Cambria: Wie verhindert Metas neue VR-Brille Lichteinfall?

Cambria: Wie verhindert Metas neue VR-Brille Lichteinfall?

Cambria hat eine offenere Bauform als Meta Quest 2. Wie löst das Gerät das Problem des seitlichen Lichteinfalls?

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Cambria wird wesentlich dünner und leichter als Quest 2. Soweit das bisherige Videomaterial erkennen lässt, hat das Gerät zudem eine viel offenere Bauform. Das folgende Vergleichsbild verdeutlicht den Unterschied.

Das obere Bild zeigt Cambria und ist dem offiziellen Rendervideo (siehe Cambria-Infos) entnommen, das bei der Ankündigung gezeigt wurde. Das untere Foto habe ich von meiner Meta Quest 2 gemacht. Der Blickwinkel ist ungefähr der gleiche.

Die Gesichtsmaske der Meta Quest 2 schirmt viel stärker gegen die Umwelt und einfallendes Licht ab und garantiert so VR-Immersion  und verhindert störende Lichtblitzer in den Linsen. Die Frage ist berechtigt: Wie erzielt Cambria den gleichen Effekt?

Ein Vergleich zwischen dem Gesichtsbereich der Quest 2 und Cambria, letzteres Gerät hat eine viel offenere Bauform.

Der Gesichtsbereich von Cambria und Quest 2 im direkten Vergleich. | Bild: Meta / MIXED

Cambria: Nimmt Meta den Lichteinfall in Kauf?

Womöglich positioniert Meta das Gerät stärker als AR-Brille als ursprünglich gedacht, denn für Augmented Reality hat diese offene Bauform klare Vorteile: Nutzer:innen könnten in der Peripherie die physische Umgebung erkennen, was bei der Orientierung hilft und Motion Sickness vorbeugen kann.

Das in Form und Funktion ähnliche Headset Lynx R-1 verzichtet aus genau diesem Grund auf ein abschirmendes Gesichtspolster. Allerdings bietet der Hersteller auch eine separate Gesichtsmaske an, das im VR-Modus am Gehäuse befestigt wird.

Mann mit Lynx-R1-Headset.

Die Lynx R-1 im AR-Modus – die Video-AR-Brille ist zu den Seiten offen. | Bild: Lynx

Dass Meta den Schwerpunkt auf AR legt, ist allerdings unwahrscheinlich. Bei der Ankündigung war wiederholt von einem Virtual-Reality-Gerät die Rede, das zusätzlich einen fortschrittlichen Mixed-Reality-Modus bietet.

Nach dieser Logik wird Meta dafür sorgen wollen, dass der VR-Modus ein vergleichbares, wenn nicht gar besseres Erlebnis als Meta Quest 2 bietet. Die Frage, wie das Meta trotz offener Cambria-Bauform bewerkstelligt, ist damit freilich nicht beantwortet.

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Lynx wird zwei Facial Interfaces anbieten, die man per Magnethalterung am Gehäuse befestigt kann und die für die abschirmende VR-Nutzung gedacht sind. | Bild: Lynx

Bericht: Keine Abschirmung, aber das macht nichts?

Der VR-Leaker Brad Lynch will diese Woche mit einer Quelle gesprochen haben, die ein nahezu fertiges Modell von Cambria ausprobieren und das Lynch zufolge auch beweisen konnte. Der mutmaßliche Bericht ist mit Vorsicht zu genießen, aber beinhaltet, sofern wahr, viele neue Details zum Gerät. Ende März wollte Lynch zusätzliche technische Eigenschaften des Headsets enthüllt haben.

  • Lynchs Quelle bezeichnet das Headset als „extrem leicht und ausbalanciert“.
  • Das Sichtfeld und die Auflösung seien vergleichbar mit Quest 2, was etwas enttäuschend sei. Das VR-typische Pixelraster sei nach wie vor sichtbar.
  • Es gebe keinen IPD-Regler, die Linsen würden stattdessen manuell justiert ähnlich wie bei Quest 2. Der IPD sei jedoch anders als bei dieser VR-Brille „sehr glatt“ und stufenlos einstellbar. Der Linsenabstand werde auf den Millimeter genau auf dem VR-Display angezeigt.
  • Die einzige andere mechanische Einstellmöglichkeit sei das Drehrad am Hinterkopf. Der Abstand zwischen Gehäuse und Gesicht ist fix.
  • Cambria biete anders als HTC Vive Flow keine Sehschärfe-Einstellung für die Anpassung an die eigene Dioptrie. Dafür gebe es reichlich Raum zwischen Gesicht und Gehäuse, sodass Nutzer:innen eine herkömmliche Brille tragen können. Das Headset sei dafür ausgelegt.
  • Die Quelle ist „sehr beeindruckt“ von der visuellen Qualität, die die neuen Linsen bieten. Die Person konnte keine God Rays ausmachen und die Klarheit des Bildes zu den Rändern hin sei „verblüffend“. Wie der gut der Schwarzwert des Displays ist, konnte die Quelle nicht sagen.
  • Den AR-Modus konnte die Quelle nicht ausprobieren, sehr wohl aber das Face- und Eye-Tracking, das hervorragend funktioniere. Selbst Bewegungen der Augenbrauen und Nasenlöcher würden erfasst und in die Virtual Reality übertragen.
  • Das Gerät nutze eine ähnliche Audiolösung wie Quest 2 und die Tonqualität sei vergleichbar.
  • Was Sichtfeld und Auflösung betrifft, sei Cambria kein großes Upgrade. Sehr zufrieden ist die Quelle mit dem Formfaktor und Gewicht sowie der Klarheit des Bildes. Das Headset biete ein „sehr angenehmes Erlebnis“ und habe keine warmen Stellen, die störten.

Auch zur offenen Bauweise äußert sich Lynchs Quelle: Eine Abschirmung sei nicht vorhanden und die Quelle sei in der Lage gewesen, die physische Umgebung an den Rändern des Sichtfelds zu sehen. Das einfallende Licht sei nach einer Eingewöhnungsphase aber nicht mehr störend gewesen. Unschöne Lichtreflexionen wären ihr ebenfalls nicht aufgefallen.

Was die Ausgangsfrage betrifft, werden wir wohl erste Presseberichte abwarten müssen, bevor wir endgültig Klarheit haben. Cambria soll im Laufe des Jahres in den Handel kommen.