Facebooks XR-Technikberater John Carmack glaubt, dass der Konzern bei Social-VR während der Pandemie ein besseres Angebot machen müsste.

Im Metaverse-Versuch Horizon will Facebook zukünftig VR-Nutzer in einer digitalen Zwischenwelt auf Distanz zusammenbringen. Das Wort “zukünftig” ist hier entscheidend: Die Social-VR-App ist derzeit nur für eingeladene Gäste verfügbar und noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

Daran stört sich John Carmack: Er glaubt, dass Facebook während der Pandemie VR hätte größer machen können und eine Chance verpasst hat.

Auf der Facebook Connect 2020 gab Carmack seinen digitalen Talk “Unscripted”: Gute 80 Minuten plauderte der Techniker ohne Punkt und Komma in die Kamera, gab Einschätzungen zum Stand der XR-Technik und die Rolle Facebooks dabei. Wie gewohnt, nahm er dabei kein Blatt vor den Mund.

Das Programmier-Genie war viele Jahre die treibende Kraft hinter Facebooks VR- und AR-Technik. Mittlerweile macht Carmack in KI-Entwicklung und steht Facebook nur mehr als Berater zur Verfügung.

VR-Meetings während der Pandemie – Chance verpasst?

Gar nicht einverstanden ist Carmack mit Facebooks Social-VR-Strategie – aus seiner Perspektive hat Facebook in den vergangenen Pandemie-Monaten eine große Chance verpasst: “Der globale Lockdown hätte VR Erwachsen werden lassen sollen”, sagt Carmack. Die Oculus-Angebote hätten allerdings nur beiläufig vom isolierteren Leben unter Pandemiebedingungen profitiert.

Zum einen hätte Facebook nicht genug VR-Brillen nachliefern können. Zum anderen seien sämtliche schon veröffentlichte Social-VR-Angebote eingestellt worden.

“Wir hatten Rooms, Spaces, Co-Watching, alle waren weg. Venues befand sich während der gesamten Zeit im Wartungsmodus. Wir haben also diese riesige Wette auf Horizon abgeschlossen, und all diese Leute haben daran gearbeitet, und mit Venues 2.0 gibt es endlich einige der Früchte dieser Arbeit, aber im Grunde waren wir noch nicht so weit”, sagt Carmack.

Carmack wollte Rooms reaktivieren

Carmack schlug intern vor, Facebooks schon eingestellte Social-VR-App Rooms zu reaktivieren, in der sich Menschen als Avatare treffen und beispielsweise Brettspiele spielen oder gemeinsam TV schauen. Der Vorschlag setzte sich allerdings nicht durch. “Um ehrlich zu sein, schäme ich mich ein bisschen über unsere Social-Story”, sagt Carmack.

Dankenswerterweise hätten Drittanbieter die Chance genutzt und Erfahrungen gesammelt, die Facebook zukünftig erst nachholen müsse, so Carmack. “Es ist eine andere Welt, ob man tausende echte Nutzer hat oder nur interne Tests macht.”

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