JVC Kenwood könnte zukünftig bei Business-XR mitmachen: Das Unternehmen stellt eine interessante Mischung aus VR-Brille mit AR-Optik vor.

Der japanische Hersteller für Unterhaltungselektronik JVC Kenwood stellt eine prototypische VR-Brille mit AR-Optik primär für Simulationen und Unternehmen vor. Das Sichtfeld soll bei 120 Grad horizontal / 45 Grad vertikal liegen bei einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel pro Auge und einer Bildwiederholrate von bis zu 72 Hz. In der Brille sind zwei 5.5 Zoll große LC-Displays verbaut, das Gewicht liegt insgesamt bei rund 530 Gramm.

Beim optischen System setzt JVC auf eine proprietäre Spiegellösung, vergleichbar oder weitgehend ähnlich mit den optischen Systemen in AR-Brillen wie Leap Motions Open-Source-Gerät “North Star”: Das Licht eines über dem Auge horizontal montierten Displays wird über ein Spiegelkonstrukt ins Auge des Brillenträgers geworfen.

So erklärt JVC den Optik-Unterschied: Links ist das optische System einer typischen VR-Brille, eine Linse vor einem Display. Rechts ist das Spiegeldisplaykonstrukt von JVC, wie man es von AR-Brillen kennt. | Bild: JVC

So erklärt JVC Kenwood die eigene Optik-Innovation: Links ist das optische System einer typischen VR-Brille, eine Linse ist vor einem Display montiert. Rechts ist das Spiegeldisplaykonstrukt von JVC Kenwood, wie man es von AR-Brillen kennt. Da das Bild nur gespiegelt wird, kann der Brillenträger noch die reale Umgebung sehen. | Bild: JVC

JVC verspricht eine hohe Bildschärfe bei einem klaren, glatten Bildeindruck ohne Rasterung (Fliegengittereffekt) und gut lesbare Schrift. Die Farbwiedergabe soll im Vergleich zu VR-Brillen akkurater und der Schärfebereich weiter sein, sodass die Brille potenziell mehr Trägern passt und komfortabler getragen werden kann.

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Die Spiegeldisplays im JVC Kennwood Prototyp dürften ähnlich funktionieren wie beispielsweise in der Open-Source-AR-Brille North Star. | Bild: Leap Motion / Ultraleap

JVC Kenwood kombiniert VR-Technik mit AR-Optik

Das Spiegelsystem hat laut JVC Kenwood den entscheidenden Vorteil, dass der Brillenträger die reale Umgebung wie bei einer AR-Brille anschauen kann, aber gleichzeitig in Sachen Tracking-Präzision und der Sichtfeldweite das Niveau einer VR-Brille erreicht.

Gut zu erkennen: Die SteamVR-Tracking-Sensoren laufen entlang der Oberseite der XR-Brille. | Bild: JVC Kenwood

Gut zu erkennen: Die SteamVR-Tracking-Sensoren laufen entlang der Oberseite der XR-Brille. | Bild: JVC Kenwood

Denn für das Tracking setzt JVC auf SteamVR, was Vorteile mit sich bringt: Die in der Industrie vergleichsweise weit verbreiteten SteamVR-Basisstationen sind kompatibel, außerdem muss JVC keine eigene Controller-Lösung anbieten. Unternehmen könnten vorhandene Vive-Stäbe weiter einsetzen oder sogar die fortschrittlichen VR-Controller von Valve Index (Test).

Als Anwendungsszenario erwähnt JVC Kenwood beispielsweise Trainingsszenarien, bei denen echte Geräte und Instrumente bedient werden, während die Brille digitale Informationen und Anweisungen ins Sichtfeld einblendet.

JVC Kenwood sieht die eigene XR-Brille bei Simulationen und Trainings gut aufgehoben. | Bild: JVC Kenwood

JVC Kenwood sieht die eigene XR-Brille bei Simulationen und Trainings gut aufgehoben. | Bild: JVC Kenwood

Ob, wann und in welcher Form JVC Kenwood den Prototyp auf den Markt bringt, ist nicht bekannt. Anfang Dezember soll in Japan ein Meeting stattfinden für Interessierte, für das man sich auf der Webseite von Mogura VR anmelden kann. Der Prototyp soll seit 2018 in Entwicklung sein.

Quelle: Mogura VR, Via: Road to VR | Titelbild: JVC Kenwood

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