Elon Musk Neuralink: Affe zockt Videospiel durch Gedankenkraft

Elon Musk Neuralink: Affe zockt Videospiel durch Gedankenkraft

Elon Musk zeigt neue Neuralink-Forschung. Dieses Mal ist ein Affe zu sehen, der den Videospielklassiker Pong spielt – allein durch Geisteskraft.

Der neunjährige Makake mit dem Namen Pager hat in beiden Hirnhälften einen Neuralink-Chip implantiert, heißt es in einem Youtube-Video, das Elon Musk gestern veröffentlichte.

Die Chips registrieren die neuronale Aktivität des Motorcortex mittels 2.000 feinster Elektrodendrähte. Die Chips wurde dem Affen sechs Wochen vor der Aufnahme eingepflanzt und sind nicht sichtbar. Nur das noch nicht ganz nachgewachsene Fell am Kopf deutet auf einen operativen Eingriff. Die aufgezeichneten Hirndaten werden drahtlos auf ein Smartphone oder Computer gestreamt. Geladen wird der Chip ebenfalls kabellos.

So lernte Pager „MindPong“

Das Video zeigt, wie Neuralink dem Affen beibrachte, Pong allein durch Kraft seiner Gedanken zu spielen. Zuerst lernte der Makake, mit einem Joystick umzugehen. Hierfür steuerte er einen Cursor mit seiner Hand zu einer Zielfläche. Zur Belohnung gab es einen Bananen-Smoothie, der ihm durch einen metallenen Strohhalm zugeführt wurde.

Während dieser Aktivität erfassten die Neuralink-Forscher, bei welcher Bewegung welche Neuronen feuern. Eine Künstliche Intelligenz lernte aus den Datenströmen, welche Neuronenaktivität welcher Bewegung entspricht. Nach diesem Lernprozess zog Neuralink den Joystick-Stecker: Der Affe bewegt zwar noch immer seine Hand, der Cursor wird jedoch allein Kraft der Neuronen und der KI gesteuert, die die elektrischen Signale in Computerbefehle übersetzt. Zum Schluss zeigt das Video, wie Pager Pong spielt, ohne auch nur einen Joystick anzufassen.

Neuralink-Chips sollen Superkräfte verleihen

In einem separaten Tweet schreibt Musk, dass das erste Neuralink-Produkt einem gelähmten Mensch erlauben soll, ein Smartphone allein per Geisteskraft zu steuern, und zwar schneller als ein gesunder Mensch mit seinen Daumen.

Spätere Versionen des Chips sollen gar in der Lage sein, Querschnittsgelähmten das Laufen zu ermöglichen. Musk hofft, dass erste Neuralink-Versuche am Menschen noch in diesem Jahr beginnen.

Musks Neuralink-Ziele gehen freilich weit über medizinische Einsatzzwecke hinaus: Die Hirnchips sollen der Menschheit letztendlich kognitive Superkräfte verleihen, sodass sie mit Künstlicher Intelligenz mithalten kann.

Unabhängig von Neuralink werden Hirn-Computer-Schnittstellen als nächstes großes Interface gehandelt, etwa im Kontext der Augmented Reality.

Facebook beispielsweise arbeitet an einer nicht-invasiven Art, neuronale Aktivität zu erfassen und in Computerbefehle zu verwandeln, mit einem Armband, das elektrische Signale des Motorcortex am Handgelenk abfängt und analysiert. Mit etwas Training könnte man AR-Nutzeroberflächen zuerst durch kleinste Fingerbewegung und später einmal durch Gedanken steuern, so die Hoffnung der Facebook-Forscher.

Hirnimplantate, wie sie Neuralink voraussetzt, kommen für Facebook-Chef Mark Zuckerberg nicht infrage. „‚Facebook möchte Gehirnchirurgie durchführen’, da will ich nicht bei den Kongressanhörungen dabei sein“, witzelte Zuckerberg.

In einem Blogpost gibt es mehr Einzelheiten zum Makaken Pager und Neuralinks jüngster Forschung.

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