3D

Puzzling Places Test: Anspruchsvoller Puzzle-Spaß für Oculus Quest (2)

Puzzling Places Test: Anspruchsvoller Puzzle-Spaß für Oculus Quest (2)

In Puzzling Places fügt ihr Fragmente realer Gebäuden und Landschaften zu einem Ganzen. Öde Sache oder großer Puzzle-Spaß? In meinem Test erfahrt ihr es.

Puzzling Places ist das erste Spiel des Berliner Start-ups Realities.io. Das Unternehmen spezialisierte sich auf Fotogrammetrie und sorgte auf dem Höhepunkt des VR-Hypes mit digitalen Rekonstruktionen realer Orte weltweit für Aufsehen.

Nachdem die Pandemie das Reisen unterbunden hatte, musste sich das Team neu erfinden. Die Idee zu Puzzling Places entstand, als ein Programmfehler ein Fotogrammetrie-Modell in seine Einzelteile zerlegte: Wie es wohl wäre, in VR 3D-Bruchstücke realer Sehenswürdigkeiten zusammenzusetzen?

Puzzling Places: Review in aller Kürze

Puzzling Places ist ein gelungenes 3D-Puzzle-Spiel für ruhige Minuten oder Stunden, das bei künstlicher Fortbewegung noch hier und da nachzubessern hat.

Puzzling Places wird euch gefallen, wenn ihr …

  • (3D-)Puzzles liebt,
  • gern im Sitzen oder zwischendurch spielt und
  • VR-Apps mit beruhigender Wirkung mögt.

Puzzling Places wird euch nicht gefallen, wenn ihr …

  • ein Spiel mit Action erwartet
  • körperlich aktiv sein wollt und
  • ungeduldiger Natur seid.

Puzzling Places: Das steckt in der Vollversion

2020 erschien eine Beta-Version auf der Sideloading-Plattform Sidequest und Anfang 2021 folgte die Veröffentlichung im App Lab. Auf beiden Plattformen fand das Spiel großen Anklang, sodass die Entwickler grünes Licht für einen offziellen Launch im Quest Store erhielten. Der erfolgte am 2. September 2021.

Im Vergleich zu früheren Versionen hat Puzzling Places insbesondere im Bereich Nutzerfreundlichkeit und Inhalte hinzugewonnen.

Folgende Features und Inhalte bietet die Vollversion:

  • 16 Puzzles, 15 davon brandneu
  • Die Puzzles unterteilen sich in vier Packs, die wiederum aus jeweils vier Puzzles bestehen. Bei den vier Packs handelt es sich ums Hallwyl Museum Pack, Armenia Pack, Biarritz City Pack und Variety Pack
  • Jedes Puzzle gibt es in fünf Schwierigkeitsgraden: bestehend aus 25, 50, 100, 200 und 400 Puzzlestücken
  • Referenz-Fotos können ausgeblendet werden, um den Schwierigkeitsgrad zu steigern
  • Jedes Puzzle kommt mit einer eigenen Klanglandschaft, die sich parallel zur Fertigstellung des Puzzles entwickelt und aufbaut
  • Optimiert fürs Spielen im Sitzen, Stehen und Gehen in raumfüllender VR
  • Puzzles können zusammengefasst und gruppiert werden
  • Neue VR-Fortbewegungsarten wie Grab Move
  • Automatisches Speichern des Spielfortschritts (Cloud-Saving folgt)
  • Vier Speicherplätze für unterschiedliche Spieler:innen
  • Umgebungen sind anpassbar (ohne 3D-Ojekte, andere Hintergrundfarben)
  • Audio-Einstellungen ermöglichen Spieler:innen, gleichzeitig Musik aus einer anderen Quelle zu hören

Soviel zu den Features. Nun zur Hauptfrage: Macht die 3D-Puzzelei Spaß?

Wie spielt sich Puzzling Places?

In Puzzling Places sitzt, steht oder bewegt man sich innerhalb eines abstrakten Raums und sieht an einer unsichtbaren Wand 3D-Fragmente eines digitalisierten Objekts vor sich schweben. Mit dem Controller visiert man einzelne Puzzle-Stücke an, zieht sie zu sich heran und fügt sie mit den Händen zusammen. Passen sie, klicken sie zusammen und lassen sich nicht mehr trennen. Mit der Zeit sieht man so nach und nach einen realen Ort vor sich entstehen.

Optional kann man sich durch Drücken zweier Tasten künstlich durch den Raum bewegen, indem man in selbigen greift und sich an die neue Position zieht („Grab-Move“). Das ist besonders dann praktisch, wenn man im Sitzen spielt. Allerdings kann man sich auf diese Weise nur horizontal fortbewegen, nicht vertikal, was eine unnötige Einschränkung ist und das Puzzeln im Sitzen einschränken kann.

