Wie gut sind Metas neue VR-Brillen? Erster Erfahrungsbericht

Wie gut sind Metas neue VR-Brillen? Erster Erfahrungsbericht

Gestern stellte Meta neue VR-Technologie vor. Ein Journalist besuchte die Forschungslabore und probierte die Headset-Prototypen aus.

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Butterscotch, Starburst und Holocake 2: So heißen die Prototypen für neue VR-Brillen von Meta, die Anfang der Woche gezeigt wurden. Ein weiterer, schon älterer Prototyp mit Namen Half-Dome wurde ebenfalls vorgeführt.

Zeitgleich zur gestrigen Vorstellung erschien der erste unabhängige Erfahrungsbericht zu den Geräten: Norman Chan vom Youtube-Kanal Tested durfte die Forschungslabore der Abteilung Display Systems Research in Redmond besuchen und schildert seine Eindrücke.

Von den technischen Eigenschaften eines Prototyps zu hören, ist eine Sache. Eine andere ist es, über deren Wirkung zu lesen. Welchen Eindruck machten die Geräte auf Chan?

Half-Dome

Chan probierte zuerst Half-Dome 1 aus: einen Prototyp aus 2018, dessen Besonderheit das varifokale Display ist. Hiermit können Nutzer:innen anders als bei herkömmlichen VR-Headsets virtuelle Objekte so natürlich fokussieren, als wären sie Teil der physischen Umgebung. Das Ergebnis ist ein angenehmeres und schärferes Seherlebnis, gerade im Nahbereich.

Die VR-Brille wird an einen PC angeschlossen. Chan spielte so Luckey’s Tale und probierte die Rift-Erfahrung First Contact aus.

Seine Eindrücke schildert er folgendermaßen: „Die Demo funktionierte einfach. Ich war überrascht, wie schnell sich meine Augen an die Möglichkeit gewöhnten, Objekte nahe an mein Gesicht heranzubringen und sie klar und scharf zu sehen. Und ich war noch mehr überrascht, wie schnell ich anfing, dieses neue Maß an Komfort als selbstverständlich anzusehen.“

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Insgesamt sei das Bild angenehmer, schärfer und weniger anstrengend und ermüdend für die Augen. Die betreffende Stelle könnt ihr in folgendem Video nachsehen:

Butterscotch

Butterscotch ist Metas erster Prototyp mit „Retina-Auflösung“. Er erreicht eine Pixeldichte von 55 PPD bei einem Sichtfeld, das halb so groß ist wie das der Meta Quest 2. Das autarke Gerät kommt auf eine Pixeldichte von 20 PPD.

Butterscotch braucht wie Half-Dome einen PC als Zuspieler. Chan setzte sich die Virtual-Reality-Brille auf und konnte die PPD-Zahl während seiner Demo per Drehregler einstellen und auf diese Weise die Unterschiede erkennen. Das Spektrum reichte von der Pixeldichte einer Oculus Rift bis hinauf zu den 55 PD des Butterscotch-Prototyps.

„Nachdem ich den Wert von 35 PPD überschritten hatte, war der Text in etwa zwei Metern Entfernung gut lesbar und bei maximalem PPD hatte ich bei Weitem das schärfste Bild, das ich mit einem Headset gesehen habe. Eine virtuelle Sehprobentafel, die am anderen Ende des Raumes angezeigt wurde, war für mich vollständig lesbar und klar„, sagt Chan.

„Es war nicht einmal so, dass der Text am meisten hervorstach: Ich begann mich für die Texturen der Objekte in diesem Raum zu begeistern, für die Lebendigkeit der Bilder an der Wand und für die Kissen auf der virtuellen Couch. Ich konnte nicht aufhören, sie anzuschauen.“

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Starburst

Starburst soll das immersive Potenzial von HDR demonstrieren, also extreme hohe Leuchtkraft und Kontrast.

Die Luminanz eines Displays wird in Nits angegeben. Die Meta Quest 2 kommt auf circa 100 Nits und ein guter HDR-Fernseher auf 1.000 Nits. Starburst erreicht 20.000 Nits und kann damit die Lichtbedingungen in Innenräumen oder Nachtumgebungen akkurat simulieren.

Mark Zuckerberg hält HDR wichtiger als variabler Fokus oder Retina-Auflösung, zumindest, wenn es um visuellen Realismus geht. Norman Chans Reaktion war: „Wow!“

In der Demo sah Chan eine virtuelle Umgebung mit einer dunklen sowie leuchtenden Kugeln. Ihm wurden dabei verschiedene Helligkeitsstufen vorgeführt: von 100 über 1.000 bis hinauf zu 20.000 Nits. Je höher die Leuchtkraft, desto echter erschien die Lichtquelle.

„Ich spüre förmlich, wie sich mein Auge darauf einstellt, wenn ich zwischen den Kugeln wechsle“, sagt Chan. „Die Szene sah glaubwürdiger aus. Sie besaß eine Glaubhaftigkeit, ohne dass sie dafür Retina-Auflösung benötigte. Die Helligkeit erzeugte fast Tiefe. Auf dem Laptop oder Telefon sehen die Dinge im Vergleich dazu flach aus.“

Holocake 2

Holocake 2 ist ein Prototyp mit einem außergewöhnlich dünnen und leichten Display: einer neuartigen Kombination aus holografischer Linse und Pancake-Linse. Daher auch der Name.

Visuell bewegt sich Holocake 2 auf dem Niveau einer Quest 2. Die Besonderheit des Prototyps ist der Formfaktor, der noch schmaler ausfällt als bei Metas kommendem VR-Headset Project Cambria (Infos), das Pancake-Linsen nutzt.

Genau diesen Aspekt betonte auch Chan:

„Ich war wirklich beeindruckt von der Leichtigkeit des Formfaktors. Als ich die Hand an mein Gesicht hielt, um das Headset einzustellen, war ich so verblüfft, dass der klobige Kasten vor meinen Augen fehlte. Sobald Pancake-Linsen zum Standard geworden sind, wird es schwierig sein, zu dem heute verwendeten Formfaktor zurückzukehren“, so Chan.

 

Quellen: Tested