Update vom 7. Mai 2019:

Auf der Entwicklerkonferenz I/O 2019 gibt Google den Start der offenen Beta für die AR-Navigation mit Google Maps bekannt. Sie rollt ab sofort an Besitzer der Pixel-Smartphones aus. Weitere Smartphones dürften zeitnah folgen.

Wie die AR-Navigation technisch umgesetzt wurde, haben wir hier beschrieben.

Ursprünglicher Artikel vom 11. Februar 2019:

Google Maps: Augmented-Reality-Navigation rollt an erste Nutzer aus

Pfadfinden für Einsteiger: Google Maps wird visueller mit Augmented Reality.

Im vergangenen Mai auf der eigenen Entwicklerkonferenz kündigte Google eine neue AR-Funktion für Google Maps an, mit der Nutzer mittels ins Smartphone-Kamerabild eingebetteter digitaler Pfeile und Hinweisschilder präzise zu ihrem Ziel gelotst werden.

Jetzt rollt die Funktion an erste “Local Guides” aus, das sind jene Nutzer, die Maps besonders intensiv nutzen und in ihrer Region Bilder zur Verfügung stellen oder Fragen zur Umgebung beantworten.

VPS mit GPS

Das Wall Street Journal durfte den Augmented-Reality-Führer vorab testen: Das System kombiniert GPS-Daten und maschinelles Sehen. Der Nutzer muss dem Smartphone via Kamera seine Umgebung zeigen. Es scannt die Umgebung auf Anhaltspunkte wie beispielsweise ein markantes Gebäude und gleicht diese mit den Aufnahmen aus Google Street View ab.

Durch die Kombination dieser beiden Daten kann Google Maps so einerseits den Standpunkt des Nutzers präziser verorten im Vergleich zu reiner GPS-Positionierung und andererseits die digitalen Hinweisschilder an der richtigen Stelle in die Realität einfügen. Besondere Orte wie Cafés oder Läden werden visuell hervorgehoben. Google nennt das Verfahren VPS – Visual Positioning Service.

Vom Gimmick zum digitalen Stadtführer?

Hält man das Smartphone normal in der Hand, deaktiviert sich die AR-Navigation automatisch und springt wieder an, sobald man das Gerät erneut auf die Umgebung richtet. Google fordert den Nutzer sogar dazu auf, in Bewegung das Smartphone zu senken – aus Sicherheitsgründen und um die Batterie zu schonen.

Gedacht ist die AR-Hilfe derzeit in erster Linie für die Erstorientierung, wenn man beispielsweise gerade aus der Bahn gestiegen ist, die Laufrichtung sucht und die GPS-Navigation noch nicht präzise arbeitet.

Klar ist, dass die AR-Navigation in ihrer aktuellen Form bestenfalls eine Komfortoption ist. Das volle Potenzial entfaltet der visuelle Positionierungsservice, wenn er statt nur der Laufrichtung Informationen über die gesamte Umgebung bereithält – wie ein digitaler Stadtführer – und außerdem auf einer Brille läuft, sodass man die Hände frei hat. Ebenfalls nützlich könnte VPS in Gegenden oder in Gebäuden sein, in denen GPS nicht funktioniert.

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