Der Launch von Oculus Quest 2 in Deutschland dürfte sich weiter verzögern: Facebooks Verhandlung mit dem Bundeskartellamt, die wohl ursächlich ist für den Oculus-Verkaufsstopp, wurde in den März verlegt. Ein Verkaufsstart vor April 2021 ist damit unwahrscheinlich.

Auf Nachfrage von MIXED.de bestätigt das Bundeskartellamt, dass die ursprünglich für den 25. November angelegte mündliche Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf nicht stattgefunden hat. Sie dürfte ursächlich sein für Facebooks freiwilligen Verkaufsstopp von Oculus-Produkten in Deutschland.

Der neue Verhandlungstermin zwischen Facebook und dem Bundeskartellamt ist für Ende März angesetzt. Bis spätestens zum 31. März soll Facebook Pläne vorlegen, wie Nutzer zukünftig eine Wahlmöglichkeit innerhalb der Facebook-Dienste haben können, welche Daten sie preisgeben und ob und wie diese Datenströme zusammengeführt werden.

Zuvor hatte der Bundesgerichtshof im August in einem Eilverfahren Facebook eine Frist gesetzt, auf die Forderungen des Bundeskartellamts innerhalb von vier Monaten zu reagieren. Eine detaillierte Beschreibung der Abfolge des Rechtsstreits zwischen Facebook und dem Bundeskartellamt gibt es hinter dem Link.

VR-Daten: Möglicher Brandbeschleuniger im Kartellrechtsstreit

Zwar gibt es keine offizielle Äußerung seitens Facebook, dass der Verkaufsstopp von Oculus-Produkten in Deutschland mit dem Kartellrechtsverfahren zusammenhängt, der Verdacht liegt aber nahe: Der Datenkonzern hatte im September offiziell angekündigt, dass die VR-Brille Oculus Quest 2 nur mit einem Facebook-Login in Betrieb genommen werden darf – genau gegen diese Kopplung von Angeboten und die Zusammenführung von Nutzerdaten bei verschiedenen Services klagt das Bundeskartellamt.

Hinzu kommt, dass in Virtual Reality völlig neue Daten erhoben werden im Vergleich zu Facebooks Smartphone- und Desktop-Apps – die Vermischung dieser Daten hätte die grundsätzliche Diskussion über die Rechtmäßigkeit von Facebooks Geschäftsgebaren sicher verschärft.

Sollte der Verkauf von Oculus Quest 2 wie angenommen mit dem Kartellrechtsverfahren zusammenhängen, dann dürfte ein möglicher Verkaufsstart in Deutschland erst nach dem Ende der Verhandlungen passieren – also frühestens im April.

Oculus Quest 2: Import aus dem Ausland problemlos möglich

Deutsche VR-Interessierte können, müssen aber nicht bis zum offiziellen Deutschland-Start warten: Der Import von Oculus Quest 2 (Test) aus dem EU-Umland funktioniert ohne Probleme.

Beim Einkauf über Amazon Frankreich beispielsweise werden die Geräte teils aus Lagern in Deutschland geliefert. Auch der Login mit einem deutschen Facebook-Account ist möglich, allerdings: Hier findet genau die Datenvermischung statt, wegen der das Bundeskartellamt gegen Facebook vorgeht.

Besitzer einer aktuellen Oculus Quest haben bis 2022 Zeit – ab dem 1. Januar 2023 ist auch hier für die Nutzung der Facebook-Account Voraussetzung. Stand jetzt jedenfalls, denn die Verhandlung in Deutschland könnte zur Blaupause für die EU werden und je nach Ausgang Facebooks Datenstrategie beeinflussen. Auch in den USA wird Kritik laut an Facebooks Datenübermacht.

Oculus Quest 2 aus Deutschland bestellen

Oculus Quest 2 wird in Deutschland vorerst nicht verkauft. Wie lange dieser Verkaufsstopp anhält, ist nicht bekannt.

Bei Amazon Frankreich könnt ihr die Oculus Quest 2 ganz normal kaufen. Tipp: Rechtsklick auf die Webseite und “Übersetzen” wählen.

Oculus Quest – 64 GB | Oculus Quest – 256 GB

Hinweis: Ihr könnt bei Amazon Frankreich über euren deutschen Account bestellen. Die VR-Brille unterstützt deutsche Sprache in den Menüs. Eine regionale Sperre seitens Facebook ist derzeit nicht aktiv – Quest 2 funktioniert ganz normal. Amazon Frankreich liefert innerhalb weniger Tage, zum Teil werden die Geräte sogar aus Lagern in Deutschland verschickt.

Weiterlesen über Oculus Quest 2:

steady2

MIXED.de Podcast: VR, AR und KI - jede Woche neu

Jetzt reinhören: Alle Folgen


Hinweis: Links auf Online-Shops in Artikeln können sogenannte Affiliate-Links sein. Wenn ihr über diesen Link einkauft, erhält MIXED.de vom Anbieter eine Provision. Für euch verändert sich der Preis nicht.