Lemnis entwickelt Displays mit variablen Fokusebenen, einer wichtigen XR-Grundlagentechnologie. Nun häufen sich Hinweise, dass Facebook sich Fachwissen und Patente des Start-ups gekauft hat.

Die aktuelle Bauform von VR-Brillen mit unbeweglichen Bildschirmen vor den Augen führt dazu, dass diese schnell ermüden. In der Fachliteratur spricht man vom sogenannten Vergence-Accommodation-Konflikt (Erklärung). VR-Brillen mit variablen Fokusebenen sollen dieses Problem ein für alle Mal lösen und ein natürlicheres und angenehmeres Seherlebnis bieten.

Lemnis hat sich auf Varifokal-Technologie spezialisiert und 2018 einen Prototyp mit sogenannten Alvarez-Linsen vorgestellt.

Das in den 60er Jahren vom US-Physiker Luis Alvarez erfundene optische System verschiebt zwei Linsen übereinander und ermöglicht so beliebig viele, nahtlos ineinander übergehende Schärfeebenen. Das wiederum führt zu einem natürlichen Fokussierungsverhalten der Augen, was sich in einem angenehmeren Sehen niederschlägt.

CEO wechselt zu Facebook

Mitte August schrieb CEO Pierre-Yves Laffont in einem Blogeintrag, dass das Unternehmen aus Singapur “ein neues Abenteuer in Angriff nehmen werde”.

“Wir freuen uns, weitere technische Herausforderungen beim Bau der nächsten Computerplattform anzugehen, mit einer noch größeren Wirkung und in einem nie dagewesenen Ausmaß“, schrieb Laffont.

Nun bemerkte das chinesische XR-Newsportal Yivian, dass Laffont sein Linked-Profil aktualisiert hat. Dem Update zufolge ist der CEO seit Februar 2020 bei Facebook Singapur und seit August 2020 bei Facebook Reality Labs in Pittsburgh, Pennsylvania angestellt.

Die übrigen acht Angestellten haben Lemnis laut Linkedin-Profil komplett verlassen, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass Facebook lediglich Laffont und Patente übernahm. Zum derzeitigen Zeitpunkt haben weder Lemnis noch Facebook eine Übernahme bestätigt.

Facebook selbst forscht seit mindestens fünf Jahren an Varifokal-Displays und hat entsprechende Prototypen vorgestellt. Anfang 2020 hielt der leitende Display-Forscher von FRL Research einen Vortrag über die Fortschritte des Forschungslabors und bezeichnete das Problem als “gelöst”, ohne zu sagen, wann die Technologie marktreif und erschwinglich werden könnte.

Quelle: Yivian (Chinesisch), Titelbild: Lemnis

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