In Finger Gun für Quest 2 werden eure Hände zu Wild-West-Kanonen

In Finger Gun für Quest 2 werden eure Hände zu Wild-West-Kanonen

In Finger Gun ist der Name Programm: Eure ausgestreckten Finger werden per Quest-2-Handtracking zu Revolvern.

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Finger Gun ist einer der ersten Shooter, der nur mit Handtracking gespielt wird: Einfach den Zeigefinger ausstrecken, und schon wird die Hand zur Schusswaffe. Die Trackingkameras der Meta Quest (2) machen es möglich.

Zumindest frontal vor der VR-Brille erkennen die Kameras die Hände und verwandeln sie in Pistolen, Schrotflinten und Miniguns. Sogar mit beiden Händen gleichzeitig kann ich den Revolverhelden mimen.

Finger Gun: Handtracking-Duelle für Meta Quest

Das ähnlich konzipierte Rogue Ascent kam Finger Gun zwar zuvor. Trotzdem zählt das Westernspiel zu den ersten „Finger-Shootern“ im Applab-Store für Early-Access-Titel. Wirklich fertig ist Finger Gun also noch nicht. Ich habe trotzdem schon ins Spiel von Miru Studio hineingeschnuppert.

Die Aufmachung der Schießerei erinnert stark an den VR-Klassiker Space Pirate Trainer. Am Rande einer Klippe erscheinen keine menschlichen Revolverhelden: Stattdessen schwirren allerlei Steampunk-Drohnen über den Abgrund, die mich mit langsamen, glühenden Projektilen eindecken.

Ähnlich wie bei Space Pirate Trainer, hatte ich noch Tage später einen monströsen Muskelkater in den Waden. Schuld daran war das ständige Ducken unter den Projektilen. Alternativ könnt ihr seitliche Ausfallschritte probieren. Ein kleines Workout plus eine schweißnasse Quest solltet ihr aber in jedem Fall einkalkulieren.

Die größte Besonderheit an Finger Gun ist, dass ich keine Controller in der Hand halte. Stattdessen schieße ich mit den ausgestreckten Zeigefingern. Anders als in Kindertagen, rufe ich dabei nicht mehr „Peng, Peng“. Reichlich bescheuert sieht es für Außenstehende trotzdem aus.

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Da der Zeigefinger schon als Lauf dient, kann er nicht mehr den Auslöser drücken. Stattdessen streiche ich seitlich mit dem Daumen über die Hand, um zu feuern. Die wundersamen Fantasy-Waffen meines Ausbilders und Waffenmeisters haben ihren Abzug schließlich auf der Oberseite.

Cooles Konzept, fummlige Umsetzung

Spielerisch wird mir die Mechanik leider schnell zum Verhängnis. Das ständige Umherwischen mit dem Daumen irritiert immer wieder das Tracking. Die Waffen leiden deutlich häufiger unter Ladehemmung als ihre automatisch schießenden Gegenstücke in Rogue Ascent.

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Hinzu kommen ständige Warnhinweise, wenn meine Hände nur ein wenig aus dem Trackingradius der vier Frontkameras geraten. Beim Anlegen mit Kimme und Korn meckert das Spiel ebenfalls: „Aus der Hüfte schießen!“ ist hier die Devise. Direkt anvisieren darf ich meine Gegner nicht. Eine leichte Zielhilfe lenkt die Kugeln meist zu den durch die Luft schwirrenden Drohnen.

Letztlich ist der Kampf gegen das Tracking oft genauso herausfordernd wie das Gefecht gegen die fliegenden Blecheimer. Das gilt gerade für die Bosskämpfe. Dort kommt nämlich zusätzlich noch ein Greifhaken zum Einsatz, mit dem ich an der gegnerischen Schwachstelle zerre. Die Geste zum Auswerfen des Seils geht manchmal einfach unter im wilden Mix aus Schießen und Ducken.

Die Pistolen-Hände von Westernhelden schießen auf Steampunk-Drohnen, die über einem Canyon schweben.

Das Upgrade-Fach am linken Arm verhilft euch kurzzeitig zu Extrawaffen oder Dauerfeuer. | Bild: Miru Studio, MIXED

Auf dem Weg am Canyon entlang sorgen mehrstufige Perks für Zusatzmotivation: Extras wie überspringende Stromschläge oder eine explosive Harpune erleichtern den Kampf. Das Extra-Schnappen aus der Luft verkompliziert die Action aber unnötig. Zunächst peile ich die Kapsel mit der Harpune an, danach stecke ich das herbeigezogene Extra ins Handgelenk.

Mehr Western, weniger Handtracking

All diese Handbewegungen überfordern das Handtracking der Quest 2. Ich bin gespannt darauf, wie sich das Spiel auf der geplanten VR-Brille Meta Cambria schlägt, die besseres Handtracking bieten soll. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, die Handsteuerung noch deutlich zu entschlacken.

Etwas schade ist zudem das Fehlen klassischer Duelle im Stil alter Cowboyfilme. Die Robo-Drohnen mit ihren albern rotierenden Blechhüten verströmen nur ein wenig Western-Flair.

Außerdem bin ich dankbar für die Grundlagenarbeit des Studios im Handtracking-Bereich. Trotz aller Kinderkrankheiten ist es überaus faszinierend zu sehen, wie sich meine Hände in Virtual Reality plötzlich in Waffen verwandeln.

Finger Gun ist im App-Lab-Store für rund 15 Euro erhältlich.

Quellen: App-Lab-Store