Wem gehört der digitale Raum im realen? Magic Leap sagt: dem Besitzer des realen Raums.

Beim Magicverse folgt Magic Leap der Vision einer digitalen Spiegelwelt, die mit der realen Ebene verbunden ist durch Technologien wie Augmented Reality, KI und dem Internet of Things.

Das Magicverse legt sich wie eine digitale Spiegelwelt über die Realität. Bislang ist es nur ein Konzept. Bild: Magic Leap

Das Magicverse legt sich wie eine digitale Spiegelwelt über die Realität. Bislang ist es nur ein Konzept. Bild: Magic Leap

In diesem Magicverse erlebt man die Körperlichkeit der realen Welt in Verbindung mit der Flexibilität und Vielfalt des Digitalen. So soll laut Magic Leap “die Reichweite, Präsenz und wirtschaftliche Stärke eines physischen Ortes weit über seine begrenzte physische Geografie hinaus” verstärkt werden.

Um die Vision technisch umzusetzen, braucht es eine Art digitales Gitternetz, das sich eins zu eins auf die reale Welt legt, sodass digitale Informationen exakt realen Orten zugeordnet werden können – eine Art GPS-Signal in 3D. In der XR-Branche spricht man in diesem Kontext von der “Augmented-Reality-Cloud”. Deren Aufbau wird laut Magic-Leap-Gründer Rony Abovitz “hunderte Milliarden” kosten.

Doppeltes Eigentum

Nun ist davon auszugehen, dass Unternehmen, die in den Aufbau dieser AR-Cloud investieren, ein berechtigtes Interesse daran haben werden, sie zu kontrollieren und Inhalte darin zu platzieren. Zum Beispiel Werbung.

Für Google wäre es ein großer Coup, wenn es Samsung einen digitalen Galaxy-Werbeaufsteller im Apple Flaggschiff-Laden in New York verkaufen könnte, den jeder und jede mit einer AR-Brille auf der Nase sehen würde. Das klingt nach großem Geschäft.

Und in privaten Räumen? Wenn ich in die AR-Cloud von Facebook eingeloggt bin, darf der Konzern mir dann in meiner eigenen Küche Sponsored Posts zu Kochrezepten einblenden?

Der Serienunternehmer und Magic-Leap-Manager Chris Matthieu bezieht für sein Unternehmen eindeutig Stellung zu dieser Frage: Der digitale im realen Raum gehört dem Besitzer des realen Raums.

“Wir diskutieren diese Frage viel”, sagt Matthieu. “Der digitale Raum gehört der privaten Entität, die auch den realen Raum besitzt.”

Spiegelwelten sollen ihre digitalen Zwillinge verwalten und die Entscheidungsgewalt haben, was im digitalen Raum an welcher Stelle dargestellt werden darf und was nicht.

Öffentliche Informationen existierten in öffentlichen digitalen Räumen wie zum Beispiel Straßen. Persönliche Daten blieben persönliche Daten und sollten im eigenen Zuhause verankert sein.

“Wir wollen Nutzern volle Kontrolle über private Daten geben und Eigentürmern von Spiegelwelten über den digitalen Zwilling”, sagt Matthieu.

Wem gehört der digitale Raum? Das diskutieren wir im MIXED.de Podcast Folge #82 ab Minute 17:00.

Weiterlesen über die AR-Cloud:


MIXEDCAST #160: Ubsioft-VR, Kuro AR-Brille und Deepfake-App Zao | Alle Folgen


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