Die Audi-Ausgründung Holoride will das Autofahren mit VR-Unterhaltung verbinden: Fahrgäste sollen auf dem Rücksitz VR-Apps erleben, die sich den Fahrbewegungen des Autos dynamisch anpassen. Die Übereinstimmung visueller und gefühlter Sinnesreize soll zur Immersion beitragen und Bewegungsübelkeit vorbeugen.

Audi und Holoride zeigen das mobile VR-Erlebnis auf einer Rennbahn am Rande von Las Vegas. Tester setzen sich in einen Audi E-Tron und erleben Virtual Reality mit Oculus Rift.

Gezeigt wird die VR-Demo “Marvel’s Avengers: Rocket’s Rescue Run“, die eigens von Disney Games und Interactive Experiences entwickelt wurde. Letzteres Studio schuf zuvor Lenovos AR-Erfahrung “Jedi Challenges” (siehe Testbericht).

In der Demo sitzt der VR-Nutzer in dem aus Guardians of the Galaxy bekannten Raumschiff und bahnt sich an der Seite des Superhelden Rocket einen Weg durch ein Asteroidenfeld, um Iron Man vor Thanos’ Schergen zu retten.

Der Clou an der VR-Erfahrung: Sie nutzt die Sensordaten des Fahrzeugs und überträgt reale Bewegungen in Echtzeit in die virtuelle Welt. Fährt das Auto eine enge Kurve, so umkreist der Spieler in der virtuellen Realität ein gegnerisches Raumschiff, beschleunigt der Fahrer, beschleunigt auch das Raumschiff im Erlebnis.

Elastische Inhalte für autonome Autos

Holoride spricht selbstbewusst von einem neuen Medium, das sich durch “elastische Inhalte” auszeichnet. Selbst Stopps an der Ampel sollen als unerwartete Hindernisse in der Handlung umgesetzt werden.

Audi hat das Startup zwar mitgegründet und hält eine Minderheitsbeteiligung, Holorides angepeilte VR-Plattform soll jedoch offen sein und allen Automobilherstellern und Entwicklern zur Verfügung stehen.

Auf lange Sicht könnte so selbst Fahrdienste wie Uber und Lyft oder selbstfahrende Autos mit VR-Unterhaltungsangeboten ausgestattet werden. Holoride will außerdem die Plattform stellen, die zwischen Fahrzeugherstellern und Inhalteanbietern vermittelt.

Das Startup will Entwicklern eine Entwicklungsumgebung zur Verfügung stellen, das als Schnittstelle zu den Fahrzeugdaten dient und die Informationen in die Virtual Reality überträgt. Auch herkömmliche Filme und Serien sollen sich mit einem geringeren Übelkeitsrisiko betrachten lassen, da visuelles und gefühltes Erleben synchron laufen.

Journalisten von Engadget, Techcrunch und Heise zeigen sich begeistert vom VR-Erlebnis, während The Verge und Mashable von einem leichten Unwohlsein nach der Fahrt berichten. Für die Optimierung und Integration der Systeme bleibt Holoride noch genug Zeit: Das Produkt soll erst in drei Jahren auf den Markt kommen.


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