Skype, Zoom, Teams. In Corona-Zeiten kann die 2D-Videotelefonie nicht das Nonplusultra der digitalen Kommunikation bleiben. Wie wäre es mit einer VR- oder AR-Brille, um sich anderen Menschen nahe zu fühlen oder noch besser, einer Hologramm-Maschine?

Das Start-up Portl stellt Hologramm-Kabinen fürs eigene Zuhause her, die Menschen an jeden Ort der Welt teleportieren sollen.

Nur: Mit Hologrammen und Teleportation hat die Technologie nicht viel zu tun. Für die Portl-Maschinen stellen sich Nutzer vor eine Kamera, deren Bild auf einen großen Bildschirm gestreamt wird. Räumlichkeit wird nur vorgegaukelt: Stellt man sich etwas seitlich zum Bildschirm auf, geht die optische Illusion flöten. Das sieht man recht gut in folgendem Werbevideo.

Was an technischer Innovation bleibt, ist ein netter optischer Effekt, der allerdings viel Raum und Geld kostet. Die Maschine ist zwei Meter hoch, 1,5 Meter breit und einen halben Meter tief und kostet 60.000 US-Dollar.

Eine handlichere und günstigere Mini-Version soll Anfang 2021 erscheinen, optisch dürfte sie jedoch weniger eindrucksvoll sein, da das Gegenüber nicht mehr in Lebensgröße erscheint.

Historischen Figuren gegenübertreten

Aktuell arbeitet Portl an einer Smartphone-App, die Nutzer per integrierter Kamera von überall aus in die Kabinen projiziert. Damit sollen zumindest separate Aufnahmegeräte überflüssig werden. Ohne starke Verbreitung der teuren Hologramm-Kabinen bringt das jedoch nicht viel.

Das Start-up kündigte eine Kooperation mit dem Unternehmen StoryFile zusammen, das interaktive Hologramme von Menschen entwickelt. Ein möglicher Abnehmer wären Museen, die Besuchern Unterhaltungen mit historischen Figuren bieten könnten. Die Idee ist allerdings nicht neu.

Realistische Holografie ist Zukunftsmusik

Wie könnte sich die Technologie weiterentwickeln? Für bessere Pseudo-Hologramme müssten die Personen tatsächlich in 3D eingefangen werden. Microsoft betreibt entsprechende Capture Studios in San Francisco, London, Los Angeles und Seoul. Die Aufnahmetechnik ist jedoch komplex und steht nur Unternehmen und geladenen Gästen offen.

Das Bild des 2D-Displays müsste sich zudem dynamisch dem Blickwinkel anpassen. So könnte man eine Person auch von der Seite anschauen, ohne dass die optische Illusion zerstört würde. Das Start-up Roomality versucht sich aktuell an einem solchen Konzept.

Ein bleibender Nachteil klassischer 2D-Displays ist die monoskopische Darstellung, sodass dem Auge ein wichtiges Indiz für Räumlichkeit fehlt. Dieses Problem ließe sich nur mit VR- und AR-Brille lösen, entsprechende Telepräsenz-Lösungen stecken jedoch ebenfalls tief in der Entwicklung.

Titelbild: Portl

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