Alexa-Brille "Echo Frames": So urteilen Tester

Alexa-Brille

Anfang Dezember brachte Amazon die Datenbrille Echo Frames auf den Markt. Was taugt Alexa für die Nase?

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Mit der Echo Frames will Amazon die Alexa-Sprachassistentin in ein stets gegenwärtiges und beinahe unsichtbares Stück Technik bringen: eine schlanke Datenbrille. Die Elektronik, darunter Lautsprecher und Mikrofon, ist in die Brillenbügel verbaut.

Träger können die Brille per Bluetooth mit ihrem Smartphone koppeln und danach Musik hören oder freihändig Alexa nutzen. Das Telefon kann so in vielen Fällen in der Hosentasche bleiben.

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Die Lautsprecher sollen Benachrichtigungen direkt ins Ohr des Nutzers leiten, ohne dass die Umgebung davon etwas mitbekommt. Welche Mitteilungen und von wem durchkommen, kann man mit einem "VIP Filter" einstellen.

Der rechte Brillenbügel enthält eine Funktionstaste, den Lautstärkeregler, einen Sensor, der Berührungen und Wischgesten erkennt und einen Anschluss für das Aufladen des Geräts.

Amazon ließ die Echo Frames seit September 2019 von ausgewählten Kunden testen und am 10. Dezember 2020 kam zu einem Preis von 250 US-Dollar eine verbesserte Version auf den Markt, die eine längere Batterielaufzeit und bessere Audioqualität verspricht.

Die Brille kommt in einem einzigen Design, aber drei Farben. Wer möchte, kann Korrekturlinsen einsetzen lassen. In Deutschland ist Echo Frames noch nicht erhältlich.

Engadget: Hilfreich und nervig zugleich

Cherlynn Low von Engadget bezeichnet die 31 Gramm leichte Echo Frames als "überraschend bequem". Die Redakteurin habe am Ende des Tages mitunter vergessen, dass sie noch immer die Datenbrille auf der Nase sitzen hat. Obwohl die Bügel dicker seien als bei einer herkömmlichen Brille, fühle sich die Frames nicht klobig an. Konkurrierende Geräte wie die Bose Frames oder Snap Spectanles seien weder so gut gemacht noch so bequem wie die Echo Frames. Die Redakteurin findet es schade, dass es die Datenbrille in nur einem Design gibt.

An- und abschalten kann man das Gerät mit einem langen Druck der Funktionstaste. Mit einem kurzen Druck erhält man Zugriff auf Alexa, mit einem Doppeldruck kann man das Mikrofon stummschalten. Eine kleine LED im Brillenrahmen zeigt dem Träger an, wenn Alexa zuhört und ist laut der Testerin etwas schwer zu erkennen. Mit dem Berührungssensor hatte die Redakteurin Probleme: Er neige dazu, Berührungen und Wischgesten zu verwechseln.

Alexa reagiere schnell und sei gut mit anderen Alexa-Geräten in der Wohnung vernetzt, sodass man per Alexa-Befehl in normaler Lautstärke das Licht anschalten könne und nicht in Richtung des Lautsprechers rufen müsse.

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Der Lieferumfang auf einen Blick. | Bild: Amazon

An den Echo Frames gefalle ihr, dass man Musik hören könne, ohne Kopfhörer aufzusetzen oder andere zu stören. Letzteres funktioniere jedoch nur bis zu einer Lautstärke von circa 30 Prozent. Darüber hinaus werde die Musik für andere vernehmbar. Die Audioqualität beschreibt die Redakteurin als "dumpf und bassfrei". Geräusche und Musik in der Umgebung würden die Lautsprecher der Echo Frames übertönen.

Genervt habe das Benachrichtigungssystem. Bei der Erstnutzung müsse man alle hereinkommenden App-Audiomitteilungen einzeln deaktivieren und manche ließen sich gar nicht abschalten. Der VIP Filter funktioniere mit Whatsapp, aber nicht mit Telegram oder Discord.

Die Redakteurin sei überrascht, wie sehr sie die Echo Frames möge. Sie habe die Datenbrille mehrere Male am Tage aufgesetzt, obwohl sie normalerweise keine Brillen trägt. "Solange man auf hohe Audioqualität verzichten und mit nervigen Benachrichtigungen leben kann, ist die Echo Frames überraschend gut", resümiert Low und vergibt 76 von 100 möglichen Punkten.

CNN: Blick in die Alexa-Zukunft

Jacob Krol von CNN testete die ältere Version der Echo Frames ein halbes Jahr lang und trug die neue Echo Frames eine Woche lang zum Vergleich.

Die Echo Frames sehe wie eine normale Brille aus und Kollegen hätten nicht gemerkt, dass er eine Datenbrille trage. Krol bemängelt wie Engadget, dass die Brille nur in einem Design erhältlich ist und findet sie schlecht verarbeitet, auch wenn sie einen Aufprall auf den Boden überlebt hätte. Die Brille kommt mit einem Etui, das jedoch über keine Ladefunktion verfügt.

Die Batterielaufzeit findet Krol in Ordnung: Die Brille sei den ganzen Tag in Betrieb gewesen und erst gegen Abend sei die Energie zur Neige gegangen.

Die Soundqualität sei durchschnittlich und lasse Bass vermissen. Die Bose Frames seien in dieser Hinsicht besser. Höre man Musik auf mittlerer oder höherer Lautstärke, könnten andere mithören. Die meisten Alexa-Antworten und Benachrichtigungen seien hingegen auf Flüsterniveau.

