Es gibt sie noch, die Investitionen in große VR-Ideen.

Das 2013 gegründete dänische VR-Lernunternehmen “Labster” hat in einer zweiten Förderrunde 21 Millionen US-Dollar eingesammelt. Insgesamt liegt das Kapital des Startups jetzt bei rund 35 Millionen US-Dollar: Zuvor gab es im September 2018 zehn Millionen US-Dollar sowie im April 2016 3,7 Millionen US-Dollar. Die Liste der Investoren wird vom US-Risikokapitalunternehmen Owl Ventures angeführt.

Labster hat sich – der Firmenname deutet es an – auf virtuelle Laborexperimente spezialisiert. Das Angebot richtet sich insbesondere an Universitäten und dort an Studierende technischer und naturwissenschaftlicher Fächer.

Laut Labster benutzen weltweit 200.000 Studierende die Software an mehr als 150 Hochschulen und Universitäten, darunter bekannte Namen wie Harvard, MIT, Stanford, Exeter und der ETH Zürich.

Mit dem frischen Kapital will Labster in den USA expandieren, Support und Marketing ausbauen und neue Labor-Simulationen entwickeln.

Der stärkste Wettbewerb ist laut Labster-Mitgründer Michael Bodekaer der Status Quo: Mögliche Kunden zögerten beim VR-Einstieg, da sie Sorge hätten, dass sie die Technologie nicht sinnvoll in den Unterricht integrieren können, weil Zeit und Wissen fehlen. Labster will diesem Zaudern mit besseren Trainingsangeboten begegnen.

Gemeinsam mit Google startete Labster im letzten Sommer einen Probelauf an der Universität Arizona: Angehende Biowissenschaftlerinnen und – wissenschaftler konnten insgesamt 30 Lektionen virtuell absolvieren. Sie erhielten dieselbe Anzahl Credit Points wie Mitstudierende im realen Labor.

Günstig, schnell und unmöglich

Das VR-Labor soll Engpässe an den Universitäten beseitigen, die nicht genug Labore bereitstellen können oder Studierenden helfen, die außerhalb wohnen.

“STEM-Karrieren werden immer wichtiger und stärker nachgefragt”, sagt Bodekaer. “Allerdings haben die meisten Studierenden keinen Zugang zu teuren Hightech-Laboren oder genug Zeit im Labor, um wichtige Fähigkeiten zu erlernen.”

Ziel von Labster sei es, eine moderne Wissenschaftsausbildung zu ermöglichen, die kosten- und zeiteffizient ist.

Außerdem können im VR-Labor Experimente stattfinden, die in der Realität nur schwer oder gar nicht abbildbar sind, zum Beispiel die Manipulation von DNA auf Molekularebene oder Ausflüge ins Weltall – und das mit integrierter Vorspulfunktion.

Insgesamt bietet Labster derzeit 70 Labor-Szenarien. Eine Übersicht über verfügbare Szenarien ist hier.

Die App kann als Demoversion hier heruntergeladen werden. Sie ist kompatibel mit den Daydream-VR-Brillen View und Mirage Solo.

Der volle Funktionsumfang steht nur mit einer entsprechenden Lizenz zur Verfügung. Verkauft wird der Service als Abo sowohl an einzelne Studierende als auch an Einrichtungen.

Quelle: Techcrunch, Titelbild: Labster

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