Puzzling_Places_Temple_of_Garni

Die Puzzlewände samt entstehendem 3D-Puzzle. | Bild: Realities.io

Äußerst praktisch ist, dass sich Puzzle-Stücke beliebig gruppieren lassen. Das hilft enorm bei der Übersicht und Puzzle-Systematik, ohne die man an größeren Puzzles scheitert.

Wer nicht mehr weiterweiß, kann nach Fotografien des fertigen Puzzles greifen und sich auf diese Weise ein Gesamtbild machen oder Details studieren, um das passende Puzzle-Stück zu finden.

Eine meditative Spielerfahrung

Wer physische Puzzles mag, wird Puzzling Places lieben. Weil man sich auf Puzzeln konzentriert und alles andere um sich vergisst, entfaltet das Spiel eine meditative Wirkung, die noch dadurch verstärkt wird, dass man Geräusche hört, die an diesen Orten aufgenommen wurden.

Das Zusammenfügen von Puzzle-Stücken und das allmähliche Entstehen eines Ganzen aus Fragmenten ist genauso erfüllend wie bei einem physischen Puzzle. Und fesselnd: Wer einmal mit Puzzeln angefangen hat, kann sich nur schwer losreißen. Nur noch dieses Stück, nur noch jenes Stück und schon ist eine Stunde um.

Für den Test der Vollversion wagte ich mich an das 400-Stück-Puzzle des berühmten Klosterbergs Mont-Saint-Michel (siehe Titelbild). Ich spielte alle zwei Tage ein wenig und war nach einer Woche noch nicht mal bei 50 Prozent des Puzzles angelangt.

Schade, dass man sich nach Abschluss eines 3D-Puzzles nicht schrumpfen und den Ort tatsächlich besuchen kann. Dafür sind Fotogrammetrie-Umgebungen ja prädestiniert. Es wäre toll, wenn die Entwickler ein solches Feature nachreichen könnten.

Puzzling_Places_Biarritz

Eines der Highlights der Vollversoin ist die Küste der französischen Stadt Biarritz. | Bild: Realities.io

Puzzling Places: Ein (noch) unvollendetes Puzzle

Ich beobachte Puzzling Places schon seit der Beta-Phase und habe die früheren Versionen gespielt. In folgenden Punkten können die Entwickler die Vollversion noch verbessern:

  • Das Tutorial ist noch ausbaufähig. Gerade die komplexeren Mechaniken (Stichwort: Gruppierungswerkzeug) und Manöver (Stichwort: Künstliche Fortbewegung) könnten noch ergänzt werden. Bei schwierigeren Puzzles und beim Spielen im Sitzen kommt man um diese nicht herum.
  • Die künstliche Fortbewegung ist immer noch nicht optimal gelöst: Sie fühlt sich insgesamt noch umständlich an und lässt keine vertikale Bewegung zu. Als Vorbild für handgesteuerte Fortbewegung könnten sich die Entwickler das VR-Spiel Demeo (Test) nehmen.
  • Bei komplexen Puzzles verliert man schnell die Übersicht. Hier könnten weitere Werkzeuge helfen.
  • Die Attraktivität der Puzzle-Motive schwankt: Die Küstengegend von Biarritz ist wunderschön, aber was ist so besonders an einem Stall?
  • Kleinere Bugs, an deren Behebung die Entwickler bereits arbeiten.

Fazit: Ein Puzzle-Muss für Quest-Spieler

Puzzling Places könnte hier und da noch ein wenig Feinschliff vertragen, erreicht aber dennoch sein Ziel: ein einzigartiges und entspanntes Puzzle-Vergnügen zu bieten, das es in der Form nur in Virtual Reality und keinem anderen VR-Spiel gibt. Hat man die Feinheiten der Steuerung erlernt, steht dem Puzzle-Spaß nichts mehr im Wege.

Sollte Interesse bestehen, wollen die Entwickler in Zukunft weitere 3D-Puzzles hinzufügen. Für Nachschub sollte also gesorgt sein.

Puzzling Places könnt ihr hier kaufen:

Unterstützte Geräte Store Preis
Oculus Quest, Oculus Quest 2 Oculus Store 14,99 Euro

Mehr erfahren über Oculus Quest 2:

Oculus Quest 2 aus Deutschland bestellen

Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

Bei Amazon Frankreich könnt ihr die Oculus Quest 2 ganz normal kaufen. Tipp: Rechtsklick auf die Webseite und “Übersetzen” wählen.

Oculus Quest – 128 GB | Oculus Quest – 256 GB

Hinweis: Ihr könnt bei Amazon Frankreich über euren deutschen Account bestellen. Die VR-Brille unterstützt deutsche Sprache in den Menüs. Eine regionale Sperre seitens Facebook ist derzeit nicht aktiv - Quest 2 funktioniert ganz normal. Amazon Frankreich liefert innerhalb weniger Tage, zum Teil werden die Geräte sogar aus Lagern in Deutschland verschickt.