Apple hat das iPhone 12 vorgestellt. Die Flaggschiff-Modelle iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max haben einen Lidar-Sensor für bessere Augmented Reality integriert. Doch was bringt die neue AR-Technik?

Der Lidar-Sensor schießt Laserstrahlen in den Raum und misst, wie lange das Licht bis zu einem Objekt und zurück zum Sensor unterwegs ist. Über dieses Lichtsignal kann die Umgebung dreidimensional erkannt und eingescannt werden.

Die 3D-Kamera ist keine Apple-Neuheit: Das im März 2020 erschienene iPad Pro hat ebenfalls einen 3D-Scanner verbaut. Die jüngsten ARKit-Versionen 3.5 und 4.0 zeigten, was Lidar bringt: eine schnellere Erkennung von Oberflächen und präzisere Platzierung digitaler Objekte, 3D-Objekt- und Raumscanning sowie realistische Verdeckungseffekte. Dank letzteren fügen sich AR-Elemente noch realistischer in physische Umgebungen.

Der Lidar-Sensor erweitert und verbessert über AR hinaus auch das Kamerasystem der iPhone 12 Pro-Modelle und ermöglicht unter schlechten Lichtbedingungen hochwertige Porträtaufnahmen sowie einen sechs Mal schnelleren Autofokus, da er Räume auch bei wenig Umgebungslicht dreidimensional erkennen kann.

Wohin geht Apples AR-Reise?

Überraschende neue AR-Funktionen oder -Apps wurden nicht gezeigt. Das hinterlässt den Eindruck, als würde Apple selbst nicht so genau wissen, wozu Augmented Reality mit dem Smartphone gut ist. Ein wichtiges Verkaufsargument für das iPhone 12 sind der Lidar-Sensor und Augmented Reality jedenfalls nicht – sonst hätte Apple der Technologie während der Vorstellung mehr Platz eingeräumt.

Tatsächlich dürfte Apple mit dem Lidar-Sensor des iPad Pro und iPhone 12 ausprobieren wollen, ob fortschrittlichere AR-Technik neue und attraktive Anwendungsszenarien ermöglichen kann, bevor die Tiefenkamera womöglich in eine AR-Brille Marke Apple wandert.

Durch eine Apple Glass gesehen, wäre Augmented Reality weitaus reizvoller und nützlicher als auf einem Smartphone-Display, unabhängig davon, wie schnell, präzise und effektreich die AR-Einblendungen auf einem iPhone 12 dargestellt werden.

Für einen AR-Durchbruch braucht es jedoch mehr, nämlich Apps mit deutlichem Mehrwert. Da Apple in diese Richtung selbst keine Ideen zu haben scheint, liegt es nun an den Entwicklern, entsprechende Apps zu entwickeln. Zumindest für eine Nischenzielgruppe interessant dürften 3D-Scan-Apps wie Polycam sein.

Titelbild: Apple

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