In einem britischen Männergefängnis wird gutes Verhalten mit Virtual-Reality-Freiheit belohnt.

In Gefängnissen in England und Wales sollen gewalttätige Übergriffe zwischen den Insassen und auf Wärter im letzten Jahr ein neues Rekordhoch erreicht haben, berichtet die britische Zeitung Mirror: Insgesamt wurden rund 34.000 Angriffe gezählt (+ 20 Prozent / 2017), gut 10.000 davon (+29 Prozent) galten den Angestellten.

Gefängnisbetreiber würden daher dazu ermutigt, wirkungsvolle Maßnahmen gegen die steigende Gewaltbereitschaft zu entwickeln.

Mit VR-Belohnung gegen Gefängnisgewalt

Die Entscheider des britischen Männergefängnisses HMP Nottingham testen vor diesem Hintergrund für zwei Monate eine ungewöhnliche Methode: Mit kurzen Virtual-Reality-Reisen wollen sie die Folgsamkeit der insgesamt rund 1.000 Häftlinge belohnen.

Wer sich gut benimmt und die Gefängnisregeln einhält, darf für zehn Minuten mit einer der insgesamt drei VR-Brillen an weit entfernte Orte reisen wie die chinesische Mauer, das Great Barrier Reef in Australien oder zu Inka-Ruinen in Peru.

Das Gefängnis begründet die Maßnahme mit der Chance, den Häftlingen Einblicke geben zu können in eine fremde Kultur in einem anderen Land.

Das VR-Pilotprojekt sei Teil der Sicherheitsstrategie und verbinde eine Lernerfahrung mit Unterhaltung. VR-Videospiele seien verboten. Die ersten Rückmeldungen der Insassen seien beeindruckend.

Ein Häftling schätzt, dass seine Mitinsassen gespannt darauf sind, ihren Geist für zehn Minuten aus der Zelle wandern zu lassen. Ein anderer gibt an, dass die kurze VR-Reise ihm einen der besten Tage seiner bislang zwölfjährigen Haftstrafe beschert habe. “Heute habe ich mich nicht wie ein Gefangener gefühlt.”

Falls sich das Pilotprojekt als Erfolg erweist, könnte die VR-Belohnung in mehr Gefängnissen angeboten werden.


In einem anderen Projekt werden Langzeithäftlinge auf eine Welt vorbereitet, die sich während ihrer Haftzeit stark verändert hat.

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