Russische Raumfahrtbehörde: Highend-VR-Brille fürs Astronauten-Training

Russische Raumfahrtbehörde: Highend-VR-Brille fürs Astronauten-Training

Fürs Weltall- und Raumschifftraining können sich russische Kosmonauten zukünftig eine fortschrittliche VR-Brille aufziehen.

Die russische Weltraumorganisation Roskosmos bastelt an zwei VR-Brillen, die Ingenieuren und Kosmonauten der staatlichen Organisation die Arbeit und das Training erleichtern sollen.

Das erste Modell ist die Roskosmos XR-1. Sie kommt mit Spezifikationen, wie man sie auch in aktuellen VR-Brillen für Endanwender findet: Zwei LC-Display lösen mit 1.440 x 1.440 Pixel pro Auge auf, bieten bis zu 120 Hz Bildwiederholrate bei einem Sichtfeld von 105 Grad mit hybriden Fresnellinsen.

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Das Gewicht soll bei weniger als 500 Gramm liegen, die Brille unterstützt Windows 10 sowie SteamVR. Das Tracking-System ähnelt optisch stark an Valves Laser-basiertes Lighthouse-Tracking für SteamVR. Diese vergleichsweise „normale“ VR-Brille will Roskosmos für zivile Technologie-Tests einsetzen.

Russische Kosmonauten trainieren mit Highend-VR-Brille

Für die Kosmonauten VR-Brille legt Roskosmos ein paar Schippen drauf: Die XR-2-Brille (Codename: Sokol-1) trumpft mit einer Auflösung von  5.760 mal 2.880 Pixeln auf bei einer Sichtfeldweite von 157 Grad.

Das Trackingsystem soll bis zu 256 Objekte gleichzeitig verfolgen können bei einer maximalen Abweichung von fünf Millimetern. Zwei Basisstationen decken einen Bereich von bis zu 200 Quadratmeter ab. Beide Roskosmos VR-Brillen benutzen 3D-Controller, die in puncto Formfaktor an Facebooks VR-Controller Oculus Touch erinnern.

Mit einer Highend-VR-Brille will die russische Raumfahrtbehöde Roskosmos das Simulationstraining ihrer Kosmonauten aufwerten. | Bild: Roskosmos

Mit einer Highend-VR-Brille will die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos das Simulationstraining ihrer Kosmonauten aufwerten. | Bild: Roskosmos

Zusätzlich hat die XR-2 ein Eye-Tracking-System integriert, das bei VR-Brillen gleichbedeutend sein kann mit einem Generationenwechsel: Hochwertiges Eye-Tracking kann beispielsweise durch neue Rendertechniken den Realitätsgrad von VR-Simulationen deutlich erhöhen. Außerdem dient die Blicksteuerung als zusätzliches Interface und eine Blickauswertung kann die Trainingssteuerung verbessern.

Die XR-2 soll unter anderem Teil eines Raumschiffsimulators für das Kosmonauten-Training sein: Trainierende sollen das aktuelle Sojus-Raumschiff und das noch in Entwicklung befindliche „bemannte Transportschiff neuer Generation“ Orel virtuell testen können. Die VR-Simulation soll durch haptisches Zubehör und eine Zero-G-Umgebung realistischer werden.

Weitere VR-Anwendungsszenarien sieht Roskosmos bei der Remote-Interaktion von Designern, mit Robotern oder für die Weltraum-PR. Der Einsatz der Brillen außerhalb von Roskosmos für andere Unternehmen und sogar Verbraucher, als Konkurrenz zu ausländischen Alternativbrillen, ist ebenfalls eine Option.

Hard- und Software sollen komplett in Russland entwickelt werden. Roskosmos möchte ergänzend zur Brille eine Content-Management-Lösung anbieten.

Quelle: Holographica.space

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