Metas futuristische VR-Technik: Wann kommt sie auf den Markt?

Metas futuristische VR-Technik: Wann kommt sie auf den Markt?

Diese Woche stellte Meta aufregende neue Display-Prototypen vor. Die Frage ist: Wann gibt es sie zu kaufen?

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Meta liebt Prototypen. Die Forscher:innen der Reality Labs nennen sie Zeitmaschinen, weil sie in gewisser Hinsicht in die Zukunft schauen lassen und zeigen, was möglich sein könnte und ob es wert ist, bestimmten technologischen Pfaden zu folgen.

Dass die Prototypen unpraktikabel oder exorbitant teuer in der Herstellung sind, ist nachrangig. Es kommt auf die Erfahrung an, die sie bieten und die Erkenntnisse, die man aus ihnen gewinnen kann.

Wand aus VR-Prototypen

Metas zahlreiche VR-Prototypen. | Bild: Meta

Die diese Woche gezeigten Forschungsgeräte Half-Dome, Butterscotch, Starburst und Holocake 2 sind Prototypen dieser Art. Keiner dieser VR-Technologien wird demnächst in Produkte Eingang finden. Das machte Meta bei der Vorstellung klar.

Gleichwohl gibt es Unterschiede, was den Forschungsstand betrifft: Einige der Display-Systeme sind näher an einer Vermarktung, andere hingegen weit davon entfernt.

Variabler Fokus: So nah und doch so fern

Dass ein funktionsfähiger Prototyp existiert, heißt noch lange nicht, dass die Vermarktung bevorsteht. Meta unterscheidet zwischen neun Entwicklungsstufen einer Technologie: von Grundlagenforschung über fortgeschrittene Prototypen bis hin zum kommerziell verfügbaren Produkt. Ein Sprung auf die nächsthöhere Stufe kann Jahre beanspruchen – oder gar nicht stattfinden.

Entwicklungsstufensystematik der Reality Labs.

Die von der NASA inspirierte Entwicklungsstufensystematik. | Bild: Meta

„So schwierig es auch ist, die erste Version von etwas zu entwickeln: Es kann oft noch schwieriger sein, es in ein fertiges Produkt zu verwandeln“, sagte Zuckerberg während der Vorstellung der Geräte.

Im Hinblick auf das varifokale Display der Half-Dome-Prototypen meinte Zuckerberg, dass er optimistisch, dass es „bald“ komme. Gegenüber Tested konkretisierte er diese Angabe: „Wir haben eine realistische Chance, es in fünf bis sechs Jahren zu schaffen. Aber nimm mich nicht beim Wort. Das ist die Hoffnung, die sich aus dem derzeitigen Stand ergibt“, so Zuckerberg.

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Holocake-Display: Zweite Hälfte der Dekade

Eine Retina-Auflösung, wie sie der Butterscotch-Prototyp bietet, könnte uns laut Zuckerberg schon in den „nächsten paar Jahren“ erwarten, während ein HDR-Display ähnlich Starburst noch weit entfernt ist. „Realistisch betrachtet ist das nichts, das in den nächsten Produkten auftauchen wird“, so Zuckerberg.

Und wie steht es um den ultraschlanken PC-VR-Prototyp Holocake 2? Zuckerberg deutet im Gespräch mit Norman Chan an, dass es noch Hürden bei der Energieeffizienz und Abwärme zu nehmen gibt, bevor das Gerät wie Quest 2 auch auf autarker Basis laufen kann.

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„Deshalb wird es [Holocake-2-Technologie] nicht heute oder in den nächsten paar Generationen erscheinen, aber es gibt eine Vorstellung von der Richtung, in die sich die Dinge etwas später in diesem Jahrzehnt entwickeln könnten“, erklärt der Meta-Chef.

Was wird zuerst umgesetzt? Das hängt vom Nutzen ab

Wahrscheinlicher ist laut Zuckerberg, dass neue Display-Technologien zuerst für die High-End-Produktlinie (siehe Cambria) erscheinen, bevor sie zu einem späteren Zeitpunkt womöglich auch die Quest erreichen.

In welcher Reihenfolge die Durchbrüche (variabler Fokus, Retina-Auflösung, HDR und Holocake-Linsen) in Headsets erscheinen, wird von den Möglichkeiten abhängen, die sie eröffnen. „Wir sind überzeugt, dass die Leute Verbesserungen in all diese Richtungen wünschen. Deren Priorisierung und Vermarktung hängt von den Anwendungsfällen ab, die sie schaffen“, sagt Zuckerberg.

„Nichts in der Physik hält uns auf“

Ein wichtiger Faktor, der einen großen Einfluss auf die weitere Entwicklung haben wird und auf den Meta nur begrenzt Einfluss hat, ist das Interesse der Konsumenten an Virtual Reality. Je mehr Geräte verkauft werden, desto günstiger wird die Technologie in der Herstellung und desto schneller entwickelt sie sich – wie man am Beispiel des Smartphones sehen kann, das seit 2007 eine atemberaubende technologische Entwicklung erlebt hat.

Mark Zuckerberg mit Holocake 2

Mark Zuckerberg mit Holocake 2. | Bild: Meta

Bleibt Virtual Reality eine Nische, dürfte auch die Technik steckenbleiben oder zumindest langsamer fortschreiten. Der Grad des VR-Erfolgs lässt sich noch nicht absehen.

Zuckerberg, Chef-Forscher Abrash und die Runde aus anwesenden Display-Forscher:innen versprühten bei der Vorstellung Freude und Optimismus. Zumindest aus Sicht der Technik scheint dem Fortschritt nichts im Wege zu stehen.

Der Leiter des Display-Teams Douglas Lanman schloss die Telefonkonferenz mit den Worten: „Unser Team ist sicher, dass das Bestehen des visuellen Turing-Tests unsere Bestimmung ist und dass nichts, wirklich nichts in der Physik uns davon abhalten wird, dieses Ziel zu erreichen.“