Medal of Honor: Above and Beyond sollte die traditionsreiche Shooter-Marke wiederbeleben und eines der umfangreichsten und besten VR-Spiele werden. Gelingt das?

Above and Beyond war seit 2016 in Entwicklung und wird von Respawn Entertainment entwickelt, dem Studio, das Spielehits wie Titanfall 2, Apex Legends und Star Wars Jedi: Fallen Order produzierte. Die Erwartungen sind entsprechend hoch.

Meinen Eindruck zur Einzelspielerkampagne könnt ihr im Test zu Medal of Honor: Above and Beyond nachlesen. Wie gut sich der Mehrspielermodus schlägt, verraten wir euch nächste Woche. Mehr Hintergründe zur Spielereihe gibt es im Artikel Medal of Honor: Aufstieg, Fall und (VR-)Wiedergeburt.

Road to VR: Banale Kampagne

Krieg habe sich noch nie so fade angefühlt, findet Ben Lang von Road to VR. MOHAB sei im Herzen eine Schießbude, die in den Kämpfen wenig Abwechslung biete. Jede bewaffnete Auseinandersetzung fühle sich gleich an, weshalb das Spiel schnell langweile. Hinzu komme, dass MOHAB den Spielfluss durch seine kurzen Level dauernd unterbreche und in zahlreichen Spielsequenzen etablierte Regeln der VR-Fortbewegung ignoriere, wodurch manchen Spielern schlecht werden könnte.

Während sich die Kampagne größtenteils banal anfühle, schneide der Mehrspielermodus besser ab und biete kurzweilige Unterhaltung für kompetitive Shooter-Fans. Die Weltkriegsdokumentationen der “Gallery” nennt Lang bewegend. Alles in allem erfülle MOHAB nicht die Kriterien einer AAA-Produktion.

Road to VR vergibt 5 von 10 möglichen Punkten.

IGN: Viele Inhalte

Medal of Honor biete ziemlich viel Inhalte, darunter detaillierte Szenerien Frankreichs und Norwegens, schreibt Gabriel Moss von IGN. Die Mission, die circa neun Stunden in Anspruch nehmen, seien allerdings oft schwach. Dennoch würden hier VR-Erfahrungen geboten, die ein Monitor nicht vermitteln könne: zum Beispiel, wie es ist, auf einem schneebedeckten norwegischen Berg zu stehen oder einen Panzer zu steuern.

Den VR-Standards des Jahres 2020 genüge es allerdings nicht: Es gebe nur wenig in der Spielwelt, mit dem man interagieren könne, sodass sich MOHAB neben Spielen wie Half-Life: Alyx (Test) und Saints & Sinners (Test) geradezu primitiv anfühle. Das Spiel erlaube VR-Nutzern, berühmte Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs in VR nachzuerleben, die eintönigen Shooter-Mechaniken führten allerdings dazu, dass es nicht viel Spaß mache, Nazis zu jagen.

IGN vergibt 6 von 10 Punkten.

The Verge: Fehlende Spieltiefe

Cameron Faulkner von The Verge nennt MOHAB einen “glorifizierten Rail-Shooter”. Das Spiel biete das Waffenarsenal und die Schauplätze, die man von Weltkriegsshootern erwarten darf, aber lasse es an Intimität fehlen: Weil man kaum mit der Spielwelt interagieren könne, fühlten sich die Orte nur selten real an. Grafisch sei das Spiel keine Wucht, trotz erstaunlich hoher Systemanforderungen.

Die fehlende Spieltiefe betreffe auch die Geschichte und Charaktere. Die Zwischensequenzen seien voll von klischiertem Geschwätz und nähmen dem Spiel das Tempo. Faulkner vermisst die Möglichkeit, sich per Teleportation zu bewegen, da fließende Fortbewegung bei manchen Spielern Übelkeit verursachen könne.

MOHAB bewege sich auf ausgetreten Pfaden und sei allein nicht Grund genug, sich eine VR-Brille zu kaufen. Selbst wenn man alle technischen Anforderungen erfülle, sei es kein Spiel, das man gespielt haben müsse.

4 Players: Detailreiche Schauplätze

Respawn sei an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert, möglichst viel Abwechslung zu bieten, findet Jan Wöbbeking von 4 Players. Mit etwas mehr Fokus hätte aus MOHAB ein richtig guter Actiontitel werden können. Stattdessen wirke das Spiel vielerorts unfertig und nicht ausgefeilt genug.

Der Tester kritisiert unter anderem die öden Nahkämpfe mit schwacher KI, das teils fummelige Waffenhandling und die hohen Hardware-Anforderungen und lobt die detailreichen, teils beschaulichen Schauplätze, das üppige Arsenal an Waffen, den Orchester-Soundtrack und die spannend-turbulenten Mehrspielermatches.

4 Players vergibt 69 von 100 möglichen Punkten.

Tested: Nicht auf der VR-Höhe der Zeit

Norman Chan von Tested zeigt sich “etwas enttäuscht” von MOHAB. Das Spiel biete mit seiner ausgedehnten Kampagne, dem Survival-Modus, den Gallery-Inhalten und seinen Mehrspielermodi zwar genug Inhalte für seinen Preis. Er sei jedoch nicht sicher, ob das Spiel dauerhaft fesseln könne.

MOHAB fühle sich an wie ein VR-Spiel der letzten Generation und bringe das Medium nicht voran. Es sei zwar durch und durch Medal of Honor, aber orientiere sich in seinem Anspruch zu stark an der breiten Masse statt erfahrene VR-Spieler abzuholen. Chan hätte ein Spiel mit einer kleineren, aber dafür besser designten Zahl Level bevorzugt.

Titelbild: Respawn Entertainment

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