VR-Touristen aufgepasst: Blueplanet VR bietet die bislang umfangreichste und umfassendste Sammlung virtueller Sehenswürdigkeiten. Ich habe meinen virtuellen Rucksack gepackt und mich auf die Reise gemacht.

Allein die Zahl der Destinationen ist beeindruckend: Mehr als 40 auf der ganzen Welt verstreute Orte kann man in Blueplanet VR besuchen.

Unter den Sehenswürdigkeiten finden sich zum einen Kulturstätten wie Borobudur, die größte buddhistische Tempelanlage der Welt, zum anderen Naturschauplätze wie die regenbogenfarbene Thermalquelle Grand Prismatic Spring im US-Bundesstaat Wyoming.

Nun wäre die Menge und Vielfalt erforschbarer Orte nichts wert, wenn sie in unzureichender Qualität digitalisiert worden wären. Doch hier ist das Gegenteil der Fall.

Photogrammetrie par excellence

Der Großteil der Destinationen sind auf höchstem handwerklichen Niveau eingefangen, was sich auch sorgfältiger Nachbearbeitung verdankt: So wurden, wo sinnvoll, 360-Grad-Panoramen als hochdetaillierte Hintergründe eingesetzt sowie Wasser und Vögel animiert, damit die Szene lebendiger wirkt.

Hier und da wirken besonders weitläufige Landschaften weniger detailliert oder unfertig. Das ist jedoch eher selten der Fall. Die meisten Orte sorgen für Gänsehaut, so echt wirken sie.

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Das Owens Valley in Kalifornien. | Screenshot: MIXED.de

Fliegend Landschaften erkunden

In Blueplanet VR bewegt man sich per Teleportation fort und kann sich innerhalb einer mal größer, mal kleiner ausfallenden Fläche frei bewegen. Teilweise ist es auch möglich, Landschaften aus bestimmten Perspektiven in der Luft anzuschauen.

Wie bei vielen Photogrammetrie-Reisen kommt es oft vor, dass man weiter gehen möchte, als man wirklich kann. Von der Borobudur-Ruine beispielsweise sieht man nicht viel mehr als einen einzelnen Korridor. Die meisten Gebiete sind leider recht begrenzt.

Einige Sehenswürdigkeiten wie die Tropfsteinhöhlen von Carlsbad bestehen zudem aus einandergereihten Photogrammetrie-Abschnitten. Hier stört der Ladevorgang die Immersion.

Cool: Manche Orte kann man mit einem Hängegleiter frei aus der Luft erkunden. Hier ist der Detailgrad der Landschaften jedoch meist geringer.

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Die Crowley Lake Columns in Kalifornien, eine natürliche Gesteinsformation. | Screenshot: MIXED.de

Erleben statt Lernen

Besonderes Lob gebührt der musikalischen Untermalung: Jede Destination bietet eine eigene, zum Ambiente der Szenerie passende und meist unaufdringliche Hintergrundmusik, die viel zur Atmosphäre beiträgt und der Erfahrung etwas Übernatürliches verleiht.

Wundervolle Landschaften, Naturgeräusche und mystische Klänge: Wer gerne in VR meditiert, wird mit BlueplanetVR sehr glücklich werden.

Wer Bildungsreisen erwartet, wird hier nicht fündig. Die VR-App will durch seine audiovisuellen Reize betören und weniger durch lehrreiche Information. Betritt man einen Schauplatz, so gibt es nicht mehr als einen kurzen Einführungstext zu lesen. Hintergründe zur Entstehung der Natur- oder Kulturschauplätze fehlen.

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Teilweise gibt es auch Innenräume zu erkunden, wie die ehemalige Hütte des Einsiedlers Burro Schmidt. | Screenshot: MIXED.de

Interface-Mängel

Das Interface ist derzeit noch die größte Schwachstelle von Blueplanet VR. Startet man die App, sieht man alle verfügbaren Destinationen in beliebiger Anordnung als Kugeln vor sich. Eine Sortierfunktion gibt es nicht.

Das Hin- und Herspringen zwischen einer Destination und dem Raum, in dem man die Orte auswählt, ist zudem langsam und umständlich. Hier sollten die Entwickler unbedingt nachbessern.

Die VR-App leidet zwar nicht sonderlich durch das noch sehr rudimentäre Interface, aber hat man schöne Inhalte, so sollten sie auch entsprechend verpackt und zugänglich sein.

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Beim Interface besteht noch Verbesserungsbedarf. | Screenshot: MIXED.de

Fazit: Darf in keiner Photogrammetrie-Sammlung fehlen

Der Fokus der VR-App liegt klar auf Video und Audio und der möglichst realistischen Simulation echter Landschaften und Kulturstätten. Im Vordergrund steht das Erleben, nicht das Lernen.

Blueplanet VR ist ein Schatz digitalisierter Sehenswürdigkeiten und Schauplätze und der soll laut den Entwicklern in Zukunft weiter wachsen. Schon aus diesem Grund gibt es für VR-Reisende keinen Weg vorbei an Blueplanet VR.

Wer sich trotzdem unsicher ist, für den gibt es eine kostenlose Demo mit drei Destinationen.

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Sonnenuntergang im Grand Canyon. | Screenshot: MIXED.de

Blueplanet VR unterstützt so ziemlich jede PC-VR-Brille (Vergleich). Ich habe die VR-App mit einer Oculus Rift S (Guide) ausprobiert. Wer genug Leistungsreserven hat, sollte unbedingt Supersampling aktivieren (Anleitung), das Ergebnis ist ein noch schärferes Bild.

Wer keinen Spiele-PC und nur eine Oculus Quest besitzt, wird die Landschaften demnächst ebenfalls erkunden können. Die Entwickler versprechen, dass als nächstes eine Quest-Version erscheint.

Ihr sucht nach weiteren VR-Reisen? Dann schaut in unseren Artikel Reisen in Virtual Reality: Die besten fotorealistischen Ausflüge.

Blueplanet VR könnt ihr hier kaufen:

Unterstützte GerätePlattformPreis
Valve Index, HTC Vive (Pro, Cosmos), Oculus Rift (S), Windows Mixed RealitySteam24,99 Euro / Gratis-Demo

Blueplanet VR wird euch gefallen, wenn ihr …

  • ihr eine Vielzahl Orte besuchen wollt,
  • Präsenz erleben möchtet
  • und gerne in Virtual Reality meditiert.

Blueplanet VR wird euch nicht gefallen, wenn ihr …

  • lieber Fantasy-Welten besucht,
  • euch viel Interaktion erhofft
  • und Bildungsreisen erwartet.

Letzte Aktualisierung am 7.08.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Titelbild: Screenshot von MIXED.de

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