Laika: VR-Film zeigt Sputnik-Mission aus Hundesicht

Laika: VR-Film zeigt Sputnik-Mission aus Hundesicht

Laika war das erste Lebewesen, das von Menschen in den Erdorbit befördert wurde. Nun würdigt ein VR-Film die weltberühmte Hündin.

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Der Mischling wurde auf den Straßen Moskaus aufgegriffen und für die Raumfahrtmission Sputnik 2 trainiert. Sputnik 1 war der weltweit erste Satellit, der erfolgreich in die Erdumlaufbahn befördert wurde und mit Sputnik 2 wollte die Sowjetunion beweisen, dass es ein Säugetier unversehrt in den Orbit bringen kann.

Die Rakete mit Laikas Raumkapsel startete am 3. November 1957. Die Mission war ein großer propagandistischer Erfolg für die Sowjetunion und legte das Fundament für die erste bemannte Raumfahrtmission im Jahre 1961.

Erst 2002 wurde bekannt, dass Laika schon wenige Stunden nach dem Start an Überhitzung und Stress starb. Ein Defekt führte zu einem unkontrollierten Temperaturanstieg, der den Tod der Hündin verursachte. Da Laikas Ableben ohnehin vorgesehen war, führte die Mission zu einer Debatte über Tierversuche, weshalb die sowjetische Führung auch so lange geheim hielt, was mit der Hündin wirklich geschehen war.

Eine neue Perspektive auf Laikas Schicksal

Mit dem 15-minütigen VR-Film Laika setzt der oscarprämierte Dokumentarfilmer Asif Kapadia (Senna, Amy, Diego Maradona) dem wohl berühmtesten Hund der Welt ein Denkmal.

Darin erlebt man Laikas wichtigste Stationen und die Raumfahrtmission selbst und zum ersten Mal aus der Perspektive der Hündin. Kapadia nutzt das Raummedium Virtual Reality, um ein Gefühl der Enge und Ausweglosigkeit zu erzeugen.

Der VR-Film entstand in Zusammenarbeit mit dem britischen Comic-Künstler Nick Abadzis, der mit seinem Laika-Comicroman den Eisner Award, die weltweit bedeutendste Comic-Auszeichnung, gewann.

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Dass gerade Kapadia sich eines VR-Projekts annimmt, dürfte Kenner überraschen. Schließlich gilt der Filmemacher als großer VR-Skeptiker. „Ich bin altmodisch. Ich mag das Kino. Ich mag die große Leinwand. Ich mag ein kollektives Erlebnis. Ich trage eine Brille. Ich habe einen wirklich schlimmen Astigmatismus“, sagt Kapadia im Gespräch mit dem Guardian. VR habe ihn nie interessiert und „Kopfschmerzen verursacht“.

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VR ist besser als das Heimkino

Dass er dennoch einen VR-Film drehte, liege daran, dass er gerne neue Formen und neue Medien ausprobiere. „Ich möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden. Ich bin Regisseur und ich erzähle gerne Geschichten.“

Seither ist er auch in anderer Hinsicht ein Fan des jungen Mediums: Er sieht großes Potenzial in der Möglichkeit der Virtual Reality, eine Kinosaal-Erfahrung zu simulieren. „Ich kenne Leute, die das tun. Sie setzen sich die VR-Brille und Kopfhörer auf und das verhindert, dass sie zur gleichen Zeit mit ihrem Smartphone beschäftigt sind. In der Theorie hast du ein kinoreifere Erfahrung,“ sagt Kapadia.

Der isolierende Aspekt der VR könne der Kunstform Kino helfen und die Verbindung zwischen Filmemacher und Publikum wiederherstellen, die im kleinen Heimkino verloren gehe. „Es ist nicht dasselbe wie ein Kinobesuch, aber theoretisch könntest du eine VR-Brille haben, dich am anderen Ende der Welt befinden, auf einen Link klicken und genau den Film sehen, den ich dich sehen machen will. Das ist interessant.“

Laika wird derzeit auf dem London Film Festival gezeigt. Derzeit ist nicht klar, wann der VR-Film einem größeren Publikum zugänglich gemacht wird.

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Quelle: Guardian