Handtracking in VR ist vielversprechend, aber noch nicht ausgereift. Eine besonders clevere Nutzung des Handtrackings zeigt jetzt ein Entwickler.

Hände und deren Bewegungen und Posen in Virtual Reality möglichst realistisch darzustellen ist für Entwickler eine Herausforderung. Jedes Studio entwickelt dabei seine eigene Technik und Herangehensweise. Die einen setzen auf dynamische Animationen, andere gehen einen prozeduralen Weg.

Hand-Posen für VR-Spiel und Apps sind sehr aufwendig

Wieder andere programmieren jede einzelne Möglichkeit bis auf den Millimeter genau. Besonders beeindruckend ist die Arbeit, die Valve mit ihrem VR-Hit Half-Life: Alyx (Test) geleistet hat. Die Natürlichkeit der Interaktion mit den eigenen Händen, die butterweichen Animationen und die Präzision bei der Anwendung sind beeindruckend.

Update 1.4 für Half-Life: Alyx erweitert die Modding-Unterstützung und bringt ein Grafikschmankerl.
Der perfekte Handgriff in VR: Half-Life: Alyx ist dafür ein Vorzeigespiel. | Bild: Valve

Doch der Aufwand für eine solch realistische und überzeugende Programmierung ist enorm, vor allem wenn die jeweilige Anwendung viele verschiedene Gegenstände mit unterschiedlichen Formen beinhaltet. Für jedes Item müssen mindestens eine, oft aber mehrere passende Animationen bzw. Hand-Posen entwickelt werden – je nachdem, wie der Benutzer den Gegenstand nutzen soll. Es ist leicht vorstellbar, wie komplex allein diese Aufgabe sein kann.

Mit Quest-Handtracking einfach Hand-Posen entwickeln

Entwickler Luca Mefisto hat nun eine smarte Lösung entwickelt, die Entwicklern viel Zeit bei der Entwicklung solcher Hand-Posen sparen soll. Dazu verwendet er das Oculus Quest-Handtracking (Info-Guide). Ein virtuelles Objekt wird mittels Handtracking in bestimmter Weise gegriffen und das Tool erstellt von der Hand-Pose eine Momentaufnahme, einen sogenannten Snapshot.

© Luca Mefisto

Mit diesem Snapshot können die Entwickler dann arbeiten und valide Positionen für die Pose am virtuellen Objekt definieren. Verschiedene Posen für das gleiche Objekt sind ebenfalls möglich, inklusive unterschiedlicher Ausgangspunkte.

VR-Controller dem Handtracking noch überlegen

Handtracking auf der Oculus Quest ist seit Ende 2019 ein Feature für die Oculus Quest (Test). Nach einer experimentellen Phase wurde das Handtracking am 28. Mai 2020 als vollwertiges Feature veröffentlicht. VR-Spiele (alle Releases) wie Waltz of the Wizard Extended Edition (Test) für die Quest haben das Handtracking offiziell eingebunden. Allerdings zeigen sich noch deutliche technische Unzulänglichkeiten in der tatsächlichen Nutzung – VR-Controller haben derzeit noch klare Vorteile.

© Luca Mefisto

Die Verwendung des Quest-Handtrackings zur Entwicklung realistischer Hand-Posen bei der Nutzung von VR-Controllern ist vor diesem Hintergrund äußerst clever. Das Tool soll zudem als Open Source-Projekt veröffentlicht und damit kostenlos für Entwickler zur Verfügung stehen. Einen genauen Release- Zeitpunkt gibt es noch nicht. Updates zur Entwicklung könnt ihr im offiziellen Twitter-Account von Luca Mefisto nachverfolgen.

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