Mit dem Open-Source-Projekt Kartta Labs will Google die Grundlage für einen Kartendienst mit Zeitachse erschaffen. Damit könnte man Städte in verschiedenen Epochen besichtigen und deren zeitliche Entwicklung nachvollziehen.

Kartta Labs ist eine Sammlung von Programmen und Werkzeugen, die es Nutzern erlaubt, ein skalierbares Kartensystem  mit historischen Karten zu füttern. Per Crowdsourcing soll so nach und nach ein 4D-Kartendienst entstehen – also eine Karte, die auch eine Zeitachse bietet.

Für Mitwirkende besteht der erste Schritt darin, historische Karten hochzuladen und mit einer Referenzkarte abzugleichen, indem sie übereinstimmende Punkte in beiden Karten markieren. Das Programm verformt die historische Karte anschließend so, dass sie auf das moderne Referenzkartensystem passt. Das folgende Video zeigt den Prozess.

KI ergänzt 3D-Information

Danach können Mitwirkende geografische Eigenschaften der historischen Karte anpassen und ergänzen. Zu guter Letzt werden die aus verschiedenen Zeiten stammenden Karteninformationen im Kartta-Programm aufbereitet. Dieses hat einen einen Zeitachsenregler, über den man zwischen Jahreszahlen springen und die architektonische Entwicklung in Augenschein nehmen kann.

Geplant, aber noch nicht erschienen ist eine 3D-Erlebnisplattform, die aus den historischen Karteninformationen mittels Deep Learning eine dreidimensionale Stadt extrapoliert, die man anschließend virtuell begehen kann – also eine Art Google Earth mit Zeitreisefunktion.

Street View-Zeitreisen mit VR-Brille

Da es sich um ein Crowdsourcing-Projekt handelt, wird Google selbst nur begrenzt Hand anlegen. Stattdessen will der Konzern Entwicklern, Kartenenthusiasten und Hobby-Nutzern Programme für den Aufbau eines entsprechenden Kartendiensts liefern.

“Wir haben diese Werkzeuge entwickelt, um das Crowdsourcing zu erleichtern und das Hauptproblem unzureichender historischer Daten anzugehen”, schreibt Google in seinem Open-Source-Blog.

Die Kartta Labs Suite ist ab sofort auf Github erhältlich. Sie läuft auf Basis von Google Cloud und Kubernetes.

Apropos Zeitreise: Google Street View bietet seit 2014 eine 2D-Zeitreisefunktion, über die man am selben Ort durch Fotos verschiedener Jahre schalten kann. Besonders eindrücklich ist das unter einer VR-Brille wie Oculus Go und Oculus Quest mit der Street View-App Wander. Mehr Informationen dazu gibt es im Artikel Die coolsten Google Street-View-Orte in Virtual Reality.

Quelle und Titelbild: Google

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