Aufgepasst Google & Nintendo, so geht VR mit Pappkarton

Aufgepasst Google & Nintendo, so geht VR mit Pappkarton

Ein Software-Experiment des französischen Entwicklers „VoxelGuy“ macht einen einfachen Karton zum interaktiven VR-Diorama.

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Dieser Prototyp hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich: Der französische Software-Bastler Guillaume Chatelain alias „VoxelGuy“ hat ein Programm entworfen, in dem eine Schachtel in seinen Händen zu einer kleinen, beweglichen Spielwelt wird.

In der realen Welt neigt und schüttelt Chatelain lediglich einen manipulierten Karton. Unter der VR-Brille jedoch erscheint zwischen seinen Fingern etwa eine komplette kleine Murmelbahn mit fiesen Lavafallen. Andere Szenarien zeigen einen drehbaren Kaninchenbau, in dem die Möhren zum Langohr rollen – oder sogar einen beschaulichen kleinen Marktplatz, der an Aufbauspiele wie Little Cities erinnert.

Ein Pappkarton als VR-Controller

Der Trick dahinter ist so einfach wie genial: Der Entwickler hat schlicht einen Touch-Controller an der Oberfläche der Kiste befestigt. So werden alle Bewegungen der Box akkurat gemessen und in der Unity-Engine auf die Maße des Kartons übertragen. Das Bild des PC-VR-Programms streamt er via Wi-Fi (Air Link) auf seine autarke Meta Quest.

Der Entwickler hat sogar seine Wohnung in Virtual Reality nachgebildet: So sitzt er auch virtuell an seinem echten Schreibtisch, über dem er den Karton neigt und dreht.

Reddit | Video: Reddit-Nutzer „VoxelGuy“ (Guillaume Chatelain)

An Ideen mangelt es ihm allgemein nicht: Bei Reddit hat Chatelain bereits früher Eindrücke davon gepostet, wie er den „digitalen Zwilling“ seiner Wohnung in andere Szenarien verwandelt. Auf Knopfdruck befindet er sich in einem Raumschiff oder in einer Pixelwelt im Minecraft-Stil.

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Ein VR-Brillenträger staubsaugt den Boden.
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In einer weiteren seiner Minispiel-Ideen klebt der Controller am Rohr seines Staubsaugers. So kann er im virtuellen Abbild der realen Wohnung riesige Münzen vom Boden aufsaugen. Das Spiel hat sogar praktischen Nutzen, weil er beim „Einsammeln“ der Münzen keine Ecken mehr vergisst – die Gamification der Hausarbeit.

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In einem Mixed-Reality-Prototypen wird das Staubsaugerrohr zum Controller.

In einem weiteren Prototypen wird das Staubsaugerrohr zum Controller. | Bild: Guillaume Chatelain (Reddit: VoxelGuy)

„Für mich ist der Controller ein Tracker“ erklärt Chatelain, der sich als Enthusiast für Unity, Blender und VR versteht. Sein Geistesblitz für den „magischen“ Karton in der virtuellen Welt kam ihm im Alltag. Er nahm die Maße, fixierte die Controller mit etwas Draht und entwickelte ein paar Minispiele, die er auf die Position und Rotation abstimmte.

Trotz des einfachen Konzepts sei das Gefühl genial, freut sich der Entwickler. Selbst Nichtspieler hätten es auf Anhieb verstanden, wenn sie es bei ihm ausprobierten: „Sie schnappen sich einfach die Box vor ihnen und spielen damit herum.“

Kreative VR-Experimente in der Unity-Engine

Aufgrund einiger Bugs und zu wenig Erfahrung in diesem Bereich habe er seine Experimente bisher nicht veröffentlicht, so Chatelain, der beruflich als Web-Entwickler arbeitet. Künftig könne sich das ändern, nach einer gewissen Lernphase oder bei einem besonders spannenden Prototyp. Chatelains weitere Ideen umfassen Minispiel-Sammlungen wie Warioware oder Puzzles mit optischen Täuschungen wie im Steam-Titel „Moncage“.

Im Sidequest-Store könnt ihr schon andere Mixed-Reality-Konzepte ausprobieren (zur Sideloading- und Sidequest-Anleitung): Das Entwicklungs-Kit 2Sync verwandelt die Wohnung in eine greifbare VR-Welt, etwa im damit geschaffenen Zombie-Shooter House Defender (ehemals „RoomJam“).

Falls ihr die reale Welt mit AR-Elementen vermischen wollt, könnt ihr auf der Quest 2 zudem die AR-Demo The World Beyond ausprobieren. Meta hat die Erfahrung zum Launch des neuen SDK veröffentlicht, das Spielobjekte dauerhaft in der physischen Welt verankert.

Quellen: Reddit: VoxelGuy (Cardboard-Prototype, Vacuuming-Prototype)