Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Flugdienst der Polizei experimentieren mit AR für Hubschrauberpiloten.

Der Landeanflug auf ein Schiffsdeck ist selbst für erfahrene Helikopterpiloten eine Herausforderung, speziell bei ungünstigen Bedingungen wie Nebel, Regen oder Dunkelheit.

„Auf hoher See fehlen dem Piloten fixe Referenzpunkte zur Orientierung. Um sie herum ist nur das offene Meer und das sich bewegende Schiff mit einer verhältnismäßig kleinen Fläche, auf der sie landen müssen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Stefan Levedag vom Institut für Flugsystemtechnik.

Das DLR und der Flugdienst der Bundespolizei experimentieren daher mit Assistenzsystemen, die Piloten die Landung erleichtern.

Hololens 2 als Navigationshilfe im Hubschrauber-Cockpit

Erstmals kam jetzt Microsofts Hololens 2 bei einem Testflug zum Einsatz: Die AR-Brille blendet optische Orientierungspunkte und relevante Informationen direkt ins Sichtfeld ein.

Das schwimmende Schiff im dichten Nebel wird beispielsweise durch einen gut sichtbaren grünen Rahmen markiert. Wichtige Informationen zu Fluggeschwindigkeit, Höhe und Position sowie ein künstlicher Horizont sind ebenfalls direkt im Sichtfeld des Piloten sichtbar.

„Die eingeblendete Symbolik hilft den Piloten enorm bei der Orientierung“, sagt Projektleiter Malte-Jörn Maibach. „Der große Vorteil ist, dass der Pilot mit seinem Blick nicht ständig zwischen den Instrumenten im Hubschraubercockpit und der Außensicht wechseln muss. So kann er seinen Landepunkt konstant im Blick behalten.“

Eine besondere technische Herausforderung war die Anpassung der Trackingtechnologie: Das Tracking von AR-Brillen wie Hololens ist darauf optimiert, dass sich der Brillenträger bewegt und die Umgebung ruht. Im Hubschraubercockpit bewegen sich jedoch Brillenträger, Hubschrauber und Umgebung mit- und gegeneinander.

„Das System muss die Bewegungen des Kopfes mit der Brille von den Bewegungen des Hubschraubercockpits, das sich wiederum in der Außenwelt bewegt, unterscheiden können“, erklärt Luft- und Raumfahrtingenieur Christian Walko vom Institut für Flugsystemtechnik. Außerdem vibriert der Helikopter stark und stört so die feine Sensorik der Hololens 2.

Die Forscher des DLR entwickelten daher eine Software, die die Kopfposition des Piloten in Relation zum sich bewegenden Hubschrauber erkennt und die AR-Darstellung passend justiert.

Das Projekt HEDELA ist ein Bestandteil des Verbundprojektes “F&E und Echtzeitdienste für die maritime Sicherheit”. Es ist eingebettet in die institutsübergreifende Bündelung und den fach- und programmübergreifenden Ausbau von Forschungsaktivitäten des DLR im Bereich maritimer Sicherheitsforschung.

Quelle: DLR

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