US-Kongress stoppt 400-Millionen-Bestellung der Militär-Hololens

US-Kongress stoppt 400-Millionen-Bestellung der Militär-Hololens

Microsofts Kampf-AR-Brille für die US-Armee bleibt ein Projekt mit viel Dynamik.

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Wer dachte, Microsofts Militär-Hololens IVAS sei nach der jüngsten Bestellung der US Army von 10.000 Kampfbrillen aus dem Gröbsten raus, hat sich getäuscht: Der US-Kongress hat eine weitere Bestellung über 6.900 Brillen im Wert von 400 Millionen US-Dollar für das laufende Fiskaljahr untersagt.

Stattdessen soll die US Army nur 5000 Brillen für Trainingszwecke erhalten, während Microsoft eine verbesserte Version 1.2 entwickelt.

Bei den bislang ausgelieferten Versionen handelt es sich um 1.0- und 1.1-Versionen, die laut bisherigen Militär-Berichten signifikante technische Mängel haben. Soldat:innen sollen bei Tests unter drei Stunden Nutzungszeit über Kopfschmerzen, Überanstrengung der Augen und Übelkeit gelitten haben.

Microsoft muss nacharbeiten

Statt der 400 Millionen US-Dollar für die Auslieferung weiterer aktueller Brillen gab der Gesetzgeber für dieses Fiskaljahr nur 40 Millionen US-Dollar für die Entwicklung einer verbesserten Version frei, berichtet Bloomberg.

Die US Army stellte zuvor Ende Dezember 125 Millionen US-Dollar für die Entwicklung einer Militär-Hololens 1.2 zur Verfügung. Das Geld stammt aus den Haushaltsmitteln des Vorjahres.

Der Auftrag sieht Verbesserungen der in vorherigen Testeinsätzen festgestellten Mängel vor. Die 1.2-er Version der Kampf-Brille soll einen neuen Formfaktor, ein diskreteres Display und mehr Komfort bieten, mit besser verteiltem Gewicht und einer neuen Benutzeroberfläche. Sie soll zudem zuverlässiger arbeiten und weniger Energie verbrauchen.

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In einem früheren Bericht erklärte ein Tester, dass IVAS „uns wegen der hellen, gut sichtbaren Display-Lichter umgebracht hätte.“ IVAS 1.2 soll außerdem zuverlässiger arbeiten und weniger Energie verbrauchen.

US Army steht hinter dem Projekt

„Das Heer steht uneingeschränkt hinter IVAS und den damit verbundenen Vorreiterkapazitäten, die es den Soldaten ermöglichen werden, sich auf dem Schlachtfeld durchzusetzen“, schreibt die US Army. Die schrittweise Einführung von IVAS soll im September 2023 beginnen.

Theoretisch könnte Microsoft in den nächsten zehn Jahren 120.000 Brillen im Wert von 22 Milliarden US-Dollar an die US Army liefern, vorausgesetzt, der Konzern bekommt die komplexe Augmented-Reality-Technologie noch in den Griff. Das IVAS-Projekt läuft seit 2018 und soll US-Soldat:innen visuelle Superkräfte bieten wie in einem Computerspiel.

Microsoft selbst wollte den Bericht nicht kommentieren. Auch bei der kommerziellen Version der Hololens halten die Redmonder den Ball flach. Kürzlich machte Microsofts XR-Chef eine Andeutung, dass Microsoft noch an Hololens arbeitet und ein Update erscheinen könnte, ohne allerdings konkret zu werden.

Quellen: Bloomberg, US Army