Seit mehreren Jahren schon arbeitet Sonys London Studio am VR-Actionspektakel “Blood & Truth”. Am 28. Mai erscheint der Titel für Playstation VR. Ich konnte auf Sonys PSVR Spring Showcase ein neues Level ausprobieren.

Hinweis: Sony hat meine Reise nach New York samt Übernachtung bezahlt.

Blood & Truth wurde vom selben Studio geschaffen, das für die VR-Spielesammlung “Playstation VR Worlds” verantwortlich zeichnet. Die beliebteste der fünf enthaltenen VR-Erfahrungen ist “The London Heist”, ein interaktiver Gangsterfilm, der Spieler in die Londoner Unterwelt entführt.

Blood & Truth ist der voll ausgewachsene, geistige Nachfolger dieser VR-Erfahrung und bietet laut den Entwicklern sieben bis acht Stunden kinoreife Unterhaltung.

Ein Blick in die Vergangenheit

In Blood and Truth schlüpft man in die Rolle des Elite-Soldaten Ryan Marks, der aus dem Krieg zurückkehrt und feststellen muss, dass seine Familie von einem Londoner Gangsterboss gekidnappt wurde. Ihm und seiner Gefolgschaft geht es nun mit Verstand und Waffengewalt an den Kragen.

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Bei Blood & Truth wird nicht nur geballert: Man darf auch mal eine Leiter mit den virtuellen Händen erklimmen oder ein Türschloss knacken. BILD: Sony London Studio

Der Großteil der Handlung spielt in der englischen Hauptstadt. In der gezeigten Demo finde ich mich ganz woanders wieder, nämlich in einer trockenen Wüstenregion. Der leitende Spieldesigner Iain Wright verrät mir, dass es sich um das Tutorial des Spiels handelt, das in einer Rückblende Ryan Marks’ militärische Vergangenheit zeigt.

Mein Auftrag: Ich muss ein feindliches Lager infiltrieren, einen Gefangenen befreien und mit ihm fliehen. Das Problem: Das Lager wimmelt von bewaffneten Wachen.

Festgefahrene Fortbewegung

Die Fortbewegung ist wie in früheren Demos eingeschränkt: Man wählt mit dem Blick einen vorgegebenen Punkt in der Spielwelt, drückt eine Taste und läuft dann zur ausgewählten Stelle. In der gespielten Mission gab es meist nur einen Punkt zur Auswahl und zurückgehen konnte ich nicht.

Etwas später gibt es immerhin die Möglichkeit, zwischen zwei Punkten seitlich hin- und herzuwechseln, um feindlichem Beschuss auszuweichen oder eine günstigere Angriffsposition einzunehmen. Aus dieser Beschreibung wird klar: Blood & Truth steht in der Tradition klassischer Light Gun Shooter. Die PS-Move-Controller funktionieren als Plastikknarre und VR-Hände.

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Im Finale des Tutorials macht es ordentlich Wumms. BILD: Sony London Studio

Blood & Truth ist für das Spielen im Sitzen optimiert, kann aber auch im Stehen gespielt werden. Es bietet einen Komfortmodus für VR-Spieler, denen fließende Fortbewegung auf den Magen schlägt. Künstliche Drehungen werden nicht unterstützt. Das ist aber nicht schlimm, schließlich findet die Handlung stets direkt vor dem Spieler statt.

Mit den Händen im Spiel

Blood & Truth läuft auf Schienen und wer Spaß haben möchte, muss sich darauf einlassen können. Im Gegenzug bietet das Spiel eine besonders dichte Inszenierung, bei der man sich ganz auf das Geschehen konzentrieren kann.

Mit einer schallgedämpften Pistole infiltriere ich das Lager, eine Ansammlung einfacher Häuser. Dabei wird nicht nur geballert: Manchmal knacke ich ein Türschloss oder zücke den Schraubenzieher, um ein Gerät zu zerlegen. Dank der Bewegungserkennung der PS-Move-Controller nutze ich dafür meine eigenen virtuellen Hände.

Trotz behutsamen Vorgehens werde ich von den Wachen entdeckt. Nun bricht die Hölle los und ich liefere mir wilde Schussgefechte. Zum Glück sammelte ich zuvor ein automatisches Gewehr ein, das ich mit der linken Hand halte und mit der rechten Hand am vorderen Griff stütze, um genauer zu treffen.

Mehr als eine Schießbude?

Ich befreie schließlich einen Gefangenen, der bei der folgenden Flucht unseren Geländewagen steuert. Der Kollege fährt, während ich auf motorisierte Schergen feuere, die uns von allen Seiten und mit allen Mitteln an den Kragen wollen.

Die Kämpfe sind wie zuvor recht anspruchslos, die Gegner nicht mehr als Kanonenfutter. Ist Blood & Truth mehr als eine glorifizierte Schießbude? Die Demo bestätigt diesen Verdacht eher, als dass sie ihn ausräumt. Dafür sind die übrigen Interaktionen zu dünn gesät und zu simpel.

Wright betont, dass es sich lediglich um das sehr lineare Tutorial des Spiels handelt. Die späteren Level sollen demnach verzweigende Pfade und interessante Entscheidungen bieten: Die Spieler können wählen, welchen Weg sie gehen, wie sie eine Mission in Angriff nehmen und wie sie auf Charaktere reagieren.

Die Tutorial-Mission war sicher nicht beste Wahl, um meine Vorfreude auf das Spiel zu wecken. Aber vielleicht überrascht ja das Gesamtpaket positiv. Blood & Truth erscheint am 28. Mai exklusiv für Playstation VR.

Solltet ihr Fragen zum Spiel haben, beantworte ich sie euch gerne in den Kommentaren.

Titelbild: Sony London Studio

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