Hololens 3: Microsoft plant auch in Zukunft keine AR-Brille für jedermann
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Laut Microsofts Optik-Architekt Bernard Kress wird Microsoft auch die nächste Generation Hololens nicht für Verbraucher entwickeln. Ein Konkurrenzprodukt fürchtet er ohnehin nicht.
Mein erster Kontakt mit Microsofts kommender AR-Brille Hololens 2 (Vorabtest) fiel positiv aus: Im Vergleich zum Vorgänger ist die Technologie deutlich reifer und könnte die Hürde nehmen von einer spannenden Spielerei hin zu einem ernstzunehmenden Arbeitsgerät.
Allerdings ist Hololens 2 wie die Vorgängerbrille für spezifische Anwendungsszenarien in der Industrie oder im Militär gedacht. Für Endanwender ist die AR-Brille noch ungeeignet: zu teuer, zu klobig, ein zu enges Sichtfeld und letztlich - als Resultat dessen - keine sinnvollen Anwendungsszenarien.
Hololens auch in Zukunft nicht für Endanwender
Als optischer Architekt gehört Bernard Kress bei Microsoft zu den Mixed-Reality-Vordenkern. Der Ingenieur ist maßgeblich an der Entwicklung der Hololens-Technologie beteiligt und kennt ihr Fortschrittspotenzial.
Immer wieder weist er in Vorträgen und Interviews darauf hin, dass bei den optischen Systemen der AR-Brillen - also Linsen und Displays - aufgrund physikalischer Limitierungen keine sprunghaften Entwicklungen zu erwarten sind. Hier wären allerdings deutliche Fortschritte notwendig, um die Technologie für Verbraucher interessant zu machen.
Auch mit Hololens 3 will Microsoft beim Fokus auf die Industrie und das Militär bleiben, bestätigt mir Kress: "Wir interessieren uns nicht wirklich für ein Produkt für einen Markt, der (noch) nicht existiert. Militär und die Industrie, das sind sehr starke AR-Märkte."

Hololens 2 war rund drei Jahre in Entwicklung, Kress unterstützte bei der Optik. Trotz der Entwicklungszeit konnte die größte Schwachstelle des Systems - das enge Sichtfeld - zwar gelindert, aber nicht beseitigt werden. Laut Kress gibt es physikalische Grenzen, die schwer zu überwinden sind.
AR-Brille: "Alle, die es am Verbrauchermarkt probiert haben, sind kläglich gescheitert"
Jedes Unternehmen, das versucht habe, AR-Brillen für Endverbraucher auf den Markt zu bringen, so Kress, sei kläglich gescheitert. Daher würden auch Apple, Oculus oder Google keine entsprechenden Brillen zeigen.
"Meta ist gescheitert, ODG ist gescheitert, Daqri ist gescheitert, Castar ist gescheitert, die erste Version von Google Glass ist gescheitert, Vaunt ist gescheitert und North musste die Preise für die eigene Brille um 60 Prozent senken und kann sie noch immer nicht verkaufen", sagt mir Kress.
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Industriekunden und das Militär hingegen könnten größere und schwerere AR-Brille als Teil der Arbeit tolerieren. Am Verbrauchermarkt sehe Microsoft derzeit keine Nachfrage, was sich freilich in ein paar Jahren ändern könne.
Eine Kristallkugel habe er allerdings nicht, so Kress, ebenso wenig wie Apple, das eine Hardware fertig hätte, diese aber nicht veröffentliche - vielleicht weil die Software fehle.
"Formfaktor, Tragekomfort, visueller Komfort und Immersion sind die eine Sache, aber das reicht nicht", sagt Kress. "Spiele sind, anders als bei VR, nicht das magische Einfallstor für den Endverbrauchermarkt."
Titelbild: Microsoft
Letztes Update: 20. September, 18:40
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