Quest 3 ausprobiert: Schärfer, leistungsfähiger und einfach besser

Quest 3 ausprobiert: Schärfer, leistungsfähiger und einfach besser

Ich war auf einem Presse-Event in London und konnte die Quest 3 rund 45 Minuten ausprobieren. Was kann Metas neue VR/AR-Brille und lohnt sich der Kauf?

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Letzte Woche lud Meta zum Presse-Event in London. Dort hatte ich Gelegenheit, die neue VR/AR-Brille Quest 3 auszuprobieren. An zwei Stationen durfte ich die neuen Mixed-Reality-Features testen und ein paar VR-Spiele, darunter das mit Spannung erwartete Assassin's Creed Nexus (Hands-on in Kürze).

Was mir gut und weniger gut gefallen hat, beschreibe ich euch jetzt. Ich konzentriere mich dabei auf die wichtigsten Kernpunkte.

Disclaimer: Kurze Anspielsessions können immer nur einen Ersteindruck vermitteln. Ein komplettes Review, in dem sich auch Ersteindrücke revidieren können, ist für eine finale Kaufentscheidung notwendig. Unser Quest-3-Review wird voraussichtlich am 10.10.2023 erscheinen.

Quest 3: Das Bild ist klar und scharf bis zu den Rändern, aber ...

Alle Informationen zu den Spezifikationen findet ihr unten im Datenblatt oder in unserem Quest 3 Info-Artikel. Ich gehe hier nur darauf ein, wie das Bild in der kurzen Anspielsession auf mich gewirkt hat.

Das Bild der Pancake-Linsen ist wunderbar klar und scharf. Das gilt auch bis zu den Rändern: Die sogenannte Edge-to-Edge-Clarity ist wie schon bei der Quest Pro beeindruckend gut und verzerrungsfrei. Mura oder chromatische Aberrationen habe ich während der Anspielzeit nicht festgestellt.

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Die Pancake-Linsen der Quest 3 bieten ein tolles, klares Bild, aber leider auch Ghosting. | Bild: Meta

Beim Anspielen des Grafikbretts Red Matter 2 konnte ich die bemerkenswerte Power des neuen XR2 Gen2-Chips bewundern: Bei der Untersuchung einer Hochglanzfotografie konnte ich im richtigen Winkel Fingerabdrücke und andere Spuren fotorealistisch ausmachen. Mit dieser VR-Brille werden versierte Entwicklerstudio Wunderdinge anstellen, davon bin ich überzeugt.

Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass die Pancake-Linsen der Quest 3 nicht die gleichen Linsen sind, wie die der Quest Pro. Letztere waren aus meiner Sicht perfekt. Dass sie nicht in der Quest 3 verbaut sind, erklärt die große Enttäuschung der verbauten Linsen: Sie weisen in kontrastreichen Szenen deutliches Ghosting auf, also Spiegelungen heller Objekte wie weißer Schrift auf schwarzem Hintergrund. Wie störend das wirklich ist, kann ich noch nicht beurteilen. Die Pico 4 hatte dasselbe Problem und dort hat es dauerhaft für einen verschmierten Bildeindruck gesorgt. Das Ghosting der Quest 3 fiel mir während der Anspielzeit nur in Lade-Screens und Menüs auf.

Quest 3: Wie gut ist die Mixed Reality?

Das Passthrough der Quest 3, in den man wie gewohnt durch doppeltes Tippen ans Headset umschalten kann, ist eine erhebliche Verbesserung im Gegensatz zur Quest Pro. Das Bild ist mit seinen 18 PPD, also der angezeigten Pixeldichte, zwar weiterhin nicht vollständig scharf, aber ich konnte mein Smartphone-Display ablesen. Auch dass die Farbe nicht mehr als Overlay über ein monochromes Kamerabild gelegt wird, macht sich sehr positiv bemerkbar.

Meta sieht Mixed Reality als neue immersive Plattform und die Quest 3 ist der Beginn. | Bild: Meta

Ein kleines Tabletop-Spiel, bei dem zwei Entwickler mit mir gemeinsam lokal spielten, zeigte auch hier die Power der neuen VR/AR-Brille: satte Farben, klare Darstellung, feste Verankerung des Spielfelds in der Realität, kein Zittern.

Leichte Verzerrungen gibt es im Passthrough nur rund um die Hände, wenn ich sie etwa vor der Brille vor und zurück bewege. In zwei MR-Spielen ist mir das hingegen nie störend aufgefallen.

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Was allerdings stört, ist das Nachziehen der virtuellen Hände, Handschuhe oder ähnlicher Variationen der realen Hände. Sobald ich die Hände bewege, ziehen die virtuellen Abbildungen deutlich nach.

Quest 3: Gewohnt gute Bedienung mit einem neuen Highlight

Wer die Quest 2 hatte, kommt mit der Quest 3 hervorragend zurecht, denn am Menü hat sich – zumindest in meiner Anspielversion nichts geändert. Das Handtracking erschien mir noch besser, vor allem präziser zu sein, aber das muss ich erst im Test verifizieren.

