierig ist, das Sichtfeld einer VR-Brille in einer objektiven Zahl anzugeben. Das Sichtfeld hänge von zahlreichen Faktoren wie der Form und Brennweite der Linse und der Displaygröße ab, aber auch von variierenderen Parametern wie der Position der Augen vor der Linse.

Abhängig davon wie nah das Auge an der Linse ist, kann das Sichtfeld signifikant variieren: Valve spricht von drei Grad pro Millimeter. Der minimale Augenabstand zur Linse wird durch individuelle Gesichtsgröße und -geometrie bestimmt und kann laut Valve von Person zu Person bis zu sechs Millimeter variieren. Das Sichtfeld fällt also je nach Gesichtsform sehr individuell aus.

Ein weiterer, wichtiger Faktor: wie mittig das Auge vor den Linsen positioniert ist. Entspricht der Abstand der Linsen nicht dem individuellen Augenabstand, wird das Sichtfeld künstlich begrenzt. Das Auge blickt dann seitlich in die Linse statt gerade hinein.

Valve setzt auf Anpassbarkeit

Um diesen individuellen Faktoren Rechnung zu tragen, gestaltete Valve die Index-Brille mit einer Einstellung für den Abstand der Augen zur Linse (“Eye Relief Adjustment”) und der Möglichkeit, den Abstand der Linsen zueinander anzupassen (“Hardware IPD Adjustment”). Dieser Einstellungsspielraum soll Nutzern helfen, ihr Sichtfeld zu maximieren.

Der einstellbare Abstand des Auges zur Linse beträgt zwölf bis 22 Millimeter, was einer Sichtfelddifferenz von bis zu 30 Grad entspricht, wie das folgende Video zeigt. Damit das Auge möglichst nahe an die Linsen herankommt, entwarf Valve zudem möglichst flache Linsen. In herkömmlichen VR-Brillen sind diese stärker nach außen gewölbt.

Valves zweiter technischer Kniff sind leicht abgeschrägte Linsen und Displays. Diese optischen Elemente sind nicht wie bei herkömmlichen VR-Brillen parallel angeordet, sondern zeigen jeweils fünf Grad nach außen. Dadurch wird das Sichtfeld an den äußeren Rändern etwas vergrößert und die stereoskopische Überlappung an den inneren Seiten etwas kleiner, wie folgendes Video veranschaulicht. Der Zugewinn an Sichtfeldweite beträgt laut Valve circa zehn Grad.

Ein Nachteil dieses Designs sei, dass Valve softwareseitig bei der Darstellung von VR-Inhalten nachhelfen muss, da Apps und das GPU-Rendering auf ein parallel verlaufendes optisches System optimiert seien. Das gerenderte Sichtfeld sei ähnlich wie bei einer HTC Vive oder Vive Pro, aber der Nutzer sehe mehr mit Valve Index, schreibt das Unternehmen.

Für ein möglichst weites und stabiles Sichtfeld verwendete Valve zusätzlich große Linsen mit 50 Millimeter Durchmesser. Valve wollte zudem sicherstellen, dass das Bild über das gesamte Sichtfeld hinweg klar und “geometrisch stabil” erscheint, das heißt, dass keine Verzerrung auftritt.

Titelbild und Quelle: Valve

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