Iron Man VR soll Playstation-VR-Spielern Superkräfte verleihen und ihnen das Gefühl haben, ein echter Superheld zu sein. Gelingt das den Entwicklern? Ich konnte Sonys neuen Exklusivtitel auf einer Presseveranstaltung in New York anspielen.

Hinweis: Sony hat meine Reise nach New York samt Übernachtung bezahlt.

Ich schlüpfte in die Rolle Tony Starks, der hoch über den Wolken in seinem Privatjet sitzt und sich mit seiner Assistentin und Vertrauten Virginia Potts unterhält. Das Gespräch wird unterbrochen, als sich Iron Mans Widersacher Ghost meldet und das Flugzeug mit Drohnen angreift.

Die Roboter reißen ein klaffendes Loch in den Jet. Bevor ich reagieren kann, saugt die Luftströmung die vor mir liegende Iron-Man-Rüstung aus dem Flugzeug. Ich hechte dem Anzug nach – und befinde mich plötzlich im freien Fall. Zum Glück finden die Bestandteile der Rüstung von selbst zu ihrem Besitzer, sodass ich mich in der Luft Stück für Stück in Iron Man verwandle.

Das letzte Bestandteil ist der Helm: Er versperrt mir zunächst die Sicht, bis er in den Transparenz-Modus samt HUD-Elementen überblendet. Nun ist es höchste Zeit, Ghosts Drohnen zurückzuschlagen und Potts aus dem abstürzenden Flugzeug zu retten.

Lone Echo auf Steroiden

Der Entwickler Camouflaj zeigte auf dem PSVR Spring Showcase die erste vollwertige Mission des Spiels. Ausschnitte daraus waren zuvor im Ankündigungstrailer zu sehen.

Fliegen ist das zentrale Spielelement von Iron Man VR. Deshalb machte sich Camouflaj bei der Entwicklung zunächst daran, die Flugmechanik zu programmieren. Erst danach wandte sich das Studio an die übrigen Aspekte des Titels, erzählt mir der Studiogründer und leitende Spielentwickler Ryan Payton.

In Iron Man VR bewegt man sich mittels Schubdüsen durch die Lüfte, die aus den Handinnenflächen des Superhelden feuern. Die Steuerung erinnert an Oculus’ PC-VR-Klassiker Lone Echo, in dem man die Flugrichtung ebenfalls mittels 360-Grad-Drehungen der Hände steuert. In Iron Man VR nutzt man hierfür die Move-Controller.

Der große Unterschied zu Lone Echo: Im Superheldenspiel donnert man mit bis zu 500 Kilometer pro Stunde durch die Luft, statt sachte durch den schwerelosen Raum zu steuern.

Das Fliegen mittels frei beweglicher Düsen ist erstaunlich flexibel und intuitiv: Hält man die Hände mit den Handflächen nach unten vor sich, fliegt man senkrecht nach oben. Hält man die Arme seitlich am Körper und richtet die Düsen nach hinten, fliegt man geradeaus.

Das funktioniert nach etwas Eingewöhnung sehr gut und macht ungeheuer Spaß – zumal man beim Fliegen die gleichen Posen wie Iron Man einnimmt und sich dadurch noch besser in seine Rolle einfühlt.

Wie gemacht für Virtual Reality

Die Steuerung mittels feiner Handdrehungen soll laut Payton Bewegungsübelkeit verhindern: Das Gehirn könne dadurch stets nachvollziehen, weshalb man sich in eine bestimmte Richtung bewegt.

Schlecht wurde mir trotz der enorm schnellen Fortbewegung nicht, ich bin allerdings nicht anfällig und gut trainiert. Empfindlichen VR-Nutzern könnte die Flugstunde auf den Magen schlagen. Einfach ausprobieren.

Iron Man sei wie gemacht für Virtual Reality, meint Payton: Die Flugdüsen seien optimal für die VR-Steuerung geeignet, die Fortbewegung fühle sich natürlich an und gebe Spielern das Gefühl, ein echter Superheld zu sein.

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Schlägt man in der Realität, holt das Superhelden-Alter-Ego ebenfalls zum Schlag aus. BILD: Camouflaj

Iron Man fliegt nicht nur, er greift auch an: Aus seinen Handflächen schieße ich Laserstrahlen und wenn ich in der Luft einen Faustschlag vollführe, prescht der Roboanzug mit hoher Geschwindigkeit voraus und in seine Feinde hinein. So gelangt man blitzschnell an einen bestimmten Punkt oder zertrümmert fliegende Gegner effektvoll mitten in der Luft.

Das Superheldendasein will gelernt sein

Ich setze beide Fähigkeiten ein, während ich versuche, Ghosts Drohnen auszuschalten. Zwischen den Angriffswellen mache ich mich am Flugzeug zu schaffen, indem ich mit meinen eigenen Händen ein Feuer im Triebwerk lösche und dafür sorge, dass das blockierte Fahrwerk ausklappt.

Zugegeben: Ich fühle mich etwas überfordert von den zahlreichen Heldentaten, die mir das Spiel bereits in der ersten Mission abverlangt. Schließlich muss ich durch die Lüfte navigieren, Drohnen abwehren und ein abstürzendes Flugzeug reparieren – all das, während die Maschine unaufhaltsam gen Boden rast.

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Hier findet das Tutorial statt, in dem man Fliegen und Schießen lernt. BILD: Camouflaj

Wie viele Stunden Superhelden-Action das fertige Spiel bietet, wollte mir Payton nicht verraten. Der Chefentwickler verspricht jedoch zahlreiche Missionen, Schauplätze und eine gänzlich neue Geschichte im Iron-Man-Universum.

Volles 360-Grad-Tracking

Iron Man VR ist für Stehspieler optimiert und unterstützt volle 360-Grad-Bewegungsfreiheit. Damit die PS-Kamera den Spieler nicht aus den Augen verliert, wenn er sich von ihr wegdreht, entwickelte Camouflaj eine spezielle Technologie. Alternativ kann der Titel im Sitzen gespielt werden. In diesem Modus dreht sich der PSVR-Nutzer per Knopfdruck künstlich um die eigene Achse.

Meine größten Bedenken sind, dass das Fliegen und Schießen auf Dauer langweilt. Ich hoffe, dass Camouflaj diese Spielmechaniken bis zum Erscheinen vertieft und die Action in eine mitreißende Geschichte einbettet.

Iron Man VR erscheint 2019 exklusiv für Playstation VR. Das genaue Datum steht noch nicht fest.

Solltet ihr Fragen zum Spiel haben, beantworte ich sie euch gerne in den Kommentaren.

Titelbild: Camouflaj / Marvel / Sony

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