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Die Brillenbügel sind etwas dicker als bei einer herkömmlichen Brille. Ansonsten merkt man nicht, dass man es mit einer Datenbrille zu tun hat. | Bild: Amazon

Im Verbund mit smarten Lautsprechern funktioniere die Echo Frames gut: Die Datenbrille nehme Sprachbefehle korrekt entgegen, ohne dass zugleich andere Alexa-Geräte in der Nähe aktiviert werden. Mit dem Benachrichtigungssystem und dessen Anpassbarkeit ist Krol zufrieden.

Die Echo Frames ist nicht für Jedermann, schreibt der Redakteur in seinem Fazit. Die Alexa-Brille sei eine Art Smartwatch: Die Technik sei einsatzbereit, falls man möchte, falls nicht, erfülle sie zumindest die Funktion einer Brille.

Überall und jederzeit Alexa-Zugriff zu haben, sei "wirklich nett", aber mit 250 US-Dollar zahle man dafür einen Premiumpreis - und müsse noch mehr drauflegen, falls man Korrekturlinsen braucht. Wer ein großer Alexa-Fan sei, findet in den Echo Frames die beste Möglichkeit, die Sprachassistentin in den eigenen Alltag zu integrieren.

The Verge: Tolles Konzept, aber nichts für iPhone-Besitzer

Dieter Bohn von Verge gefiel die Echo Frames mehr, als er anfänglich gedacht hatte. Die Alexa-Brille hätte ihn vom Konzept eines jederzeit verfügbaren, diskreten und persönlichen Audio überzeugt. Das sei ein bisschen, als würde man von neuem Kopfhörer entdecken. Die Nutzererfahrung selbst enttäusche hingegen, aus Gründen, über die Amazon teils Macht, teils keine Macht habe.

Die Brille an sich fühle sich bequem und nie zu schwer an, sähe aber noch "ein bisschen zu groß" und "billig" aus. Dass es sich um eine Datenbrille handelt, erkenne man dennoch nur an den dicken Bügeln.

Der größte Kritikpunkt des Redakteurs ist, dass Alexa nicht so gut funktioniert, wie man erwarten dürfte, zumindest nicht mit einem iPhone. Wegen künstlicher Einschränkungen seitens Apple könne man mit Alexa nicht einmal Anrufe tätigen oder Nachrichten beantworten.

Amazon kündigte letzte Woche die erste Datenbrille an: die Echo Frames. Die soll besonders leicht sein, wie erste Kurztests bezeugen.

Alle Tester bemängeln, dass die Brille nur in einem Design kommt. | Bild: Amazon

Eine weitere Schwäche der Datenbrille sei die Batterielaufzeit: Nach circa drei Stunden Lautsprechergebrauch sei die Energie aufgebraucht. Weil der Redakteur die Brille mehr und länger nutze als gedacht, hätten sie jeweils mitten im Nachmittag den Geist aufgegeben. Die Echo Frames sei so praktisch und nützlich, dass deren Schwächen umso mehr nervten.

Bass oder tollen Klang könnten die Minilautsprecher nicht bieten. Das Audio sei jedoch klar beim Hören von Musik und Podcasts sowie beim Telefonieren. Es sei toll, dass die Ohren frei seien. Während des Radfahrens fühle man sich sicherer als mit Earbuds. Die Lautsprecher könnten sich jedoch nicht gegen Straßenlärm durchsetzen.

Der Nutzen der Echo Frames habe im Redakteur den Wunsch nach einer besseren Version der Datenbrille geweckt, ohne Kompromisse bei der Batterielaufzeit und beim optischen Design sowie den Einschränkungen, die Apple dem Gerät auferlegt.

The Verge vergibt 6,5 von 10 möglichen Punkten.

Business Insider: Zukunftstechnologie mit Macken

Die Echo Frames sei die bislang beste Datenbrille und beweise, dass die Produktkategorie mehr ist als ein Gimmick, schreibt Lisa Eadicicco von Business Insider. Die Brille sei unaufdringlich, vernetzt und biete Nutzerkomfort, ohne im Weg zu sein.

Dennoch sei noch nicht klar, für wen das Gerät eigentlich gedacht ist. Viele Aufgaben würden von anderen Wearables wie Smartwatches und drahtlosen Earbuds besser erfüllt.

Die Echo Frames seien alles in allem vielversprechend, hätten aber eine Reihe von Einschränkungen. Die Audiobenachrichtigungen können Nutzer schnell überfordern, da sie nicht so leicht zu ignorieren sind wie Nachrichten auf der Smartwatch. Wer viel Musik höre und lange telefoniere, dürfte die Batterien relativ schnell aufbrauchen. Die Brille wecke außerdem Bedenken hinsichtlich Datenschutz, da man nie wisse, ob man gerade aufgenommen wird. Das wisse nur der Brillenträger selbst.

Eadicicco kann die Echo Frames nur all intensiven Alexa-Nutzern empfehlen. Alle anderen seien mit drahtlosen Earbuds für Musik und Smartwatches für Mitteilungen besser aufgehoben. Dass die Datenbrille teurer ist als viele Designerbrillen und dennoch nur in einem Design kommt, mache sie zu einer schwierigen Wahl.

Titelbild: Amazon

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