Was ich allerdings sagen kann, ist, dass die neuen, ringlosen VR-Controller, genannt Touch Plus,  großartig sind. Sie fügen sich perfekt in meine Hände ein und fühlen sich ganz natürlich an. Sie sind auf jeden Fall leichter als die der Quest Pro, ob sie auch leichter als die Quest 2-Controller sind, kann ich noch nicht sagen.

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Die Touch-Plus-Controller fühlen sich wunderbar ergonomisch an. | Bild: Meta

Es gab bereits Gerüchte, dass die Touch-Plus-Controller mit Handtracking zusammen funktionieren könnten. Das kann ich mir bei dieser exzellenten Ergonomie sehr gut vorstellen, etwa wenn ich mit ausgestrecktem Zeigefinger einen Button antippe.

Klappt denn das Tracking sauber ohne die Trackingringe? Nun, ich muss damit noch mal Beat Saber & Co. ausprobieren, aber in der Anspielsession hatte ich durchweg perfektes Tracking.

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Quest 3: Komfort nach 45 Minuten

Die Demo wurde mit einem Elite-Strap durchgeführt, den man als Zubehör für die Quest 3 hinzukaufen kann. Dass der Elite-Strap am Hinterkopf perfekt sitzt, ist allen Quest-2-Veteranen bestens bekannt.

Quest 3 ist dünner als Quest 2, aber nicht deutlich leichter. | Bild: Meta

Die Quest 3 fühlte sich etwas leichter an, als ich die Quest 2 in Erinnerung hatte und mit der Gesichtsmaske aus Kunstleder und Schaumstoff saß sie sehr bequem auf meinem Gesicht. Ich hatte keinerlei Anpressdruck-Schmerzen nach den 45 Minuten und sie saß auch die gesamte Zeit über stabil an meinem Kopf. Meine Brille passte auch hier unter das Headset. Ich hätte auch die Distanz der Linsen zu meinen Augen oder meiner Brille verstellen können.

Allerdings hatte ich nach der Anspielsession wieder das typische VR-Gesicht mit den Druckstellen der Gesichtsmaske im Gesicht. Das lässt darauf schließen, dass es auf Dauer auch hier wieder etwas unkomfortabel werden kann. Kein Wunder, denn viel leichter als Quest 2 ist sie am Ende nicht.

Quest 3 Anspiel-Fazit: Soll ich sie kaufen, oder lieber nicht?

Quest 3 ist mit 550 Euro in der kleinsten Version (128 GB) teurer als die Quest 2, deren 128-GB-Variante nur 350 Euro kostet. Die Frage ist: Lohnt es sich, diese Neuanschaffung zu machen?

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Wer ganz sichergehen will, sollte unbedingt die Reviews abwarten. Wir werden voraussichtlich auch in Kürze richtig testen können und zum 10.10.2023 einen detaillierten Test mit finaler Einschätzung haben.

VR/AR-Brille Quest 3 auf der offiziellen Ladestation auf einem Tisch.

Die VR/AR-Brille Quest 3 ist nicht billig, aber sie ist ein klarer Qualitäts- und Leistungssprung im Vergleich zur Quest 2. | Bild: Meta

Meine aktuelle Meinung zur Quest 3 nach dem Anspieltermin ist, dass sie so klar besser und leistungsfähiger ist, dass dieser Evolutionssprung einen Kauf rechtfertigt. Das Bild so viel besser als die alten Fresnellinsen, der Chip deutlich leistungsfähiger. Das Passthrough wird in Verbindung mit den Augments in den nächsten Monaten und Jahren viele XR-Anwendungen mitbringen, die sich lohnen, da bin ich mir sicher.

Aber auch die neuen Touch-Plus-Controller scheinen ein hervorragendes Upgrade zu sein, insbesondere weil sie sich so natürlich anfühlen.

Dass das ganze Zubehör für Quest 3 aber so teuer ist, gefällt mir nicht. Für eine gute Ausstattung der Quest 3 wird der Elite Strap wieder notwendig sein, für Fitness braucht es die Controller-Riemen und eine Aufladestation wäre auch nett. Alles zusammen macht das die Quest 3 ziemlich teuer und damit für viele VR-Enthusiast:innen weniger attraktiv.

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Das offizielle Zubehör der Meta Quest 3 auf einen Blick.

Das offizielle Zubehör der Meta Quest 3 auf einen Blick. | Bild: Meta

Trotzdem glaube ich, dass mindestens für die nächsten zwei Jahre kaum ein Weg an der Quest 3 vorbeigehen wird. Apple Vision Pro ist deutlich zu teuer und unterstützt kaum VR-Spiele und ob Pico nächstes Jahr wirklich neue VR-Brillen herausbringt ist derzeit reines Wunschdenken.

Wer also die möglicherweise aktuell beste autarke VR/AR-Brille mit einer ordentlichen Halbwertszeit haben will, wird investieren und sich die Quest 3 kaufen müssen. Alle anderen können auf die Budget-Version im nächsten Jahr hoffen, wenn es denn eine gibt.

Quest 3 - Datenblatt